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Verfasst: Sa 20. Mär 2010, 20:10
von Damian Fuller
Wichtig ist auch den möglichen 'crack up boom' und das 'Ende der Geschichte' zu beachten. Denn es kann nur zurück gehen und vorwärts, wenn es auch zurück bzw. vorwärts geht. Ob das alles einen Sinn macht? Nein. Wer nicht an eine göttliche Ordnung glaubt kann nur eine Form eines Absurdisten sein.
Verfasst: Sa 20. Mär 2010, 20:24
von Hans Sack
Original von Richard Stresemann
Was denn?
Das die Welt ist wie sie eben ist.
Verfasst: Sa 20. Mär 2010, 22:37
von Palin Waylan-Majere
Original von Hans Sack
Das die Welt ist wie sie eben ist.
So ne Tautologie ist schon praktisch, ne?
Zum Thema: ich finde es Traumfängerei, sich ernsthaft mit der Zukunft von Politik und Gesellschaft für ein ganzes Jahrhundert zu beschäftigen.
Verfasst: So 21. Mär 2010, 12:24
von Richard Stresemann
Zukunftsprognosen können im Grunde nur auf der Extrapolation bestehender Trends basieren. Sie alle haben das Problem des - ich hasse es, dieses Wort gebrauchen zu müssen, weil es in aller Munde ist - Schwarzen Schwans, der unvorhergesehenen Entwicklung, die alle alten Prognosen über den Haufen wirft.
Aktuell können wir nur feststellen, dass es bestimmte Entwicklungen gibt, die in der einen oder anderen Weise Einfluss auf unsere Zukunft nehmen werden. Vorrangig scheinen mir hier zu nennen die Überalterung und Schrumpfung der (weißen) Bevölkerung in den westlichen Industriestaaten, weiterhin die nicht zu bewältigende Schuldenlast, die auf dieser alternden Gesellschaft liegt, die Demokratiemüdigkeit und Politikverdrossenheit, das Aufkommen neuer Religiosität und Ersatz-Religiosität im post-ideologischen Zeitalter, die gleichzeitige Bevölkerungsexplosion in der islamischen Welt und in Schwarzafrika - dort aber bisher noch wirksam durch Siechen, Seuchen und Hungersnöte gebremst -, darüber hinaus der kommende Peak Oil und der Rückgang der natürlichen Ressourcen, die zunehmende Knappheit bei Energie, Nahrung und Wasser, die Globalisierung der Wirtschaft, mit der die Globalisierung der Politik nicht Schritt hält, die Umweltzerstörung, eine möglicherweise weiter voranschreitende Erderwärmung und der damit verbundenen Probleme.
Backe ich mir aus all diesen Faktoren eine Zukunft, scheint sie mir ein düsterer Ort, in der auch Deutschland zum Failed State mutieren wird, ein System, das nur noch vordergründig der Demokratie huldigt, die aber zur bloßen Operette verkommen ist (Tendenzen, die heute längst offensichtlich sind, vor allem im europäischen Pseudo-Parlamentarismus und Kommissions-Absolutismus), ein Staat, der gleichzeitig machtlos und autoritär erscheinen wird, der die Steuerung der Gesellschaft aufgibt und sich als Überwachungsstaat auf die brutale Sicherung des eigenen Überlebens beschränken wird, mit allgegenwärtiger Korruption. Die Grenzen zwischen Konzernen und organisiertem Verbrechen werden derweil weiter verschwimmen. Die wirtschaftlichen Eliten werden sich in eigenen Villenvierteln verschanzen, geschützt durch private Sicherheitsdienstleister, so wie das heute schon in Südamerika und -afrika üblich ist, während immer größere Teile der Gesellschaft in einer prekären und hoffnungslosen Welt des Verfalls hausen werden, terrorisiert von ausufernder Bandenkriminalität und bürgerkriegsähnlichen Zuständen.
Die Zivilisation bricht zusammen, wie jede Ordnung es stets muss, "denn alles was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht".
Vielleicht (wahrscheinlich?) kommt aber auch alles anders.
Verfasst: So 21. Mär 2010, 12:56
von Heinrich Julius von Jagonburg
"denn alles was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht".
Was für ein dämlicher Satz, wo ist der her? Alles was entsteht geht zugrunde, sonst wäre es nicht entstanden.
Verfasst: So 21. Mär 2010, 13:09
von Cik Czaikowski
Original von Heinrich Julius von Jagonburg
Alles was entsteht geht zugrunde, sonst wäre es nicht entstanden.
Entweder der Satz enthält eine große Erkenntnis. Oder Du hast den Unterschied zwischen Feststellung und Wertung nicht verstanden.
Oder Du bist einfach nur ein mürrischer Grantler.
Verfasst: So 21. Mär 2010, 13:21
von Heinrich Julius von Jagonburg
Original von Cik Czaikowski
Entweder der Satz enthält eine große Erkenntnis. Oder Du hast den Unterschied zwischen Feststellung und Wertung nicht verstanden.
Oder Du bist einfach nur ein mürrischer Grantler.
Die Erkenntnis hinter dem Satz ist, dass es nichts gibt, dass inhärent existiert und folglich nichts da ist, dem man einen Wert beimessen könnte. Wenn es nicht inhärent existiert, dann sind auch der Prozess des Entstehens und Vergehens voneinander abhängig und folglich obsolet.
Verfasst: So 21. Mär 2010, 13:39
von Cik Czaikowski
Original von Heinrich Julius von Jagonburg
Wenn es nicht inhärent existiert, dann sind auch der Prozess des Entstehens und Vergehens voneinander abhängig und folglich obsolet.
Hm.

Verfasst: So 21. Mär 2010, 13:49
von Palin Waylan-Majere
Original von Heinrich Julius von Jagonburg
Was für ein dämlicher Satz, wo ist der her?
Aus Goethes Feder. Der Satz kommt in "Faust" vor:
Ich bin der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht, denn alles, was entsteht, ist wert, daß es zugrunde geht; Drum besser wär's, daß nichts entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz, das Böse nennt, mein eigentliches Element.
Verfasst: Mo 22. Mär 2010, 10:39
von Hans Sack
Da fällt mir ein Nettes Lied ein.
http://www.youtube.com/watch?v=-bYMM8OR85o
Die AMV ist auch nicht schlecht ^^