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Verfasst: Mo 26. Sep 2011, 18:32
von Heinrich Julius von Jagonburg
Das klingt doch soweit sinnig.
Verfasst: Mo 26. Sep 2011, 18:55
von Klaus Quistorp
In Albernia gibt es deshalb keine "Quellen" zu Roldem, weil Albernia sich nicht für die Ausgestaltung anderer MNs zuständig fühlt. Dort verfährt man nach dem Motto: Wir waren eine große Kolonialmacht (weil wir in dieser Microwelt eben die Rolle Großbritanniens simulieren), und wenn eine andere MN in ihrer Geschichte und Kultur auf uns Bezug nehmen möchte, kann sie das gerne tun und ggf. die Details mit uns klären.
Am sinnvollsten geht man bei historischer MN-Ausgestaltung so vor, dass man sich zunächst anschaut, was man in der Gegenwart vorfindet, und dann rückblickend eine plausible Erklärung dafür findet, wie es dazu gekommen ist.
In der Gegenwart finden wir ein Roldem vor, das in seiner Ausgestaltung überwiegend "angelsächsisch" geprägt ist und fast gar keine "deutschen" Kulturelemente aufweist (von den Namen einzelner Bürger mal abgesehen). Es steht aber fest, dass dieses Roldem bis zum Jahr 2000 Kolonie einer "preußischen" MN gewesen und gemeinsam mit ihr der Union beigetreten ist.
Was ist nun die plausiblere Erklärung: Dass Roldem sehr lange albernische Kolonie war und erst relativ spät von Imperia erworben wurde, so dass die "preußische" Kultur dort wenig Einfluss erlangen konnte - oder, dass der Landstrich zunächst von Imperia, dann von Albernia, dann wieder von Imperia kontrolliert wurde und schließlich Autonomie erlangt hat, und mit jedem Wechsel der Machtverhältnisse ein drastischer Kulturbruch stattgefunden hat? Ich meine: Ganz klar die erste Version.
Im Sinne eines stimmigen Gesamtbildes sollte man sich nicht scheuen, mal eine Jahreszahl unter den Tisch fallen zu lassen (in diesem Fall: 1619), die vor Jahren niedergeschrieben wurde, als alle beteiligten MN-Gebilde noch nicht so detailreich ausgestaltet waren.
Imperias Geschichte wird dadurch nicht weniger glorreich, dass es als denzentral organisierte Landmacht eben nicht von Anfang an ins Kolonialgeschäft einsteigen konnte - es gibt genug andere MNs, die diese Rolle plausibler ausfüllen. Sie wird höchstens besser und in sich stimmiger, indem man unrealistische Szenarien streicht.
Verfasst: Mo 26. Sep 2011, 19:13
von Marenus Luther
Original von Klaus Quistorp
Landstrich zunächst von Imperia, dann von Albernia, dann wieder von Imperia kontrolliert wurde und schließlich Autonomie erlangt hat, und mit jedem Wechsel der Machtverhältnisse ein drastischer Kulturbruch stattgefunden hat? Ich meine: Ganz klar die erste Version.
Vielleicht habe ich mich misverständlich ausgedrückt. Es geht nicht um eine echte Kontrolle sondern um einen Vorgang, der für später einen Vorwand liefern konnte. Sprich um einen formalen Akt.
Eine wichtige Beziehung zwischen Roldem und Imperia gibt es jedoch immer noch: Der Glauben ist nach Geschichtsschreibung Imperianisch-Reformiert (in verschiedenen Ausprägungen).
Verfasst: Mo 26. Sep 2011, 19:26
von Thomas Hooks
Wobei der sich mit der Benediktinischen Kirche in der Waage halten sollte. Dieser ist an die Mormonen angelegt, aber auch nicht großartig ausgestaltet. Da hatte ich jemanden, der sich darum kümmern wollte, ich müsste ich ihn darauf mal ansprechen.
Verfasst: Mo 26. Sep 2011, 19:28
von Klaus Quistorp
Original von Marenus Luther
Eine wichtige Beziehung zwischen Roldem und Imperia gibt es jedoch immer noch: Der Glauben ist nach Geschichtsschreibung Imperianisch-Reformiert (in verschiedenen Ausprägungen).
Die Roldemians sind nur zu 20% imperianisch-reformiert, zu 20% benediktinisch-episkopalisch (das ist eine von einem Mitglied der Montary-Familie gegründete protestantische "Sekte" - ohne jemand zu nahe treten zu wollen

), zu 35% katholisch und zu 20% Anhänger anderer Glaubensrichtungen.
Siehe auch
dieser Artikel, der auch einen etwas ausführlicheren Abriss zur Kolonialgeschichte Roldems bietet.
Aber imperianisch-reformiert ist ein gutes Stichwort: Die Ausgestaltung Imperias als "Mutterland der Reformation" könnte in der Tat mal etwas mehr Aufmerksamkeit erfahren.
Verfasst: Mo 26. Sep 2011, 19:36
von Hajo Poppinga
Original von Klaus Quistorp
Aber imperianisch-reformiert ist ein gutes Stichwort: Die Ausgestaltung Imperias als "Mutterland der Reformation" könnte in der Tat mal etwas mehr Aufmerksamkeit erfahren.
Das Mutterland der Reformation sind nach meinem Verständnis die Hullande.

Verfasst: Mo 26. Sep 2011, 19:39
von Klaus Quistorp
Original von Hajo Poppinga
Das Mutterland der Reformation sind nach meinem Verständnis die Hullande.
Calvinisten hinten anstellen, die Lutheraner waren zuerst da.
Die Reformation ist im Kontext dieser Diskussion auch deshalb wichtig, weil sie die Konflikte mit dem überwiegend katholisch gebliebenen Freistein verschärft haben dürfte.
Verfasst: Mo 26. Sep 2011, 19:47
von Heinrich Julius von Jagonburg
Man müsste sich darüber einigen, ob die imperianische Reformation eher mit der Reformation Luthers oder der Anglikanischen Reformation zu vergleichen ist, wobei natürlich auch Mischformen möglich sind.
Verfasst: Mo 26. Sep 2011, 19:51
von Hajo Poppinga
Original von Klaus Quistorp
Calvinisten hinten anstellen, die Lutheraner waren zuerst da.
Die Reformation ist im Kontext dieser Diskussion auch deshalb wichtig, weil sie die Konflikte mit dem überwiegend katholisch gebliebenen Freistein verschärft haben dürfte.
Interessant wäre ja dann auch, ob es eine dem "cuius regio, eius religio" vergleichbare Regelung gegeben hat.
Verfasst: Mo 26. Sep 2011, 20:00
von Klaus Quistorp
Ich würde die imperianische Reformation als lutherische, also als "von unten" initiierte und erst später von der Obrigkeit "gekaperte" Reformation interpretieren und ihre Verbreitung im Volk und bei einem Teil des Adels zum Anlass nehmen, die politische Einigung und Zentralisierung Imperias in der Frühen Neuzeit zu erklären:
Seit dem Spätmittelalter (1366) ist Imperia ja eine Wahlmonarchie mit einem eher schwachen Kaiser an der Spitze und großer Autonomie der Herzöge, Fürsten und freien Städte. Von diesen Reichsständen werden im 16. Jahrhundert einige reformiert (darunter auch die Jagonburger), andere bleiben katholisch und versuchen, den neuen Glauben zu unterdrücken. Schließlich kommt es zum Religionskrieg, aus dem die protestantische Partei unter Führung der Jagonburger siegreich hervorgeht (auch, weil das Volk tendentiell auf Seiten der Reformation steht). Erstmals wird mit einem Jagonburger ein Protestant zum Kaiser gewählt. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts gelingt es dem Kaiser, der seine Machtbasis durch Einziehung des ganzen katholischen Kirchenguts enorm verbreitern konnte, das Kaisertum erblich zu machen und auch die Mitsprache der Stände zunehmend zurückzudrängen, so dass ab Mitte des 17. Jahrhunderts von einer Phase des Absolutismus gesprochen werden kann.