Original von Peter Wickel
Das sind ja sehr weitreichende Ziele. Wenn Sie zum Beispiel die Exekutive verschlanken wollen: wie wollen Sie zum Beispiel Einfluss auf den Unionskanzler ausüben, dass er sein Kabinett - ich sage mal - verschlankt?
Eine zweite Frage, Herr von Blomkohl Cullen: haben Sie vor zu einer weiteren Reformrunde einzuladen, diesmal unter der Ägide des Unionspräsidenten?
Und noch eine dritte Frage: wie sehen Sie die Rolle des Unionspräsidenten als eigenständige Instanz zwischen den Staatsorganen oder sein Verhältnis zu den Bürgern, wenn Sie sagen, sie wollen ein Mentor der Politik sein und die Bürger fit machen?
Zu ihrem ersten Punkte: Also, mir schwebt ein präsidiales System vor Augen, wo nach das Amt des Unionskanzlers mit dem des Präsidenten zusammen geführt wird, oder halt andersrum. Auf jeden Fall, dass es eine stärkere Regierung gibt. Gleichzeitig aber stärkere Prüfungsgewalt ausgehend von den beiden Kammern der Legislative, so dass beide Seiten verhältnismässig gestärkt werden.
Ich denke, so was könnte ich mir vorstellen, wobei ich mir nicht sicher bin, inwiefern Gesprächsrunden noch einen nutzen haben zum derzeitigen Zeitpunkt, oder ob nicht konkrete Vorschläge besser wären, an Hand derer man dann weiter arbeit. Jedoch, da muss man sehen, wie man das genau macht, da man hier halt auch sehr stark auf den Rahmen der Verfassung achten muss. Nichts ist destruktiver, als wenn eine vernünftige Reform daraufhin scheitert, weil man deren Zustandekommen in Frage stellt. Daher muss man die richtigen Stellen mitziehen für den langen Weg, so dass diese Reform gut und erfolgreich wird. Das wird viele Gespräche bedürfen, viel Arbeit und noch viel mehr Schweiß, nicht nur vom Unionspräsidenten, sondern allen Bürgerinnen und Bürgern der Union.
Und zu ihrem letzten Punkt. Nun, er muss Unionsrat und Unionsparlament zusammenführen, zumindest so weit, dass die beiden Kammern nicht gegeneinander arbeiten, sondern miteinander. Vorwürfe, ob dies oder jenes gegen den Föderalismus ist, sind hinderlich. Es ist einzigallein wichtig, wer kann was am Besten machen und vielleicht sind flexible Lösungen besser, wo beide die Möglichkeit haben, in bestimmen Bereichen zu arbeiten, ohne sich in die Quere zu kommen und das beste herausarbeiten. Ein Unionspräsident muss die Türen öffnen können, wo die anderen dann ihren Nutzen von schlagen können. Er muss aber nicht nur die Brücken bauen, er muss sie auch überqueren können. Es hat sich immer als fatal erwiesen, vor einem Hindernis stehen zu bleiben, als es nicht direkt zu probieren, es zu überqueren.