Original von Gerd Suff
1. System kaputt gemacht
Ein funktionierendes Spielsystem wurde sim on zerstört mit dem Personenwahlrecht. WTF. Parteien sind seit dem Randerscheinungen. Der ein oder andere der Oldschooler solltedaran denken, dass man den Karren auch wieder selber aus dem Graben rausholen muss und nicht die 35. Regionalpartei oder konservative Alternativpartei gründet, wenn man im Grunde nur wieder die alte Politsim möchte, die ganz anders funktionierte.
Ein Personenwahlrecht hat Ratelon nun ja nicht. Aber man könnte wohl zumindest argumentieren, daß Ratelon früher eine ganz andere Parteienlandschaft und das durch das personalisierte Verhältniswahlrecht diese Bedeutung gesunken ist. Andererseits kann man aber auch sagen, daß die Polarisierung und damit auch Politisierung früher deutlich stärker war - das hängt sehr eng mit deinem Punkt 4 zusammen.
Früher wurden auf Unionsebene heiße programmatische Grundsatzdebatten ausgetragen (Recht auf Arbeit - Ja oder Nein?; Drogen legalisieren - Ja oder Nein? us.) dadurch waren die Parteien auch viel strammere "Kampfverbände"; die RVP mit Jefferson, Reinhard, Schmelzer und mir war eine klassiche konservative Sozialistenfresserparte, so wie die SBP unter Schober am liebsten sofort den real existierenden Sozialismus eingeführt hätte. Dementsprechend hatte man sich in den Haaren. Solche Grundsatzdebatten kann man schon deswegen nicht mehr führen, weil die meisten dieser Diskussionen nicht mehr auf der Ebene der Union geführt werden; es handelt sich nunmehr um Länderkompetenz.
Dem versuchen wir ja jetzt schon durch die Vertretungsgesetzgebung wieder etwas zu ändern. Das ist bisher noch nicht so angenommen worden, könnte sich aber potentiell wieder etwas verbessern entwickeln.
2. BRD Bezug zerstört
Das wurde angeheizt durch das plötzlich Verlangen der Kultur-Simulationen nachzueifern. Okay, Vesteran war eine Warnung die man so einfach in die Richtung eines Trends deutete, die WI hatten dank Tropicali zumindest etwas Tradition "anders" zu sein, was ja auch nicht schaden kann. Aber irgendwie hat man sich da zu sehr drauf eingelassen.
3. Ausgestaltung wurde falsch angegangen
Unscharfe Profile und teilweise zu scharfe, vielleicht auch abwegige Profile. Klar MNs sind auch zum rumspinnen da, das große Ganze wurde aber vernachlässigt.
Das geht beides eng zusammen und liegt auch an der etwas schwierigen Struktur Ratelons. Eine BRD mit tropischen Inseln, einem Balkan und einem Kanada - mindestens schwierig.
Ausgestaltung kann meines Erachtens unter den richtigen Vorzeichen zu einer Schärfung des BRD-Profils führen. Imperia als Preußen, Katista als Nord/Nordwestdeutschland, Freistein als Bayern, Salbor war mal ein BaWü usw. Ist leider einiges aufgegeben worden - wenn man das konsequent durchzieht, kann man auch ein Roldem-Kanada und WI-Tropicali haben.
5. Keine Verantwortungsträger
Das knüpft an den letzten Punkt an, jeder macht seinen Republiksscheiß' und außer einer Spielleitung die an sich nur ein Komitee zur Verhinderung weiterer Abspaltungen ist fühlt sich keiner als Verantwortlicher des Spiels. Inklusive Außendarstellung mittels anständiger Website. Der Begriff "Macher" trifft es ganz gut, so einen gibt es hier schon lange nicht mehr.
Das liegt meiner Ansicht nach auch an der Kleinredung der Spielleitung. Wenn man die wirklich als Leitungsgremiun begriffe, könnte diese auch leiten und machen, also auch eine Homepage in Gang bringen usw.