Der Staat ist der Feind, denn er ist es doch, der künstliche Konflikte schürt, um die Menschen ungestört ausbeuten zu können.Original von Montgomery Scott
Schön, dass Du ein Einsehen hast
Es ist ja auch nicht so, dass nicht die meisten in diesem Thread deine Kritik auf eine gewisse Weise teilen würden. Gerade die Linken unter uns haben ja irgendwie den Kommunismus als Ideal, in dem es eben keinen Staat gibt. Was ich persönlich aber ablehne, ist eine staatsfeindliche Denkweise, die darauf abzielt, dass der Staat selbst dann als Feind anzusehen ist, wenn er das einzige - wenn auch nicht optimale - Mittel ist, Ausbeutung, Unsolidarität und Konflikthaftigkeit einzugrenzen.
Hobbes irrte als er schrieb, nur der Staat können einen Krieg jedes gegen jeden verhindern. Insbesondere der deutsche Staat orgelt doch mit diabolischer Virtuosität auf der Klaviatur des Ausspielens von Menschen gegen Menschen, er spielt uns alle auf irgendeine Weise gegeneinander aus: Arbeitgeber gegen Arbeitnehmer, junge gegen alte Menschen, Berufstätige gegen Arbeitslose, Inländer gegen Ausländer, Männer gegen Frauen, Eltern gegen Kinderlose, junge Berufstätige gegen Studenten, und immer so weiter. Für den Staat ist gerade eine konfliktgeladene, unsolidarische Gesellschaft eine Bestandsgarantie. Die Menschen sollen sich in ihren Nöten und Ängsten gegen ihre Nachbarn wenden, und nicht gegen ihn.
Dabei ist er es doch, der Arbeitsplätze vernichtet und Menschen die wirtschaftliche Existenzgrundlage entzieht, der arbeitenden Menschen soviel vom Lohn wegnimmt, dass am Ende zu wenig für ein menschenwürdiges Leben übrig bleibt. Im Kapitalismus gibt es keine Armut, nur im Etatismus.
Beispiel Mindestlohndebatte: natürlich ist es beklemmend, sich die Nettolöhne in so mancher Branche anzuschauen - die Nettolöhne eben. Brutto wird gute Arbeit in nahezu aller Regel auch gut entlohnt, das Problem sind nicht geizige Arbeitgeber, sondern der gierige Staat. Und wo tatsächlich ungerechte Löhne gezahlt werden - auch das gibt es, gar keine Frage - haben die Betroffenen keine Möglichkeit, sich dem zu entziehen, denn der andere Arbeitgeber, der sie fair entlohnen würde und zu dem sie in einer freien Wirtschaft wechseln könnten, kann sie Staat sei Dank nicht zu anständigen Bedingungen einstellen, so dringend er ihre Arbeitskraft auch braucht. Wie gesagt, es gibt mancherorts im Arbeitsleben ganz klar, ohne Wenn und Aber Ausbeutung - aber der Staat ist nicht der Helfer der Ausgebeuteten, er ist der Komplize der Ausbeuter!
Was nutzt mehr Brutto dank gesetzlichem Mindestlohn, wenn am Ende dank Steuern und Abgaben weniger Netto übrig bleibt? Deutschland ist ein Lohnsteuerstaat, die zweitschwächsten der Gesellschaft (nach Personen ohne steuerpflichtige Einkünfte) finanzieren den Löwenanteil der Verschwendung und Korruption des Staates, seiner Systeme und Funktionäre.
Beispiel gesetzliche Krankenversicherung: von jedem Euro, den dort Versicherte einzahlen, fließen nur 33 (oder meinetwegen waren es auch 34) Cent in Leistungen für Versicherte - den Rest reißen sich die verbeamteten Funktionäre der Kassen und ihre Apparate unter den Nagel. Folge: der erkrankte Geringverdiener, der zwischen 13 und 15% seines Lohnes an seine Kasse abführen muss, muss z. B. in der Apotheke ärztlich verordnete, aber nicht rezeptpflichtige Medikamente voll selbst bezahlen, zu rezeptpflichtigen Medikamenten zwischen 5 und 10 Euro zuzahlen. 19%, also fast ein Fünftel der Summe die er in Apotheke lässt, kassiert der Staat. Man nennt es Märchensteuer...
Und da ist der Staat für dich ernsthaft ein, wenn auch deiner Aussage nach nicht optimales, Mittel gegen Ausbeutung?
Mein Mittel gegen Ausbeutung: den Staat abschaffen!
