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Verfasst: Sa 24. Jan 2009, 15:47
von Montgomery Scott
Original von Kreittmayr
Wo ist die große Koalition denn wirtschaftsliberal?
Selbstverständlich nur, solange die wirtschaftliche Entwicklung stimmt. Sobald es keine Alternative mehr gibt, wird dann auf Kosten der Allgemeinheit interveniert.
Eine wirtschaftsliberale Regierung würde soetwas unter keinen Umständen tun. Sie würde sich aus dem Markt raushalten und die Unternehmen, die pleite sind, auch pleite gehen lassen. Marktbereinigung.
Damit würden aber im vorliegenden Fall so einige Märkte in weiten Teilen von Anbietern und Nachfragern bereinigt ;)

Verfasst: So 25. Jan 2009, 00:45
von Konrad Grimm
Original von Kreittmayr
Macht Sinn. Wie siehts aus mit dem Thema Inflationsgefahr?
Angesichts der Asset-Deflation - Hauspreise runter, Öl runter, Rohstoffe runter - ist bisher auf beiden Seiten des Atlantiks keine in Sicht.

Verfasst: So 25. Jan 2009, 00:50
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
Wie führt denn die wirtschaftsliberale Mitte uns wieder aus der Krise? Indem sie eben mal ein paar hundert Millarden Euro Steuergelder schnürt, die wir erst noch erarbeiten und entrichten müssen
Pfff... Glaubst Du im Ernst, dass die Staatsverschuldung jemals zurückgezahlt wird? Die Politik weiss genau, dass das Schiff sinkt, unrettbar. Was sie jetzt tun ist nur noch die Party solange es geht am Laufen zu halten. Die Titanic geht unter, die Kapelle spielt weiter.

Lass sie doch die letzten Seiten in ihrem Scheckbuch noch aufbrauchen. Die derzeitige Staats- und Wirtschaftsordnung ist erledigt.

Verfasst: So 25. Jan 2009, 15:36
von Konrad Grimm
TV-Tipp: Heute 0:25 Uhr, ZDF-Nachtstudio "Erklär mir die Welt des Geldes"

u.a. mit dem wissenschaftlichen Begründer des Debitismus, Prof. Gunnar Heinsohn ("Eigentum, Zins und Geld"), sowie dem "Krisen-Propheten" Prof. Max Otte ("Der Crash kommt")

Verfasst: So 25. Jan 2009, 16:15
von Kreittmayr
Original von Montgomery Scott
Selbstverständlich nur, solange die wirtschaftliche Entwicklung stimmt. Sobald es keine Alternative mehr gibt, wird dann auf Kosten der Allgemeinheit interveniert.
Dann ist sie aber nicht wirtschafsliberal. Als wirtschaftsliberal kann man sie nur qualifizieren, wenn sie es _aus Prinzip_ also immer und unbedingt ist.

Verfasst: So 25. Jan 2009, 18:24
von Konrad Grimm
Hurra, der Staat rettet wieder: Diesmal die Conti-Schaeffler-Gruppe.

Ja, Schaeffler, das war doch dieses fränkische Familienunternehmen, auf das die deutsche Politik so stolz war, weil diese bodenständigen Mittelständler den DAX-Konzern Continental kaufen konnten, diese Vorbilder an wirtschaftlicher Solidität, dieser - kreditfinanzierte Hedgefonds, der jetzt pleite ist.

Es soll dem Politiker der Arm abfallen, der zulässt, dass Frau Schaeffler der Antrag auf ALG II erspart bleibt.

Und schon wieder gibt es zudem einen hübschen Vorschlag des Ex-Notenbankers Prof. Buiter von der London School of Economics. Der schlägt nunmehr vor, die Amis sollen doch den Blödsinn mit der Stimulierung des Binnenkonsums lassen - und statt dessen ruft er laut: "Mr Bernanke, Notenpresse marsch, marsch!": “Expansionary monetary policy is the only instrument available to the authorities that will both boost the US economy and correct its external imbalance”.

Verfasst: So 25. Jan 2009, 19:12
von Montgomery Scott
Original von Kreittmayr
Dann ist sie aber nicht wirtschafsliberal. Als wirtschaftsliberal kann man sie nur qualifizieren, wenn sie es _aus Prinzip_ also immer und unbedingt ist.
Dann wäre das aber doch eine sehr schlechte politische Idee, da sie doch im vorliegenden Fall in einen Zusammenbruch der Volkswirtschaft führen würde.

Verfasst: So 25. Jan 2009, 19:35
von Hin Ten-An
Original von Konrad Grimm
TV-Tipp: Heute 0:25 Uhr, ZDF-Nachtstudio "Erklär mir die Welt des Geldes"
oder hier gucken

Verfasst: So 25. Jan 2009, 19:36
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
Dann wäre das aber doch eine sehr schlechte politische Idee, da sie doch im vorliegenden Fall in einen Zusammenbruch der Volkswirtschaft führen würde.
Die Wirtschaft ist so und so hin: Entweder die Realwirtschaft, weil der globale Schuldenberg eingetrieben wird und dabei ein Schuldner nach dem anderen bankrott macht, inklusive der Staaten; oder die Geldwirtschaft, weil die Währung abgewertet wird.

Verfasst: So 25. Jan 2009, 23:26
von Kreittmayr
Original von Montgomery Scott
Dann wäre das aber doch eine sehr schlechte politische Idee, da sie doch im vorliegenden Fall in einen Zusammenbruch der Volkswirtschaft führen würde.
Abgesehen davon, dass es ohne vorherige staatliche Intervention in das Geldwesen und den Immobilienkreditmarkt ohnehin nicht soweit gekommen wäre, heilt man eine Vergiftung sicherlich nicht dadurch, dass man dem Patienten noch mehr Gift verabreicht. Die Wirtschaft hat sich nun einmal künstlich und ungesund aufgebläht, und nun müssen die ganzen kranken Strukturen liquidiert werden. Und das ist eben schmerzhaft.