Seite 2 von 2
Verfasst: Di 17. Nov 2009, 12:38
von Stigman
Original von Palin Waylan-Majere
Der meiner Meinung nach beste Artikel dazu kam von den
11 Freunden.
Der ist wirklich gut.
Verfasst: Di 17. Nov 2009, 12:50
von Fiete Schulze
Original von Richard Stresemann
Naja. Der Tod von Enke ist sicher eine Tragödie, das Maß an Aufmerksamkeit, die ihr zuteil geworden ist, aber weit überzogen. Enke war nicht Franz Beckenbauer und nicht Horst Köhler. Er war ein überdurchschnittlicher Fußballspieler mit acht Einsätzen für das Team des Deutschen Fußballbunds.
.
Vielleicht war seine Durchschnittlichkeit ja auch der Auslöser für die Anteilnahme? Vielleicht auch seine Bescheidenheit, Freundlichkeit oder Menschlichkeit gegenüber seinen Mitmenschen? Vielliecht sein Leidensweg mit dem Tod seiner kleinen Tochter, seiner Krankheit und dem Schock der Leute über den plötzlichen Freitod von Robert Enke?
Vielleicht weil viele in dieser Person die eigenen Schwächen erkannt haben oder gleiche Ereignisse in der eigenen Familie statt finden oder fanden?
Oder vielleicht die Mischung aus Allem?
Vielleicht hat gerade auch sein Tod die Menschen aufgerüttelt in einer Gesellschaft in der jeder Mensch wie ein Roboter funktionieren soll, endlich mal wieder auf die Mitmenschen zu achten? Auch mal hinter die Fassade schauen von meinem Gegenüber?
Vielleicht zählte in diesem Fall mal nicht die Anzahl der Einsätze in der Nationalmannschaft, nicht die Titel und Erfolge - Vielleicht war die Tragödie hinter einem unser Mitmechen der Auslöser für diese große Anteilnahme.
Denk mal drüber nach.
Verfasst: Di 17. Nov 2009, 13:33
von Richard Stresemann
Original von Fiete Schulze
Denk mal drüber nach.
Es ist noch keine vier Wochen her, dass sich meine Cousine auf exakt dem gleichen Weg das Leben genommen hat wie Enke. Wie bei Selbsttötungen üblich hat darüber nicht einmal der Polizeibericht der Lokalpresse auch nur ein Wort verloren. Auch ein tragisches Schicksal. Aber auch hier gilt, wie bei Enke und jedem anderen, der sich zum Suizid entscheidet: Worüber man nicht sprechen kann, darüber soll man schweigen. Der im obigen Artikel so zitierte Wittgenstein hat eine der klügsten Regeln überhaupt aufgestellt.
Ein Mensch ist in seiner ganzen Einzigartigkeit unwiederbringlich gegangen. Er wird seine Gründe gehabt haben. Dazu gibt es nichts zu sagen, vor allem nicht für Verbands- und Vereinsapparatschiks und berufsmäßig betroffene Politiker.
Verfasst: Di 17. Nov 2009, 13:37
von Joeli Veitayaki
Das Wort "Mitgefühl" ist in unserer immer mehr verindividualisierenden Gesellschaft (eigentlich eine Kombination von zwei sich gegenseitig ausschließenden Worten - Individuum und Gesellschaft) bald ein Thema im Leistungkurs Deutsch. Bald schaut jeder nur noch nach sich!
Vielleicht hat das die Leute aufgerüttelt? Wenn auch nur für ein oder zwei Wochen.
Verfasst: Di 17. Nov 2009, 13:42
von Richard Stresemann
Original von Joeli Veitayaki
Vielleicht hat das die Leute aufgerüttelt? Wenn auch nur für ein oder zwei Wochen.
Jaja. Bis die Medien die nächste Sau durch's Dorf treiben eben. Heute Mitgefühl, morgen Panik, übermorgen Euphorie - medial gesteuerte Massenpsychosen.
Verfasst: Di 17. Nov 2009, 13:45
von Joeli Veitayaki
Menschen wie Enke taugen als positives Vorbild besser, weil sie zeigen, dass man alleine gewisse Situationen nicht durchstehen kann.
Wo landen all die Superstars, die mit dem Druck der Öffentlichkeit nicht zurecht kommen?
In der Klappse, an der Nadel, an der Flasche, im Leichenschauhaus.....
Gibt genügend Musiker und Schauspieler die hier als Beispiel aufgezählt werden könnten.
Jeder wählt den Weg, den er bereit ist zu gehen. Der Tod der Cousine von Richard ist genauso tragisch wie Enkes Tod. Nur Enke stand in der Öffentlichkeit und dadurch noch unter größerem Druck, ein gutes Vorbild zu sein. Dadurch wurde iohm bzw. seinem Tod mehr Aufmerksamkeit zu teil. Und somit für eine breitere Öffentlichkeit die Chance in ihrem eigenen kleinen Lebensbereich umzudenken.
Verfasst: Di 17. Nov 2009, 13:47
von Richard Stresemann
Das hat nichts mit Leistungsdruck zu tun. Es ist alles eine Frage, wie man damit umgeht.
Verfasst: Di 17. Nov 2009, 13:54
von Sven Wenzel
Man kann ganz allgemein sowieso darüber streiten, wie und ob überhaupt die Medien über Suizide berichten sollen.
Hier nachzulesen.