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Verfasst: So 9. Mär 2008, 15:37
von Montgomery Scott
Original von Amber Marie Ford
Es ist doch unbeschreibliche Heuchelei jetzt so zu tun, als entspräche eine Koalition aus Sozialdemokraten, Grünen und Kommunisten dem Willen der hessischen Bevölkerung.
Das ist wohl der größte Quatsch, den ich lange über die Hessen-Wahl gelesen habe. Die drei Parteien, die für eine Ablösung Kochs standen, haben mehr Stimmen erhalten als die beiden, die für eine Fortsetzung der Koch-Politik standen. Offensichtlicher kann der Wille doch kaum vorhanden sein, eine Regierung abseits des braun-schwarzen Sumpfes der Hessen-CDU zu bilden.
Verfasst: So 9. Mär 2008, 15:43
von Amber Marie Ford
Wobei du unterschlägst, dass die SPD bzw. deren Spitzenkandidatin eine Zusammenarbeit mit der LINKEN während des Wahlkampfes kategorisch ausgeschlossen hat.
Wie kommst du da zu der Behauptung, jeder Hesse, der SPD oder Grüne gewählt hat, habe dies auch mit dem Willen getan, dass diese sich notfalls mit den Kommunisten verbünden?
Wie hätte das Wahlergebnis insbesondere der SPD wohl ausgesehen, hätte Frau Ypsilanti schon im Wahlkampf angekündigt, sich notfalls von linksextremistischen Staatsfeinden zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen?
Verfasst: So 9. Mär 2008, 16:09
von Montgomery Scott
Original von Amber Marie Ford
Wobei du unterschlägst, dass die SPD bzw. deren Spitzenkandidatin eine Zusammenarbeit mit der LINKEN während des Wahlkampfes kategorisch ausgeschlossen hat.
Wie kommst du da zu der Behauptung, jeder Hesse, der SPD oder Grüne gewählt hat, habe dies auch mit dem Willen getan, dass diese sich notfalls mit den Kommunisten verbünden?
Im hessischen Landtag sitzen keine Kommunisten.
Natürlich war es pure Doofheit von Ypsilanti, sich zu diesem kategorischen Nein vor der Wahl drängen zu lassen. Es ist aber nun mal Pficht der Abgeordneten, den Wählerwillen umzusetzen und es ist am Wahlergebnis klar ersichtlich, dass die Wähler des Politikwechsels sich eben nicht auf rot und grün festgelegt haben sondern zu 5,1 Prozent die Linke gewählt haben. Also kommt die SPD nicht an der Linken vorbei.
Wie hätte das Wahlergebnis insbesondere der SPD wohl ausgesehen, hätte Frau Ypsilanti schon im Wahlkampf angekündigt, sich notfalls von linksextremistischen Staatsfeinden zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen?
Die einzigen Staatsfeinde im Hessischen Landtag sind Roland Koch, Christean Wagner und das restliche rechtspopulistische Pack aus der Hessen-CDU, das Grundfeste unseres Rechtsstaats in Frage stellt.
Dem Wahlergebnis der SPD hätte das meiner Meinung nach eher Auftrieb gegeben, weil der Wechsel dann von Anfang an zum Greifen nahe gewesen wäre. Die Weigerung der SPD ist einfach nur kindisch. Ich weiß nicht, wo Du wohnst, aber bei uns in Hessen besteht die Mehrheit der Linken einfach nur aus ehemaligen SPD-Leuten, die sich durch den Wechsel von der Politik von Leuten wie Clement und Schröder abgegrenzt haben.
Verfasst: So 9. Mär 2008, 16:14
von Oliver von Palm
Irrtum. Die Abgeordenten haben die Pflicht, ihrem Gewissen Folge zu leisten. Die SPD soll jetzt gefälligst ihr Wort halten und eben auf die Macht verzichten statt sich mit diesen kommunistischen Teufeln von der Neo-SED zu verbünden.
Verfasst: So 9. Mär 2008, 16:14
von vSzP
Original von Montgomery Scott
das Grundfeste unseres Rechtsstaats in Frage stellt
Der Staat der PDS-Mitglieder ging 1989 unter. Deutschlands Linke haben mit dem heutigen Deutschland nichts zu tun außer das sie - leider - auf deutschen Boden geboren sind und sich wie Maden ernähren und vermehren...
Verfasst: So 9. Mär 2008, 16:42
von Amber Marie Ford
Original von Montgomery Scott
Im hessischen Landtag sitzen keine Kommunisten.
Gelogen!
Der designierte Fraktionsvorsitzende der LINKEN im hessischen Landtag, Willi van Ooyen bezeichnet sich selbst als "Marxist" - und der Marxismus ist eine Strömung des Kommunismus, nicht des angeblich auch bestehenden "demokratischen Sozialismus". LINKE-Fraktionsmitglied Janine Wißler gehört einer trotzkistischen Kadergruppe an. Das macht mindestens zwei Kommunisten im hessischen Landtag, denkt man sie sich weg - wäre auch die rot-rot-grüne Mehrheitweg...
Natürlich war es pure Doofheit von Ypsilanti, sich zu diesem kategorischen Nein vor der Wahl drängen zu lassen. Es ist aber nun mal Pficht der Abgeordneten, den Wählerwillen umzusetzen...
Guten Morgen! In einer Rätediktatur gilt das imperative Mandat, in der parlamentarischen Demokratie ist der Abgeordnete weisungsunabhängig und nur seinem Gewissen unterworfen.
...und es ist am Wahlergebnis klar ersichtlich, dass die Wähler des Politikwechsels sich eben nicht auf rot und grün festgelegt haben sondern zu 5,1 Prozent die Linke gewählt haben. Also kommt die SPD nicht an der Linken vorbei.
Niemand weiß, wie viele SPD-Wähler für die gestimmt haben, und damit eine rot-grüne, rot-gelb-grüne, rot-schwarze bzw. schwarz-rote, oder meinetwegen auch rot-gelbe Koalition erreichen wollten.
Tatsächlich denke ich, dürften diejenigen SPD-Anhänger, die eine Regierungsbeteiligung der LINKEN wollten diese darum auch gewählt haben - so wie in den 90'ern zahlreiche CDU/CSU-Anhänger vor allem in Süddeutschland FDP gewählt haben, um eine schwarz-gelbe Koalition im Bund zu sichern.
Die einzigen Staatsfeinde im Hessischen Landtag sind Roland Koch, Christean Wagner und das restliche rechtspopulistische Pack aus der Hessen-CDU, das Grundfeste unseres Rechtsstaats in Frage stellt.
Die LINKE stellt mit ihrem marxistischen Programm
das Grundfest jedes Rechtsstaates - die Freiheit - in Frage.
Dem Wahlergebnis der SPD hätte das meiner Meinung nach eher Auftrieb gegeben, weil der Wechsel dann von Anfang an zum Greifen nahe gewesen wäre. Die Weigerung der SPD ist einfach nur kindisch.
Ich glaube nicht, dass die Menschen in größerer Zahl nach Weimarer Taktik - "Hauptsache dagegen!" - gewählt hätten. Diese Epoche der deutschen Geschichte hat gelehert, dass wer das Bestehendes umstoßen oder ablösen will, auch eine Alternative bieten können muss. Und mit der LINKEN zu paktieren, ist keine Alternative. Diese Partei ist strukturell und personell als wachsende Gefahr für die Freiheit jedes Einzelnen in Deutschland ernst zu nehmen, kann inhaltlich aber nicht ernstgenommen werden.
Ich weiß nicht, wo Du wohnst, aber bei uns in Hessen besteht die Mehrheit der Linken einfach nur aus ehemaligen SPD-Leuten, die sich durch den Wechsel von der Politik von Leuten wie Clement und Schröder abgegrenzt haben.
Ich lebe in Mecklenburg-Vorpommern, wo ein großer Teil - über dessen genau Größe zu spekulieren wäre unseriös, aber er ist beträchtlich und entsprechend einflussreich - der LINKE-Anhänger so denkt:
"Grundsätzlich war in der 'DDR' alles besser, der Sozialismus war der richtige Weg, die Wiedervereinigung ein Rückschritt. Wir haben eben nur ein paar kleine Fehler gemacht, aber das wissen wir ja jetzt, und machen es beim nächsten Mal eben besser."
Verfasst: So 9. Mär 2008, 17:12
von Konrad Grimm
Original von vSzP
Der Staat der PDS-Mitglieder ging 1989 unter. Deutschlands Linke haben mit dem heutigen Deutschland nichts zu tun außer das sie - leider - auf deutschen Boden geboren sind und sich wie Maden ernähren und vermehren...
Ach. Das übersieht doch, das die Linke-West ein hiesiges Ergebnis ist. All die, die seit dem Verbot der KPD gewartet haben und jetzt eine neue Heimat gefunden haben.
Und die frühesten Wurzeln hat die Linke in der SPD, die die politische Kraft des deutschen Sozialismus war und ist.
Stammbaum der Linken:
Vorgänger: PDS - WASG
Vorgänger PDS: SED
Vorgänger WASG: SPD
Vorgänger SED: KPD - SPD
Vorgänger KPD: SPD
Vorgänger SPD: ADAV
Also im Grunde ist das alles das gleiche, seit dem Deutschen Arbeiterverein 1863. Sozialdemokraten, Sozialisten, Kommunisten - alles eine Familie.
Verfasst: So 9. Mär 2008, 17:18
von Daniel
Naja... da muss ich doch mal als Historiker wiedersprechen.
Dass nun beide das gleiche sind, ist ein bisschen weit hergeholt. Dann könnte ich Dir auch beweisen, dass Du mit Hitler verwandt bist und deshalb das Böse in Person

Verfasst: So 9. Mär 2008, 17:20
von Amber Marie Ford
Wobei man nicht unterschlagen darf, dass die SPD 1918/19 entscheidenden Anteil daran hatte, die Errichtung einer stalinistischen Rätediktatur nach sowjetischem Vorbild - wie von der KPD angestrebt - zu verhindern, und sie auch während der Weimarer Republik konsequent und bis zuletzt, schließlich die einzig verbliebene Verteidigerin des bürgerlich-demokratischen Rechts- und Verfassungsstaates war.
Die Fusion von SPD und KPD in der SBZ wurde von der Sowjetunion befohlen und der KPD erzwungen, wer aus der SBZ-SPD in die die SED kam, hatte dort erst fast nichts und sehr bald schon überhaupt nichts mehr zu melden.
Ich denke, diese Gleichstellung der SPD mit KPD, SED, LINKE usw. tut ihr grob Unrecht - tatsächlich hat sie über lange zeit dazu beigetragen, die bürgerliche Mitte auch gegen Attacken von linker Seite zu verteidigen, und Leute wie Andrea Lügilanti spucken und urinieren aus Machtgier auf die Gräber der großen, antikommunistischen Sozialdemokraten!
Verfasst: So 9. Mär 2008, 17:23
von Rudolf Höhnli
Abgesehen davon, daß schlechte Dinge aus dem Gedächtnis eher verblassen, die Verlierer einer neuen Gesellschaft werden sich immer nach der alten sehnen, wenn es ihnen dort besser ging. Ob es jemandem Besser ging ist keine Frage, ob ein Gesellschaftssystem auch tatsächlich besser war. Ein Freund von mir ist gestorben, weil er in keine Krankenversicherung mehr rein kam. Das wäre ihm in der DDR nicht passiert. Wenn ich ihn im Himmel einmal antreffen werde, habe ich es sicher schwer, ihn davon zu überzeugen, daß das marktwirtschaftliche Kassensystem das bessere ist. Denn daran hat er ja sein Leben verloren. Daß Empfinden der Leute, ist nun einmal da. Es geht nicht dadurch weg, daß man ihnen erklärt, sie hätten Unrecht und seien dumm. Sie seien jetzt zwar arm und würden durch Arbeit auch nicht reicher, aber dafür könnten sie jetzt reisen, wenn sie Geld hätten und sozialkritische Bücher lesen, wenn sie sich dafür interessieren würden. und nun kommen die Parteien und sagen den Linkswählern, euer Wahlwille interessiert uns nicht, denn Ihr seid dumm. Dadurch wird das Zutrauen in die Demokratie der DDR-Nostalgiker wohl besser oder was? Juchhuh, jetzt haben wir Demokratie, unser politischer Wille wird ignoriert. Ich kenne mehrere Leute, die links wählen und nicht einen darunter kenne ich, der die DDR zrück will. Es geht eher um Sachfragen wie Mindestlohn, Rente und Arbeitsrecht, wo allein die Linke ihre Interessen vertritt. Ob diese Politik nun klug ist oder nicht, ist eine völlig andere Frage. Aber jemandem, der die Linke wählt, weil er für Mindestlöhne ist, gegenzuargumentieren, er wolle die DDR zurück, ist Schwachsinn.