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Verfasst: Mi 30. Jul 2008, 22:58
von Wolfgang Müller
Original von Baudouin de Billancourt

Ich hätte Logik anzubieten. Oder musst du dich hinter Namen verstecken?
Ohh, weicht unser Superklugscheißer etwa aus, hat er keine Begründungen parat mit denen er die unterschiedlichsten Lehren, die sich Sozialismus oder Kommunismus schimpfen, als menschenfeindlich begründen kann. Ohh, wie schade...

Ich verstecke mich übrigens nicht hinter Namen, ich frage nur, ob du deine angestaubten Stammtischparolen belegen kannst.
Original von Tennessee Rockefeller
Den armen Kurt Schumacher, dem wir es ganz maßgeblich mit verdanken, dass der Kommunismus es in Deutschland von Osten kommend nie über die Elbe geschafft hat, in eine Liste mit Leuten Marx und Engels zu stecken zeigt doch, wie viel Ahnung der werte Herr Müller hat... ;) :rolleyes:
Da bist du aber mal völlig falsch informiert und verblendet. Kurt Schumacher bezeichnete sich selber als Sozialist und stand in der Tradition Eduard Bernsteins (der sich auch als Sozialist bezeichnete). Wenn du so gut informiert bist, wie du immer so tust, müsstest du das wissen, ebenso wie z.B. im Godesberger Programm der SPD die Selbstbezeichnung "Sozialisten" verwendet wird. Ich habe diese Aufreihung gemacht um deutlich zu machen wie facettenreich die Anzahl der Theoretiker ist, die Sozialismus und Kommunismus als Bezeichnung ihrer Theorien und z.T. Ideologien ist.

Um es zusammenzufassen, Tennessee du bist ein Dummschwätzer, der nur über Halbwissen und Parolen verfügt. Die mögen zwar bei FDP und CDU/CSU gut ankommen, aber nicht bei SozialdemokratInnen/Linken die im Gegensatz zu dir was von Fairness und Solidariät verstehen.

Verfasst: Mi 30. Jul 2008, 23:30
von Konrad Grimm
Original von Wolfgang Müller
Ohh, weicht unser Superklugscheißer etwa aus, hat er keine Begründungen parat mit denen er die unterschiedlichsten Lehren, die sich Sozialismus oder Kommunismus schimpfen, als menschenfeindlich begründen kann. Ohh, wie schade...
Hier, bitte:
http://mehr-freiheit.de/sozitech/marx.html

Die Zitate von Engels würde jeder Leser, der es nicht vorher weiss, einem Nazi zuordnen.

Verfasst: Do 31. Jul 2008, 00:50
von Kreittmayr
"Der jüdische Nigger Lassalle, der glücklicherweise Ende dieser Woche abreist, hat glücklich wieder 5000 Taler in einer falschen Spekulation verloren ... Es ist mir jetzt völlig klar, daß er, wie auch seine Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von den Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen (wenn nicht seine Mutter oder Großmutter von väterlicher Seite sich mit einem Nigger kreuzten). Nun, diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz müssen ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft." Marx an Engels, 1862 (MEW 30, 257).
=) =) =) =) =) =) =) =) =) =) =) =) =) =) =)

Verfasst: Do 31. Jul 2008, 07:41
von Pharaoh
Original von Tennessee Rockefeller
Ich glaube, hätte ich meinen Kollegen dort gesagt: "Wir sind arm, der böse Ackermann ist reich, das darf nicht sein, gerecht ist es nur wenn wir alle gleich sind, er muss enteignet und sein Vermögen umverteilt werden!" - dann hätten sie mich ausgelacht ;)
Mit Übertreibung kann man auch versuchen die gegnerischen Argumente ad absurdum zu führen, oder? Billiger Trick. ;) Niemand spricht von kompletter Enteignung, eventuell ein paar Spinner, aber nichtmal eine nennenswerte Mehrheit bei der Linkspratei, die ja gern als "das rote Böse" angesehen wird. Natürlich sind Dinge wie Enteignung und "alle müssen gleich sein" Unsinn und das verlangt auch niemand, mal davon abgesehen, dass es eh nicht möglich ist. Das Prinzip ist aber, dass man versuchen muss, jedem vergleichbare Chancen zu geben und es gehört zu einer stabilen demokratischen Gesellschaft dazu, dass Jene, die viel verdienen, der Gesellschaft durch die sie so viel verdient haben auch einen entsprechenden Teil zurückbezahlen müssen. Wer wenig verdient kann nicht das wieder einzahlen, was nötig wäre, um die eigenverursachten Kosten auszugleichen, dazu verdient die Person zu wenig, deswegen müssen Reiche ein wenig mehr zahlen. Das ist das Prinzip der sozialen Marktwirtschaft. Natürlich kann man das Prinzip auch ins Absurde überziehen und komplette Gleichmacherei veranstalten, aber das will doch niemand, weil es bekanntermaßen nicht funktioniert. Aber nur weil ein Extrem nicht funktioniert und der Mittelweg nicht einfach ist, heißt das doch nicht, dass das andere Extrem, der Laissez-faire-Kapitalismus, funktioniert. Das gab es schon seit Jahrtausenden und hat steht zu Krieg und Verelendung geführt. Wer glaubt unkontrollierte Wirtschaft würde funktionieren, ist genauso realitätsfremd wie die, die vom utopischsten Kommunismus träumen.
natürlich auch darüber gesprochen, wie wenig uns der Staat von unserem sauer verdienten Lohn übrig lässt, und was man dafür bekommt: wie teuer z. B. der Kindergarten für die Kinder der Kollegen ist, oder in welchem schlechtem Zustand die Schulgebäude, die Möbel und die Bücher dort, wie viel Unterricht ausfällt. Worauf man alles Steuern zahlen muss, und was man trotzdem noch alles extra bezahlen muss wenn man es in Anspruch nimmt.
Tja, und warum ist das so? Sicherlich ein guter Teil Missmanagement, das muss Jeder offenkundig zugeben, aber unter anderem auch, weil die Leute nicht genügend Steuern zahlen, vor allem Jene nicht, die sehr viel verdienen. Und je mehr Verdiener sich sukzessive aus den Steuerzahlungen ausklinken, desto weniger kann der Staat für das Volk ausgeben, ergo muss es mehr selbst zahlen.
Niemand dort war der Meinung, alle Menschen müssten gleich sein. Diese Leute sind glücklich, wenn sie für ihre gute Arbeit am Ende des Monats mit einem fairen Lohn nach Hause gehen von dem sie gut leben können, anstatt dass der Staat ihnen die Haare vom Kopf frisst und sie obendrein noch beschimpft ("Ihr seid zu faul, ihr seid zu fett, ihr raucht zu viel, ihr sauft zu viel, ihr seht zu viel fern, ihr habt zu wenig Kinder und die erzieht ihr auch noch falsch, ihr zahlt zu wenig Steuern und Sozialbeiträge, ihr kräht immer nur nach mehr Geld (sic!)...")
Natürlich denkt niemand dort, dass alle gleich sein müssen. Geisteskrank sind die Leute vom Bau ja nicht. Aber das, was Geringverdiener an Steuern zahlen und an Kosten für das Sozialsystem verursachen, deckt die Ausgaben nichteinmal annäherungsweise. Ich gebe dir Recht, die Lösung des Problems kann nicht nur sein, die Ausgaben zu senken, sondern muss auch darin bestehen undichte Stellen zu stopfen und Bürokratie abzubauen. Aber man muss "dem Staat" auch das Recht geben zu sagen "wenn ihr weiterhin soziale Systeme wollt, müsst ihr auch aktiv dazu beitragen die Ausgaben nicht weiter explodieren zu lassen". Das ist durchaus ein valider Punkt, er wird derzeit nur leider immer mehr in den Vordergrund gedrängt, da die Wirtschaft aktiv andere Einsparungen des Staates verhindert. Die sozialen Systeme müssen überarbeitet werden, wenn sie nicht korrekt funkionieren, nicht abgeschafft. Gegen die Überarbeitung sperren sich leider vor allem die Nutznießer der Probleme und die sitzen häufig an Schalthebeln. Das bedeutet noch lange nicht, dass eine Abschaffung der Systeme sinnvoll.
Die Managerkeule halte ich in einer Diskussion über "soziale Gerechtigkeit" übrigens für nicht zweckdienlich, denn diese Leute sind nun einmal Ausnahmeerscheinungen. Ob sie ihr Einkommen in den konkreten Höhen nun verdienen oder nicht, kann für mich letztlich dahingestellt bleiben, denn die Aktionäre zahlen es ihnen eben, und gut.
Diese Diskussion ob der Manager ist verzerrt. Da "Manager" für Leute steht, die sehr viel verdienen und teils auch von der Wirtschaft. Diese sprachliche Ungenauigkeit führt manche Punkte durchaus ins Groteske.
Andererseits sind der Gehälter durch den Arbeitsmarkt (der in diesem Positionsbereich auch noch wirklich als Markt funktioniert) immer weiter steigen. Hohe Löhne sind für gute und harte Arbeit bei sehr hoher Verantwortung durchaus vertretbar. Das Problem ist, dass die Manager aber auch Fehler machen und dass dies auf Kosten vieler Menschen geht. Rein subjektiv scheinen die Fehler aktuell auch noch zuzunehmen, sodass sich dann die Frage stellt, ob die Gehälter angemessen sind. Ich wage es nicht zu beantworten, wir gehen da konform.
Und ja, jeder Mensch ist seines Glückes Schmied, hat es selbst in der Hand, was er aus seinen individuellen Anlagen, Neigungen und Gaben macht, oder eben nicht. Klar, auch Glück und andere nicht unmittelbar oder vollständig beeinflussbare Faktoren spielen natürlich eine Rolle, aber wollen wir Menschen nun verbieten, ihr Leben selbst zu gestalten, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, weil es ein Phänomen wie "Glück und Pech" gibt?

Es gibt Menschen die "reich" geboren werden und "arm" sterben, Menschen die "arm" geboren werden und "reich" sterben, Menschen die "reich" oder "arm" geboren werden und genau so sterben - und viele, viele Lebenswege und -werke dazwischen.

"Wer arm ist, ist selbst schuld", ist eine verfälschend vereinfachte und polemisierende Zusammenfassung des Lebens. Mancher der "arm" ist hat es eben versäumt, seine Möglichkeiten klüger, konsequenter, fleißiger usw. zu nutzen. Andere haben sich selbst übernommen und sind abgestürzt. Wieder andere hatten vielleicht nie wirklich die Chance, "reich" zu werden, wobei "Armut" und "Reichtum" meines Erachtens völlig überzeichnete Begriffe, und darum ungeeignet sind.

Freiwillige, aus ehrlicher Nächstenliebe geübte Solidarität mit denen, die in wirtschaftlicher Hinsicht nicht viel vom Leben haben ist das eine. Aber allen von oben herab ihre Entfaltungsfreiheit nehmen und sie zur Gleichheit verdammen ist etwas völlig anderes.
Die Chancenähnlichkeit ist durchaus vorhanden, wenn auch bei manchen Gruppen weniger ähnlich zu den anderen als bei anderen Gruppen. Ich gebe dir Recht, dass man es durch Anstrengung weit bringen, fast egal, woher man startet, aber auch nur fast. Aber wie kommst du darauf, dass man eingeschränkt wird? Es gibt eine recht freie Wahl der Schulen, wer das Geld hat, kann seine Kinder auf eine (bessere) Privatschule schicken. Wer gute schulische Leistungen erbracht hat, kann (teils mit etwas Glück) eine entsprechende Ausbildung starten und seine Ziele verwirklichen. Wo wird man denn in seiner Entfaltungsfeiheit eingeschränkt, oder besser mehr eingeschränkt als Jene, die sich keine exklusiveren Bildungsmöglichkediten leisten können?

Verfasst: Do 31. Jul 2008, 07:48
von Pharaoh
Original von Konrad Grimm

Hier, bitte:
http://mehr-freiheit.de/sozitech/marx.html

Die Zitate von Engels würde jeder Leser, der es nicht vorher weiss, einem Nazi zuordnen.
Du weißt aber schon, dass Rassimus damals und davor auch gesellschaftlich vollkommen anerkannt war? Entsprechend müsstest du alles, was vor den Anfängen der Menschenrechtsideen entwickelt wurde als menschenverachtend bezeichnen. Deine Argumentation ist insofern mehr als schwach.

Verfasst: Do 31. Jul 2008, 07:55
von Pharaoh
Original von Fabian Montary

Das kann du jeden Tag haben, du musst nur hier vorbeischauen... :evil:
Danke, aber ich denke, dass solche Diskussionen nur kurzfristig spaßig sind. Auf die Dauer befürchte ich, bekommt man von sowas einen Knacks weg. ;)

Verfasst: Do 31. Jul 2008, 10:47
von Tennessee Rockefeller
Original von Montgomery Scott
Der Staat beutet nicht aus, jedenfalls nicht der demokratische Staat. Wirf bitte nicht so mit abwertenden Adjektiven um Dich, da kommen unsinnige Sätze raus.
Genau das könnte man auch auf deine Feststellungen betreffend die Ausbeutung durch den Kapitalismus bzw. das private Unternehmertum erwidern, solche Bekundungen vermeintlich besseren Durchblicks sind also nicht zielführend ;)

Übrigens bedeutet eine demokratische Organisation keinen moralischen Persilschein für einen Staat - Demokratie ist eine Anti-Utopie, sonst gar nichts.
Das kommt schon eher hin. Kannst Du in jeder marxistischen Analyse der Rolle des Staates in den kapitalistischen Industrienationen nachlesen.
Tja, ironischerweise sind sich Marxisten einer- und die Anhänger großer anarchokapitalischer Denker wie z. B. Murray Rothbard in ihren Zielvorstellungen erstaunlich ähnlich, tatsächlich stehen sie einander näher als Marxisten etwa etatistisch orientierten Sozialisten oder Sozialdemokraten, oder Anarchokapitalisten Neoliberalen und Neokonservativen.

Vielleicht sollten wir mal überdenken ob es so klug ist, einander in simulationsexternen Diskussionen als Antagonisten zu betrachten, und mit wem wir überhaupt so Seite an Seite streiten :D
Hier verfehlst Du allerdings den Punkt. Die Abgaben an den Staat finanzieren im Kern immer noch die staatlichen Leistungen an die Bürger. Dass viel davon durch durch ausufernde Bürokratie verschwendet wird, unterschreibe ich gerne, aber da machst Du aus einer Mücke einen Elefanten.
Mach doch mal die Augen auf: in verfallenden Gebäuden verblödet ein anachronistisches Schulsystem auf verrottenden Möbeln sitzende Kinder und Jugendliche, vor allem die Klein- und Massenkriminalität (also Delikte wie Diebstahl, Betrug, vorsätzliche Körperverletzung, Hehlerei, Erpressung, aber auch Raub) ist völlig außer Kontrolle (in Mecklenburg-Vorpommern z. B. laufen insbesondere zu Jugendarrest verurteilte straffällige Jugendliche bis zum Eintritt der Vollstreckungsverjährung frei herum, weil es nicht genug Einrichtungen gibt, um das Zuchtmittel zu vollstrecken), je nachdem vor einem Gericht welchen Zweiges du klagst vergehen bis zu anderthalb Jahre und länger bis zu einer Entscheidung in erster Instanz (und das nicht, weil die Verfahren so langwierig oder schwierig wären, sondern weil schlicht Richter fehlen), aus Aufgaben welche m. E. kommerziell tatsächlich nicht sinnvoll zu erfüllen sind und besser zum allseitigen Nutzen von einer Solidargemeinschaft getragen werden wie z. B. Post sowie öffentlicher Personenverkehr zieht die öffentliche Hand sich zurück, selbst die von Minarchisten für notwendig bzw. sinnvoll befundene staatliche Rechtspflege ist in Auflösung begriffen, Stichwort: private Schlichtungsstellen oder bald privatisierte Zwangsvollstreckung - wie viele Beispiele brauchst du noch um zu erkennen, dass der Staat diejenigen Dinge, die man ihm allgemein als Daseinsberechtigung aufgibt, wie z. B. den Schutz von Leben, Gesundheit und Eigentum seiner Bürger, gerechte und unparteiliche Entscheidung von Streitigkeiten, Bildung oder Organisation allgemein benötigter, privatwirtschaftlich nicht kosteneffektiv zu bewältigender Aufgaben, eben nicht mehr erfüllt, während es Menschen in diesem Land gibt, die nach Abzug aller von ihnen zu erbringen Steuern und Abgaben unter das wirtschaftliche Existenzminimum rutschen?!
Unterschreibe ich gerne. Das Krankenkassensystem in Deutschland ist absurd. Mit der Bürgerversicherung könnte man die Bürokratie in diesem Bereich auf einen Bruchteil reduzieren.
Hö?! Welche Logik ist das denn? Eine Bürgerversicherung bedeutete doch nur, dass die aufgeblähten gesetzlichen Kassen noch ein paar Millionen Versicherte mehr "verwalten" müssten, was dann mit der Begründung, das Mehr an Verwaltungsaufwand überstiege den Einnahmenzuwachs nur zu Beitragserhöhungen führte.

Besser: freie Wahl zwischen gesetzlichen und privaten Krankenkassen für alle, oder noch besser: gesetzliche Krankenkassen platt machen.
Selbstverständlich. Ausbeuten tun nämlich diejenigen, die ökonomische Herrschaft ausüben. Und das ist seit dem Ende des Feudalsystems nicht mehr der Staat. Er macht sich nur durch politische Steuerung und Disziplinierung zum Erfüllungsgehilfen des Kapitals aber er beutet nicht mehr selbst aus oder nur noch in Ausnahmefällen.
Also, tatsächlich verhält es sich doch eher so, dass der Staat sowohl Unternehmer als auch abhängig Beschäftigte gleichermaßen ausbeutet, Gnade lässt er nur und wohl aus schierer Dummheit (was gäbe es da nicht für ihn zu holen...) gegenüber einigen wenigen multinationalen Konzernen ergehen (der Handwerksmeister mit einer einstelligen Zahl angestellter Gesellen geht pleite, weil ihm nach Zahlung sämtlicher Steuerarten sowie Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung nichts mehr übrig bleibt, während Bayer, BASF und Co. faktisch steuerfrei gestellt werden - verstehe das, wer will, aber wer hier der Ausbeuter ist und wer die Ausgebeuteten sollte klar sein...)

Verfasst: Do 31. Jul 2008, 10:59
von Tennessee Rockefeller
Original von Wolfgang Müller

Da bist du aber mal völlig falsch informiert und verblendet. Kurt Schumacher bezeichnete sich selber als Sozialist und stand in der Tradition Eduard Bernsteins (der sich auch als Sozialist bezeichnete). Wenn du so gut informiert bist, wie du immer so tust, müsstest du das wissen, ebenso wie z.B. im Godesberger Programm der SPD die Selbstbezeichnung "Sozialisten" verwendet wird. Ich habe diese Aufreihung gemacht um deutlich zu machen wie facettenreich die Anzahl der Theoretiker ist, die Sozialismus und Kommunismus als Bezeichnung ihrer Theorien und z.T. Ideologien ist.

Um es zusammenzufassen, Tennessee du bist ein Dummschwätzer, der nur über Halbwissen und Parolen verfügt. Die mögen zwar bei FDP und CDU/CSU gut ankommen, aber nicht bei SozialdemokratInnen/Linken die im Gegensatz zu dir was von Fairness und Solidariät verstehen.
Stell dir vor, selbst im aktuellen Grundsatzprogramm der SPD von 2007 ("Hamburger Programm") steht noch das Wort "Sozialismus".

Was sagt uns das? Nicht überall wo "Sozialismus" darauf steht, ist auch Enteignung, Rätediktatur, Abschaffung der menschlichen Individualität und andere Dinge, nach denen du hier krakehlst, darin.

Sowohl Kurt Schumacher, als auch andere, auch in den Augen von Antisozialisten wie mir große sozialistische und sozialdemokratische Persönlichkeiten der bundesrepublikanischen Geschichte wie Erich Ollenhauer, Herbert Wehner oder Willy Brandt würden dir, könnten sie dein stalinistisches Getrommel hören, gehörig etwas husten, und dir mit Sicherheit nicht als Eideshelfer für deine Dogmen beispringen.

Und mit dieser Information für dich setze ich die Diskussin mit dir aus, bis bei dir der Bartwuchs einsetzt, vielleicht kommt mit der Pubertät ja auch ein wenig charakterliche Reife.

Verfasst: Do 31. Jul 2008, 11:46
von Fabian Montary
:rolleyes:

Verfasst: Do 31. Jul 2008, 12:11
von Tennessee Rockefeller
Original von Pharaoh
Das Prinzip ist aber, dass man versuchen muss, jedem vergleichbare Chancen zu geben und es gehört zu einer stabilen demokratischen Gesellschaft dazu, dass Jene, die viel verdienen, der Gesellschaft durch die sie so viel verdient haben auch einen entsprechenden Teil zurückbezahlen müssen.
Das ergibt sich denke ich ganz automatisch, es ist ein natürlicher Wechselmechanismus: indem ein Unternehmer Arbeiter einstellt, also als Abnehmer der von diesen verkauften Arbeitskraft eintritt, bringt er der Gemeinschaft bereits Nutzen. Er investiert sein Kapital, um anderen Menschen eine wirtschaftliche Lebensgrundlage zu bereiten und gesellschaftlich benötigte Güter zu produzieren, was im Idealfall wiederum sein Kapital mehrt, so dass er mehr Arbeitsplätze schaffen und mehr benötigte Güter produzieren kann.

Ich sehe Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Unternehmer und Arbeiter, Kapital und Gesellschaft in einer symbiontischen Beziehung, nicht in einem Über-Unterordnungsverhältnis. Das kann schon deshalb nicht entstehen, weil keine der beiden Seiten ohne die andere überleben kann, also eine wechselseitige Abhängigkeit besteht.
Wer wenig verdient kann nicht das wieder einzahlen, was nötig wäre, um die eigenverursachten Kosten auszugleichen, dazu verdient die Person zu wenig, deswegen müssen Reiche ein wenig mehr zahlen. Das ist das Prinzip der sozialen Marktwirtschaft. Natürlich kann man das Prinzip auch ins Absurde überziehen und komplette Gleichmacherei veranstalten, aber das will doch niemand, weil es bekanntermaßen nicht funktioniert. Aber nur weil ein Extrem nicht funktioniert und der Mittelweg nicht einfach ist, heißt das doch nicht, dass das andere Extrem, der Laissez-faire-Kapitalismus, funktioniert. Das gab es schon seit Jahrtausenden und hat steht zu Krieg und Verelendung geführt. Wer glaubt unkontrollierte Wirtschaft würde funktionieren, ist genauso realitätsfremd wie die, die vom utopischsten Kommunismus träumen.
Es gab niemals echten Laissez-faire-Kapitalismus in der Geschichte, sondern stets nur verschiedentlich deklarierte und organisierte Formen staatlich gelenkter, beeinflusster oder zumindest überwachter Wirtschaft - genossenschaftsähnliche Wirtschaftsformen der Frühzeit, mittelalterlicher Feudalismus, absolutistischer Merkantilismus, Staatskapitalismus, Sozialismus, soziale Marktwirtschaft - sie alle hatten ihre Chance, der reine Kapitalismus noch nicht. An dem hätte man ja auch nicht mehr gerührt ;)
Tja, und warum ist das so? Sicherlich ein guter Teil Missmanagement, das muss Jeder offenkundig zugeben, aber unter anderem auch, weil die Leute nicht genügend Steuern zahlen, vor allem Jene nicht, die sehr viel verdienen. Und je mehr Verdiener sich sukzessive aus den Steuerzahlungen ausklinken, desto weniger kann der Staat für das Volk ausgeben, ergo muss es mehr selbst zahlen.
Ich räume es ja gerne ein, fingiert man eine allgemeine, progressive Steuerpflicht als gerecht, sind das deutsche Steuerrecht sowie sein Vollzug immer noch kriminell - es kann dann nicht sein, dass der Friseurin nach Abzug all ihrer gleich vom Arbeitgeber einbehaltenen und abgeführten Steuern und Abgaben nichts mehr zum Leben bleibt, während Konzerne mit Milliardenumsätzen keinen Cent (!) Steuern bezahlen.

"Der Professor aus Heidelberg" wollte das ja vom Kopf wieder auf die Füße stellen, seinem Modell nach würde die Friseurin keine Steuern mehr zahlen, und die "Global Players" immer noch weniger als sie jetzt an Kosten für bürokratischen Aufwand und Tricks aufwenden müssen um ihre Steuerschuld auf null zu rechnen, ohne dass der Staat unter dem Strich weniger eingenommen hätte.

Allein, der Souverän wollte diese Reform ja nicht. Gibt es ein eindrucksvolleres Beispiel für die Funktionsuntauglichkeit der Demokratie als Garanten für Glück und Nutzen der Regierten? :rolleyes:
Natürlich denkt niemand dort, dass alle gleich sein müssen. Geisteskrank sind die Leute vom Bau ja nicht. Aber das, was Geringverdiener an Steuern zahlen und an Kosten für das Sozialsystem verursachen, deckt die Ausgaben nichteinmal annäherungsweise. Ich gebe dir Recht, die Lösung des Problems kann nicht nur sein, die Ausgaben zu senken, sondern muss auch darin bestehen undichte Stellen zu stopfen und Bürokratie abzubauen. Aber man muss "dem Staat" auch das Recht geben zu sagen "wenn ihr weiterhin soziale Systeme wollt, müsst ihr auch aktiv dazu beitragen die Ausgaben nicht weiter explodieren zu lassen". Das ist durchaus ein valider Punkt, er wird derzeit nur leider immer mehr in den Vordergrund gedrängt, da die Wirtschaft aktiv andere Einsparungen des Staates verhindert. Die sozialen Systeme müssen überarbeitet werden, wenn sie nicht korrekt funkionieren, nicht abgeschafft. Gegen die Überarbeitung sperren sich leider vor allem die Nutznießer der Probleme und die sitzen häufig an Schalthebeln. Das bedeutet noch lange nicht, dass eine Abschaffung der Systeme sinnvoll.
Ich denke, mit Beitragssätzen von teilweise schon über 15% (erreicht von manchen Ortskrankenkassen), 20 Mark "Eintritt" beim Arzt pro Quartal (40 Mark wenn man das Pech hat, in einem Quartal sowohl zum Haus-/Facharzt, als auch zum Zahnarzt zu müssen), 100%-iger Selbstzahlung für nicht verschreibungspflichtige ärztlich verordnete Medikamente, 10 Mark Mindestzuzahlung zu verschreibungspflichtigen Medikamenten und Zusatzversicherung für Zahnersatz - habe ich etwas vergessen? Ich denke nicht... - ist die Schmerzgrenze mehr als durchbrochen. Selbst für viele Normalverdiener wäre es bald preiswerter, "herkömmliche" ärztliche Untersuchungen und Behandlungen komplett aus eigener Tasche zu bezahlen, und sich nur noch gegen Krankenhausaufenthalte u. dergl. zu versichern.

Zur Erinnerung: 66 oder 67 Cent je Euro Beitrag zur Krankenversicherung fließen nicht in Leistungen für die Versicherten, sondern werden von deren Verwaltungsappart verbraucht. Da liegt der Hund begraben, und nicht bei Ärzten, Apotheken, Pharmakonzernen und Versicherten!

Und noch eine Erinnerung: 19% Märchensteuer auf Medikamente!

Eine Senkung der Krankenkassenbeiträge in den einstelligen Bereich (!) wäre ganz ohne Leistungseinschnitte und ohne "Bürgerversicherung" bequem machbar.
Die Chancenähnlichkeit ist durchaus vorhanden, wenn auch bei manchen Gruppen weniger ähnlich zu den anderen als bei anderen Gruppen. Ich gebe dir Recht, dass man es durch Anstrengung weit bringen, fast egal, woher man startet, aber auch nur fast. Aber wie kommst du darauf, dass man eingeschränkt wird? Es gibt eine recht freie Wahl der Schulen, wer das Geld hat, kann seine Kinder auf eine (bessere) Privatschule schicken. Wer gute schulische Leistungen erbracht hat, kann (teils mit etwas Glück) eine entsprechende Ausbildung starten und seine Ziele verwirklichen. Wo wird man denn in seiner Entfaltungsfeiheit eingeschränkt, oder besser mehr eingeschränkt als Jene, die sich keine exklusiveren Bildungsmöglichkediten leisten können?
Es mag überraschen, aber in meinen bildungspolitischen Vorstellungen erreiche ich wohl 100% Übereinstimmung mit der LINKEN ;)

Ich halte ein Schulsystem, das 10-Jährige (!) in drei grobe Leistungsklassen einteilt, um sie dann rigide nach diesen sowie Jahrgängen getrennt halbtags mit konzentriertem Frontalunterricht zuzudröhnen, dessen Inhalte sie in regelmäßigen Abständen in Klassenarbeiten zu reproduzieren haben für mehr als anachronistisch, für schlimmer als vorsintflutlich - das ist für mich altsteinzeitlich!

Wenn ich mir die Berufe der Eltern meiner damaligen Klassenkameraden am Gymnasium so anschaue, oder die Autos mit denen diese mittags abgeholt wurden, wenn ich zum Vergleich heranziehe, welche Berufe die Eltern von Freunden oder Bekannten hatten die z. B. zur Realschule gingen und wie deren wirtschaftliche Verhältnisse waren, und wenn ich dann noch beurteilen sollte, wer meines Eindrucks wie gut an welcher Schule aufgehoben ist - tja, dann komme ich nicht umhin zu erkennen, dass in deutschen Bildungswesen etwas gewaltig faul ist, und die Statistik gibt mir ja Recht: nicht Anlagen und Begabungen entscheiden über den Bildungsweg eines Kindes, sondern vielfach Bildungsstand und Einkommen der Eltern - so ausgeprägt wie in keinem anderen Industrieland.

Wenn ich mir dann noch anschaue, wer warum z. B. mal eine Klasse wiederholen oder gar die Schule wechseln musste, dann kann ich noch weniger leugnen, dass etwas gewaltig faul ist im deutschen Bildungswesen.

Kinder und Jugendliche wird völlig unsachgerecht auf in dieser Form unbrauchbare Schultypen verteilt, und dort dann auch nicht gemäß jenen Phantomen ihrer angeblichen Bedürfnisse, nach denen verteilt wurde, gefördert, sondern in einem völlig durchstandadisierten Massenverfahren durchgewunken oder nachträglich aussortiert. Im Ergebnis erhalten zahlreiche Kinder und Jugendliche keine ihren Bedürfnissen entsprechende und ihr Potenzial optimal fördernde Ausbildung, was ihre beruflichen Chancen lebenslang belastet und schmälert.