Verfasst: So 13. Mär 2011, 16:05
Ja, sollen sie. Japan ist buchstäblich am anderen Ende der Welt. Solange es nicht zum GAU kommt, was nach meinem aktuellen Stand niemand mit Ahnung befürchtet, werden aus diesem Vorfall keine Konsequenzen in Deutschland notwendig werden. Oder erwarten wir Erdbeben und Tsunamis in Brunsbüttel? Das ist purer Aktionismus, jeder weiß das und es gibt schlicht keinen Grund, Merkel und Co. in dieser Sache zu verteidigen.
Deutsche Medien tun (durch die Bank, hat gestern eine kurze Sichtung ergeben) so, als sei Kernschmelze gleich Kernschmelze. So einfach ist es nicht, aber eine sachliche Berichterstattung zu diesem Thema ist so, als hätte man das bei Guttenberg erwartet. Ein Vorfall bedeutet nicht unbedingt einen GAU. Natürlich ist die Lage ernst, aber wenn "nur" 160 Menschen (19 stark, 141 schwach) betroffen sind, von denen derzeit nur drei Krankheitssymptome zeigen, dann halte ich das vor dem Hintergrund der vermutlich mehr als 10.000 Toten in Minamisanriku für einen Fall, in dem man Maßstäbe anlegen sollte.
Zum Thema "Tsunamis": Das Erdbeben fand in einem Gebiet statt, in dem es in der Vergangenheit seismologisch nur sehr wenig Aktivität zu verzeichnen gab; die stärksten Aktivitäten finden in der Regel südlich von Tokio statt. Nebenbei bemerkt ist das Meerwasser in dieser Situation zwar nicht perfekt (weil es den Reaktor beim Einspeisen ruiniert), aber zum Kühlen hervorragend geeignet, insofern sind solche Dinge eine Abwägungsfrage.
Sind AJE, BBC und NYT perfekt? Natürlich nicht. Sind sie deutschen Medien - und das kann man durchaus verallgemeinern - in nahezu jeder Hinsicht (Aktualität, Kontext, Multimedialität, Objektivität, Qualität, Umfang) massiv überlegen? Ähm, selbstverständlich (jedenfalls solange man nicht an die kapitalistisch-militaristische Weltverschwörung der Klima-, Menschen- und Seltene-Arten-Killer glaubt).
Deutsche Medien tun (durch die Bank, hat gestern eine kurze Sichtung ergeben) so, als sei Kernschmelze gleich Kernschmelze. So einfach ist es nicht, aber eine sachliche Berichterstattung zu diesem Thema ist so, als hätte man das bei Guttenberg erwartet. Ein Vorfall bedeutet nicht unbedingt einen GAU. Natürlich ist die Lage ernst, aber wenn "nur" 160 Menschen (19 stark, 141 schwach) betroffen sind, von denen derzeit nur drei Krankheitssymptome zeigen, dann halte ich das vor dem Hintergrund der vermutlich mehr als 10.000 Toten in Minamisanriku für einen Fall, in dem man Maßstäbe anlegen sollte.
Zum Thema "Tsunamis": Das Erdbeben fand in einem Gebiet statt, in dem es in der Vergangenheit seismologisch nur sehr wenig Aktivität zu verzeichnen gab; die stärksten Aktivitäten finden in der Regel südlich von Tokio statt. Nebenbei bemerkt ist das Meerwasser in dieser Situation zwar nicht perfekt (weil es den Reaktor beim Einspeisen ruiniert), aber zum Kühlen hervorragend geeignet, insofern sind solche Dinge eine Abwägungsfrage.
Sind AJE, BBC und NYT perfekt? Natürlich nicht. Sind sie deutschen Medien - und das kann man durchaus verallgemeinern - in nahezu jeder Hinsicht (Aktualität, Kontext, Multimedialität, Objektivität, Qualität, Umfang) massiv überlegen? Ähm, selbstverständlich (jedenfalls solange man nicht an die kapitalistisch-militaristische Weltverschwörung der Klima-, Menschen- und Seltene-Arten-Killer glaubt).
