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Verfasst: Mo 8. Jun 2009, 18:30
von Vanessa Garland
Original von Lady Enigma
Ich stell mal folgendes in den Raum. Das Verbot von Killerspielen führt zu mehr Amokläufen.
Millionen spielen sie. Die meisten aus Spaß. Aber einige auch zum Frustabbau und um Selbstwertgefühl zu bekommen.
In ihrer virtuellen Welt sind sie stark, mächtig und sonstwas. In ihrer Gilde eventuell große Führer, während sie in der Realität ausgelacht und in den Dreck getreten werden. Ein Ventil. Manchen reicht dieses Ventil eben nicht, aber ohne das wäre es wesentlich schlimmer, weil vielen der letzte Rest an Bestätigung wegbrechen würde, könnten sie sich nicht in diesen virtuellen Welten beweisen.
Naja, wir wollen es mal nicht übertreiben.
Die meisten sog. "Killer-Spieler" sind entgegen den abwegigen Fantasien von Politikern v. a. aus den Reihen der Unionsparteien, mitunter aber auch der SPD, ganz normale und friedliche Menschen ohne jede Gewaltbereitschaft. Für sind "Killer-Spiele" eben Spiele, und sonst gar nichts.
Es mag sein, dass ein kleiner Teil der Spielergemeinde an diesen Spielen tatsächliche Aggressionen abreagiert, die anderenfalls vielleicht in reale Gewalttaten umschlagen würden. Aber auch da glaube ich nicht in erster Linie an Amokläufe, sondern eher Handgreiflichkeiten und dergleichen.
Endlich hielte es aber ohnehin für kontraproduktiv, dieses Argument gegen Verbotsforerungen ins Feld zu führen. Denn es stellt immerhin überhaupt einen Zusammenhang zwischen "Killer-Spielen" und realer Gewalt her, und das allein ist schon fatal. Populistische Donnerbalken machen sich nicht Mühe, feinsinnig über die Wirkrichtung von Ursachen und Folgen nachzudenken. Sie hören nur irgendwas von gewaltbereiten Leuten, die "Killer-Spiele" spielen - und peng! Alle Sicherungen knallen ihnen durch...
Verfasst: Mo 8. Jun 2009, 18:47
von Lady Enigma
Das war nicht für einen Wahlkampf gedacht , sondern für uns.
Für das Parteigeschwafel taugt sowas kompliziertes sicher nicht.
Du meinst, es ginge dann eher um Handgreiflichkeiten. Über sowas wird nicht berichtet. und es geht bei Amokläufern ja eben meist um Leute , die gerade nicht fähig sind, sich handgreiflich zur Wehr zu setzen, sei es aus psychischen , physischen Gründen oder weil sie allen sind. Wenn mir einer dumm kam und kommt, gabs und gibts vor die Glocke und gut ist. Ich bin stolze 167 cm groß, bei etwas über 60 Kilo. Ich hab Leute kennengelernt, die waren einen guten Kopf größer und 40 Kilo schwerer, hätten mich körperlich jederzeit in der Luft zerreißen können und fast jeder hat sie gemobbt. Die Psyche hat es nicht hergegeben.
Verfasst: Mo 8. Jun 2009, 19:27
von Vanessa Garland
Was ich meine ist folgendes: die Diskussion um einen verrohenden und Gewaltbereitschaft fördernden Einfluss von Gewaltdarstellungen ist sehr viel älter als die sog. "Killerspiele" in ihrer heutigen Gestalt. Der erste diesbezügliche "Hype" erfasste die Bundesrepublik in den 1980-er Jahren, als die Videorecorder und Videotheken ihren Siegeszug antraten, und Horror-, Baller- und Prügelfilme plötzlich für ein breites Publikum zugänglich wurden.
Damals gab es keine Amokläufe, aber natürlich sehr wohl Gewalttaten seitens und unter Jugendliichen - Schlägereien, Raub, Erpressungen, Vandalismus usw., wie bis heute. Diese wurden gleichsam auf den Konsum medialer Gewaltdarstellungen zurückgeführt.
Tödliche Gewalt und Schusswaffengebrauch sind bis heute seltene Extreme. Gewaltanwendung durch und unter Jugendlichen dreht sich bis heute fast immer um Schläge, Stöße und Tritte, die verwendeten Waffen sind zumeist Hieb- oder Stichwaffen.
Gewaltbereite Jugendliche und junge Erwachsene schießen in aller Regel nicht - sie schlagen, treten oder stechen zu. Für einige von ihnen mögen "Killer-Spiele" ein Instrument sein, ihre Aggressionen zu kanalisieren. Vielleicht halten diese Spiele manchen potenziellen Gewalttäter davon ab, seinen Frust in der Wirklichkeit gewaltsam abzureagieren. Aber wie gesagt, wenn, dann bändigen sie eher Schläger, und keine Amokläufer.
Verfasst: Mo 8. Jun 2009, 19:37
von Heinrich Julius von Jagonburg
Gewaltbereite Jugendliche und junge Erwachsene schießen in aller Regel nicht - sie schlagen, treten oder stechen zu. Für einige von ihnen mögen "Killer-Spiele" ein Instrument sein, ihre Aggressionen zu kanalisieren. Vielleicht halten diese Spiele manchen potenziellen Gewalttäter davon ab, seinen Frust in der Wirklichkeit gewaltsam abzureagieren. Aber wie gesagt, wenn, dann bändigen sie eher Schläger, und keine Amokläufer.
In der Konsequenz heißt das dann, dass auch Kampfsport und Kampfkünste verboten werden oder was?
Verfasst: Mo 8. Jun 2009, 19:41
von Lady Enigma
Und ich sags nochmal. Schläger bändigt man damit nicht. Glaub mir...

.
Solche Leute sind so veranlagt, daß sie sowas aus Spaß spielen. Die Schwächlinge, die sich nicht wehren können, die sich auf keine Art irgendwelches Selbstwertgefühl verschaffen können,sind Amokkandidaten.
Und wie gesagt, es ist generell ein Problem dieser degenerierten Gesellschaft.
Verfasst: Mo 8. Jun 2009, 19:42
von Vanessa Garland
Original von Heinrich Julius von Jagonburg
In der Konsequenz heißt das dann, dass auch Kampfsport und Kampfkünste verboten werden oder was?
Wenn die Innenministerkonferenz, die Parlamentsfraktionen und Arbeitskreise der Unionsparteien sowie die ihnen nachhechelnden SPD-Politiker konsequent wären, müssten die das eigentlich fodern, ja.
Verfasst: Mo 8. Jun 2009, 19:57
von Vanessa Garland
Original von Lady Enigma
Und ich sags nochmal. Schläger bändigt man damit nicht. Glaub mir...

.
Solche Leute sind so veranlagt, daß sie sowas aus Spaß spielen. Die Schwächlinge, die sich nicht wehren können, die sich auf keine Art irgendwelches Selbstwertgefühl verschaffen können,sind Amokkandidaten.
Und wie gesagt, es ist generell ein Problem dieser degenerierten Gesellschaft.
Ich hänge wie gesagt sowieso nicht ernsthaft der Katharsis-Theorie, sondern sehe es ganz simpel so: jeder Mensch hat ein gewisses Agressionspotenzial. Die meisten verarbeiten das einfach irgendwie, einige suchen sich Möglichkeiten, sich sozialadäquat abzureagieren (Kampfsport, "Killer-Spiele" etc.). Wenige werden tatsächlich gewalttätig.
Und alle paar Jahre passiert es mal, dass ein vereinzeltes Individuum Amok läuft. Dagegen hilft nur eines, nämlich eine gezielte Kugel aus der Waffe eines Beamten eines Spezialeinsatzkommandos. Wer sich gedrängt sieht, mag sich jetzt empören, über meinen Zynismus oder Fatalismus. Aber ich glaube nicht, dass man Amokläufe verhindern kann.
Verfasst: Mo 8. Jun 2009, 20:07
von Lady Enigma
In der gegenwärtigen Situation hast Du recht.
Verhindern kann man sowas nie vollständig, aber mit eniem rdikalen Gesellschaftswandel großteils vermeiden.
Verfasst: Mo 8. Jun 2009, 20:11
von Heinrich Julius von Jagonburg
Original von Vanessa Garland
Wenn die Innenministerkonferenz, die Parlamentsfraktionen und Arbeitskreise der Unionsparteien sowie die ihnen nachhechelnden SPD-Politiker konsequent wären, müssten die das eigentlich fodern, ja.
Das würde ich ja gerne sehen.
Verfasst: Mo 8. Jun 2009, 23:51
von Palin Waylan-Majere
Original von Lady Enigma
In der gegenwärtigen Situation hast Du recht.
Verhindern kann man sowas nie vollständig, aber mit eniem rdikalen Gesellschaftswandel großteils vermeiden.
Der Gesellschaftswandel war ja schon da. Früher waren die Amokläufer in der Reichskanzlei, jetzt aufm Schulhof.
