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Verfasst: Fr 19. Jun 2009, 18:09
von Sven Wenzel
Wohlgemerkt, ich würde den Bildungsstreik oder andere derartige Aktionen gutheißen, wenn es denn wirklich um das Thema Bildung und realistische Forderungen gehen würde.
Das hatte ich aber hier in Hamburg nicht. Denn hier, so hatte es den Anschein, ging es vordergründig nur um Kapitalismuskritik und Bashing gegen die höchstumstrittene Uni-Präsidentin, die Wissenschaftssenatorin und den Senat allgemein.

Verfasst: Fr 19. Jun 2009, 18:30
von Jan-Claudius von Blomkohl Cullen
Ich in Maastricht hab davon nix mitbekommen :P

Und wenn ich mich in den deutschen Medien umhöre, hab ich auch nix mitbekommen. Nur über Freunde, die davon plötzlich bei Studivz sprachen, dass es einen Bildungsstreikt gibt, hab ich zum ersten Mal was vernommen. Aber das klang eher schlecht als alles andere. Komische Aktion. Ich weiß noch immer nicht, um was es geht. Und was das bezwecken sollte und wenn ich meine Freunde so richtig verstehe, fanden sie es mehr nervig als hilfreich. Vor allem fanden sie, dass die wichtigen Sachen durch sinnfreie Ideen verwässert worden.

Verfasst: Fr 19. Jun 2009, 18:56
von Vanessa Garland
Als zu linkslastig habe ich die Aktionen ausgerechnet an der "Arbeiteruniversität" in Bochum eigentlich nicht empfunden, muss allerdings dazu sagen, dass ich mir einen, naja, weltanschaulich zentristischen Widerstand gegen die aktuellen Missstände und Fehlentwicklungen im Bildungswesen auch nicht vorstellen kann. ;)

Denn machen wir uns nichts vor, Schulen und Universitäten sind nun mal keine einsamen Inseln und durch ein weites Meer vom Rest der Gesellschaft getrennt. Das, wogegen der Bildungsstrek sich richtet, ist die Folge einer gesamtgesellschaftlichen Strömung, die die Antwort auf die nicht erst letzten Herbst ausgebrochene Krise des Wirtschaftssystems der westlichen Industrienationen einfach in immer mehr Deregulierung, Privatisierung und Rückbau der Errungenschaften des Sozialstaates sieht.

Aber die Finanzmärkte können in Schutt und Asche zusammensinken, die Zahl der "arbeitenden Armen" die der Arbeitslosen längst überholt haben - von den Rednerpulten insbesondere der Merkels, Westerwelles sowie von und zu Schlechttenbergs schallt es unbeirrt weiter: dies privatisieren, das privatisieren! Löhne runter, Kündigungsschutz weg! Sozialabgaben für Arbeitnehmer rauf, Steuern für Unternehmen runter!

Das hängt nun mal alles zusammen, und substanzielle Reformen im Bildungsbereich sind nur über einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel erreichbar, weg vom fanatischen und blindwütigen Glauben an die Allheilkräfte des komplett deregulierten Marktes und halb abgeschafften, nur noch für Internetzensur, Killerspiele und Verfolgung von Kiffern zuständigen Staates.

Auch das muss Thema sein, sonst kann man es gleich lassen.

Verfasst: Fr 19. Jun 2009, 19:00
von Montgomery Scott
Dann sollte man es aber nicht mit dem Anspruch verkaufen, inen allgemeinen Studentenprotest durchzuführen.

Verfasst: Fr 19. Jun 2009, 21:23
von Vanessa Garland
Dass dürfte man dann so gesehen nie. Wenn du sagst, es ginge eigentlich um Anliegen, "die im Groben sicher für 90% der Studenten vertretbar sind," dann liegt denke ich auf der Hand, dass man eine solche Zustimmungsquote nur in Befragungen hinter verschlossenen Türen erreicht. Kein RCDS'ler oder SU'ler, als plakatives Beispiel, würde namentlich oder sonst in irgendeiner Form zu ihm zurückverfolgbar gegen Missstände an den Universitäten und Schulen in NRW aufbegehren, die die Regierung Rüttgers/Pinkwart seit rund vier Jahren toleriert, entschuldigt oder gar fördert und verschärft. Im Stillen mögen sie "abkotzen", nach außen hin wiegeln sie ab oder weichen aus.

Verfasst: Sa 20. Jun 2009, 11:33
von Montgomery Scott
Es geht ja auch weniger um die in parteipolitisch gebundenen Gruppen organisierten Studenten. Die halten sich doch zahlenmäßig in Grenzen.

Verfasst: Sa 20. Jun 2009, 16:04
von Heinrich Julius von Jagonburg
Hier in Frankfurt
Ach du studierst in Frankfurt? Das ist ja mal interessant ;)

Verfasst: Sa 20. Jun 2009, 17:11
von Lady Enigma
Das hängt nun mal alles zusammen, und substanzielle Reformen im Bildungsbereich sind nur über einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel erreichbar, weg vom fanatischen und blindwütigen Glauben an die Allheilkräfte des komplett deregulierten Marktes und halb abgeschafften, nur noch für Internetzensur, Killerspiele und Verfolgung von Kiffern zuständigen Staates.
Was erwartest Du? Man ist endlich dabei, den Staat vom Instrument der gesamten Gesellschaft(wenn auch oft nur scheinbar) wieder zum unverholenen Instrument der herrschenden Klasse zu wandeln. Und da sind Dinge wie Internetzensur und die Beschäftigung der Massen mit Scheinproblemen eben wichtige Aufgaben....

Verfasst: Sa 20. Jun 2009, 18:05
von Montgomery Scott
Original von Heinrich Julius von Jagonburg
Ach du studierst in Frankfurt? Das ist ja mal interessant ;)
Si ;)

Verfasst: Sa 20. Jun 2009, 18:07
von Fabian Montary
Bei uns haben sie die ganze Woche wohl recht erfolgreich auf dem Campus gezeltet. Nur einige Wohnheimbewohner waren not amused...