Seite 13 von 15

Verfasst: Di 27. Mai 2008, 21:17
von Rainer Zufall
Original von Konrad Grimm

Wer dauerhaft in diesem Land leben möchte, von dem kann und muss man verlangen, dass er sich alltagstauglich in der deutschen Sprache verständigen kann und die Werteordnung des Grundgesetzes akzeptiert. Ich habe da überhaupt kein Problem damit, das so zu vertreten, dazu stehe ich.
Momentele mal! "Der deutschen Sprache mächtig sein" und die FDGO akzeptieren ist doch nicht für dich gleich "deutsche Leitkultur"? Ich würde sagen, daß die ersten beiden Punkten auch von einem Großteil der politischen Linken mitgetragen würden.

Verfasst: Di 27. Mai 2008, 21:19
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm
Das hast Du gesagt, nicht ich.
Stimmt, Du hast nur gesagt, man kann und muss es verlangen. Also in den Knast mit all den Verfassungsuntreuen.

Verfasst: Di 27. Mai 2008, 21:25
von Konrad Grimm
Original von Rainer Zufall
Momentele mal! "Der deutschen Sprache mächtig sein" und die FDGO akzeptieren ist doch nicht für dich gleich "deutsche Leitkultur"? Ich würde sagen, daß die ersten beiden Punkten auch von einem Großteil der politischen Linken mitgetragen würden.
Nichts anderes aber ist die deutsche Leitkultur. Ich zitiere Friedrich Merz:

"Ausländer, die hier leben wollen, müssen sich an das Grundgesetz halten und die Gesetze achten. Zwingend ist, dass sie Deutsch lernen und unsere Sitten, Gebräuche und Gewohnheiten akzeptieren."

Verfasst: Di 27. Mai 2008, 21:29
von Montgomery Scott
Und ich zitiere Ede Stoiber:

"Wir wollen, dass die christlich-abendländische Kultur die Leitkultur bleibt, und nicht aufgeht in einem Mischmasch."

Und Ronald Pofalla meint mit dem Begriff Leitkultur, Ausländer müssten "sich vertraut machen mit der Geschichte und Tradition unserer Nation."

Verfasst: Di 27. Mai 2008, 21:33
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
"Wir wollen, dass die christlich-abendländische Kultur die Leitkultur bleibt, und nicht aufgeht in einem Mischmasch."
Ist für mich nicht gleichbedeutend mit der deutschen Leitkultur. Außerdem habe ich ja gesagt, was ich damit meine, und was Friedrich Merz damit gemeint hat, der diesen Begriff geprägt hat.
Und Ronald Pofalla meint mit dem Begriff Leitkultur, Ausländer müssten "sich vertraut machen mit der Geschichte und Tradition unserer Nation."
Schadet auch nicht. Verlangen wir ja von jedem deutschen Schüler auch.

Verfasst: Di 27. Mai 2008, 21:33
von Rainer Zufall
Das mit der FDGO ist ein Gebot der Rechtsstaatlichkeit,
das mit der Sprache ein Gebot der Praktikabilität und Integration,
der ganze kulturelle Quark ist nichts anderes als Ignoranz.

Verfasst: Di 27. Mai 2008, 21:39
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm
Ist für mich nicht gleichbedeutend mit der deutschen Leitkultur. Außerdem habe ich ja gesagt, was ich damit meine, und was Friedrich Merz damit gemeint hat, der diesen Begriff geprägt hat.
Geprägt hat diesen Begriff Bassam Tibi. Und der hat damit eine bereits existierende Debatte über gesellschaftliche Werte beschrieben. Und da ging es eben nicht um eine nationale Leitkultur, sondern um eine europäische.

Und auch Merz hat mit diesem politischen Schlagwort mehr als die FDGO gemeint. Er hat sich damit ausdrücklich gegen Multkulturalismus gewandt und nicht nur gegen antidemokratische Einstellungen.
Schadet auch nicht. Verlangen wir ja von jedem deutschen Schüler auch.
Dann geh mal auf die Straße und frag eine Hand voll Deutscher.

Verfasst: Di 27. Mai 2008, 22:26
von Montgomery Scott
Die Berliner Zeitung hat die Debatte seinerzeit auf den Punkt gebracht:
Den Begriff "Leitkultur" will sie [Merkel] mit Inhalt füllen. Darauf darf man gespannt sein. Denn Merz Leitkultur hat einen doppelten Boden. Vordergründig geht es um die Frage (und damit schließt sich der Kreis zur Zuwanderungsdebatte), welche Voraussetzungen Ausländer erfüllen müssen, wollen sie auf Dauer in Deutschland bleiben. Merz Antwort lautet schlicht: Sie müssen das Grundgesetz beachten, die Stellung der Frau in unserer Gesellschaft akzeptieren und die deutsche Sprache sprechen. Das sind Allgemeinplätze, auf die man sich auch ohne "Leitkultur" schnell verständigen kann.
Der Begriff Leitkultur ist überflüssig, es sei denn, man will subtilen Nationalismus mittransportieren.

Verfasst: Di 27. Mai 2008, 22:32
von Konrad Grimm
Wie schön, dass die BZ besser zu wissen meint als Merz, was Merz gemeint hat...

Verfasst: Di 27. Mai 2008, 22:37
von Montgomery Scott
Original von Konrad Grimm
Wie schön, dass die BZ besser zu wissen meint als Merz, was Merz gemeint hat...
Dass es entweder Nationalismus oder nationalistischer Populismus war, ist doch offensichtlich. Der Begriff "Leitkultur" ist inhaltsleer. Wenn es nur um demokratisch-freiheitliche Grundwerte und eine Amtssprache ging, könnte man noch lange nicht von einer "Kultur" reden, die da eine Leitfunktion übernimmt. Alles andere, was so eine Kultur sonst noch ausmacht, muss sich der geneigte Hörer selbst denken.