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Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 10:53
von Konrad Grimm
Die FAZ sieht angesichts der drohenden Enteignung der Hypo Real Estate den Rechtsstaat in Gefahr.

http://www.faz.net/s/RubC9401175958F4DE ... ezial.html

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 11:53
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm
Die FAZ sieht angesichts der drohenden Enteignung der Hypo Real Estate den Rechtsstaat in Gefahr.

http://www.faz.net/s/RubC9401175958F4DE ... ezial.html
Der Umgang mit der Kreditvergabe durch Bankinstitute hat unseren Rechtsstaat in Gefahr gebracht. Die Krisenintervention des Staates bringt jetzt nur noch die Staatskasse in Gefahr.
FAZ

Wir glauben das immer noch. Denn nur wer darauf setzen darf, dass er die Erfolge seines Handelns selbst genießen und die Misserfolge selbst erdulden muss, wird verantwortet Risiken eingehen und Chancen ergreifen. Wer wird Anteile eines Unternehmens kaufen und auf dessen Geschäftsmodell setzen, wenn er befürchten muss, der Staat könnte ihn eines Tages - aus welchen Gründen auch immer - zu einem von ihm selbst gesetzten Willkürpreis um sein Eigentum bringen?
Alles schön und gut aber mal andersrum gefragt: Wer lässt Investoren noch Anteile an finanzwirtschaftlichen Unternehmen erwerben, wenn letztere dann durch ihre Renditejagd die Weltwirtschaft in Gefahr bringen? Eigentum verpflichtet, so steht es im Grundgesetz. Über diesen Satz kann man viel diskutieren aber es ist wohl eindeutig, dass die Grenzen verantwortlichen Handelns weit überschritten sind, wenn ein Unternehmen eine Schlüsselstellung auf dem deutschen Finanzmarkt erwirbt und gleichzeitig in offensichtlich faule Kreditgeschäfte verwickelt ist, die das Unternehmen von einem Tag auf den anderen zum Einsturz bringen kann.

Man kann über die Maßnahmen der Regierung sehr wohl kritisch diskutieren aber ausgerechnet die Rechte der Investoren sind hier sicher nicht mehr in Gefahr.

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 12:57
von Kreittmayr
Original von Konrad Grimm
Irgendeinen Fehler in meiner Logik gefunden? :D
Ja. Mangelnder Bezug auf die realen Fakten. Abstrakte Luftschlösser kann ich auch bauen.

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 13:00
von Kreittmayr
Original von Montgomery Scott
Wer lässt Investoren noch Anteile an finanzwirtschaftlichen Unternehmen erwerben, wenn letztere dann durch ihre Renditejagd die Weltwirtschaft in Gefahr bringen? Eigentum verpflichtet, so steht es im Grundgesetz. Über diesen Satz kann man viel diskutieren aber es ist wohl eindeutig, dass die Grenzen verantwortlichen Handelns weit überschritten sind, wenn ein Unternehmen eine Schlüsselstellung auf dem deutschen Finanzmarkt erwirbt und gleichzeitig in offensichtlich faule Kreditgeschäfte verwickelt ist, die das Unternehmen von einem Tag auf den anderen zum Einsturz bringen kann.
Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie schnell immer wieder vergessen wird, das die Grundursache in dieser Krise immer noch die staatliche Intervention im Rahmen von Fed, Fannie Mae/Freddie Mac, CRA, u.ä. war, durch welche die Anreizstrukturen auf dem Markt derart durcheinander gebracht wurden, dass sich die Unternehmen derart unsinnig verhielten.

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 14:00
von Montgomery Scott
Original von Kreittmayr
Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie schnell immer wieder vergessen wird, das die Grundursache in dieser Krise immer noch die staatliche Intervention im Rahmen von Fed, Fannie Mae/Freddie Mac, CRA, u.ä. war, durch welche die Anreizstrukturen auf dem Markt derart durcheinander gebracht wurden, dass sich die Unternehmen derart unsinnig verhielten.
Nein, das stimmt einfach nicht. Der Staat soll schuld daran sein, wenn Banken exzessiv Kredite weiter verkaufen, um weitere Kredite vergeben zu können? Der Staat soll schuld daran sein, wenn deutsche Bankinstitute mit amerikanischen Banken im Geschäft stehen, die offenkundig solche Praktiken pflegen?

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 17:40
von Konrad Grimm
Und noch eine Prognose, wie es weitergeht: Ein letzter Pyrrhussieg des Systems

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 17:58
von Kreittmayr
Original von Montgomery Scott
Nein, das stimmt einfach nicht. Der Staat soll schuld daran sein, wenn Banken exzessiv Kredite weiter verkaufen, um weitere Kredite vergeben zu können? Der Staat soll schuld daran sein, wenn deutsche Bankinstitute mit amerikanischen Banken im Geschäft stehen, die offenkundig solche Praktiken pflegen?
Staatliche Eingriffe schaffen einen Rahmen, in dem es für diese Unternehmen notwendig ist, so zu handeln, entweder weil sie sonst staatliche Repressionen und Strafen zu fürchten haben (wie im Falle des CRA), oder weil sich so der beste Gewinn erzielen lässt und man so handeln muss, wenn man konkurrenzfähig bleiben will. Das kann man nicht den Unternehmern vorwerfen, da Gewinnstreben ein völlig legitimes Motiv ist und allein schon durch unsere Natur als Lebewesen gefordert, sondern das muss man dem Staat vorhalten, weil er einen widernatürlichen, irrationalen Rahmen setzt, in dem das Verfolgen des Selbstinteresses der Akteure sich letztendlich (selbst)zerstörerisch auswirkt, weil um der Konkurrenzfähigkeit willen Dinge getan werden, die sich als objektiv schädlich herausstellen. Hier wurde als ein Rahmen geschaffen, in dem die Unternehmen, überspitzt gesagt, die Wahl zwischen Verlust oder Verlust, zwischen Pleite oder Pleite hatten. In so einem Rahmen gibt es im Endeffekt keine richtigen Geschäftsentscheidungen mehr.

Ich gestehe auch gerne zu, dass die Banken etc. hier völlig kurzsichtig und nur durch kurzfristige Profite motiviert gehandelt haben. Das ist natürlich falsch und nicht wünschenswert, da objektives Eigeninteresse eben nur durch eine langfristige, risikobewusste Planung gesichert werden kann. Aber dann muss man eben auch fragen, was die Gründe dafür sind, dass so gehandelt wird und wurde, und dann muss man eben auch einräumen, dass neben einer verqueren Philosophie und einer verqueren Vorstellung von Profit (nämlich ohne Rücksicht auf die Zukunft kurzfristig möglichst viel rausholen) eben zu einem ganz wesentlichen Teil auch die staatliche Rahmensetzung daran Schuld ist, die verstärktes Risikoverhalten und Denken in kurzfristigen Profiten begünstigt.

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 18:22
von Konrad Grimm
Original von Kreittmayr
Ja. Mangelnder Bezug auf die realen Fakten. Abstrakte Luftschlösser kann ich auch bauen.
Juristische Denkweise. Das sind immer Luftschlösser. Aber da es ja um eine rechtliche Frage geht - Eigentum -, durchaus eine angemessene Sichtweise.

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 18:51
von Baudouin de Billancourt
Original von Konrad Grimm
Das sind immer Luftschlösser.
Das ist eine Aussage, die dir wohl noch öfter Probleme im Denkprozess bereiten wird.

Verfasst: Mi 4. Feb 2009, 18:57
von Baudouin de Billancourt
Original von Montgomery Scott
Nein, das stimmt einfach nicht. Der Staat soll schuld daran sein, wenn Banken exzessiv Kredite weiter verkaufen, um weitere Kredite vergeben zu können? Der Staat soll schuld daran sein, wenn deutsche Bankinstitute mit amerikanischen Banken im Geschäft stehen, die offenkundig solche Praktiken pflegen?
Okay, die Banken sind ziemlich hohe Risiken eingegangen, was zu einem großen Teil zu den heutigen Problemen geführt hat. Die Frage ist nur: warum sind die Banken diese Risiken eingegangen? Wenn man sich überlegt, dass die (staatlich geschaffene) Geldmengenerhöhung sehr viel höher lag als der (staatlich diktierte) Leitzins, sollte ein Licht aufgehen. Banken, die hohe Risiken eingehen, können zu Grunde gehen. Banken, die potentiellen Kunden nur völlig unprofitable Angebote machen können, gehen mit Sicherheit ganz schnell zu Grunde.