Original von Joshua Weisberg
Warum sollte dieser SPD-Typ ein guter Ministerpräsident sein?
Weil ich glaube, dass Christoph Matschie nicht nur die nötige Erfahrung in der thüringischen Landespolitik hat, sondern auch entschlossen auftritt, in der Lage ist, Projekte anzupacken ... und im Gegensatz zu Bodo Ramelow und Dieter Althaus auch keine kritische Vergangenheit hat.
Im Direktvergleich bei infratest dimap, wer Ministerpräsident werden sollte?
Vergleich Althaus/Matschie: Althaus 38%, Matschie 31%. Vergleich Ramelow/Althaus: Ramelow 29%, Althaus 45%. Ramelow/Althaus: Ramelow 23%, Matschie 37%. Die Wahl entscheidet sich erst im Sommer, aber ich kann keine sonderlich große Zustimmung für Bodo Ramelow erkennen.
Die Linke wird dabei stärkste Kraft unter diesen drei werden.
Angesichts der Tatsache, dass die Linke und die SPD 5% auseinander liegen in den Umfragen, was ein ziemlich einschmelzbarer Vorsprung ist, wäre ich mir da nicht allzu sicher.
Und ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wo das vernünftig sein soll.
Und ich kann offen gesagt beim besten Willen nicht erkennen, was einer Sozial- und Arbeitsmarktpolitik, die viel verspricht, aber die Finanzierung stets offen lässt, vernünftig sein soll. Die Linke wird so lange kein ernstzunehmender Koalitionspartner sein, solange sie nicht bereit ist, ihre Politik an Realitäten anpassen zu können. Ich will ja nicht sagen, dass das nicht möglich und die Linke nicht lernfähig sei. Immerhin ist die Linke in Berlin Teil einer Koalition mit einem der strengsten Landesfinanzminister: Thilo Sarazzin.
Original von Joshua Weisberg
Was ist denn eine "Distanzierung von der DDR"? Zuviel CDU-Parteizeitung gelesen? Was soll das bedeuten, sich von der DDR zu distanzieren? Es gibt sie doch gar nicht mehr, also kann man ihr auch nicht nahe stehen.
Ich halte eine Distanzierung einer Partei, in die die PDS - immerhin die Nachfolgepartei der SED - aufgegangen ist, auch fast 20 Jahre nach der Wiedervereinigung für mehr als angebracht. Es gibt keinen Beschluss dieser Partei, wo sie sich zu einer Mitschuld offiziell bekannt, geschweigedenn sich zu irgendwelchem Unrecht bekennt. Nicht als Partei, aber in ihren Reihen sitzen noch genügend Leute, die in der DDR Einiges zu sagen hatten. Vor allem, weil gewisse Leute, die mehr als engagiert in diesem Apparat mitgewirkt haben, nach wie vor in äußerst gehobenen Positionen sitzen. Nicht umsonst steht der sächsische Landtagsabgeordnete Volker Külow dem größten Regionalverband der Linkspartei - der Leipziger Linken - vor. Und das trotz seiner Karriere als "IM Ostap". Und was heißt "nicht nahe stehen"? Ohne Zweifel gibt es genügend Leute in der Linken, denen diese DDR nicht nahe steht und dass diese sie nicht zurückwollen. Aber offenbar gibt es noch genügend Leute, denen die DDR noch näher steht, als vielen lieb ist, vielleicht auch ihnen selbst. Ein Problem, mit dem im übrigen auch die CDU zu kämpfen hat.
Zuletzt geändert von Thorstein Richter am Sa 28. Mär 2009, 15:19, insgesamt 1-mal geändert.