Seite 2 von 13

Verfasst: Mo 10. Nov 2008, 21:27
von Aaron Sulla
Jedoch wurde dieses System irgendwann kaputt gemacht, als man unbedingt jedermann ein Abitur geben wollte.
So ein Ärger aber auch, dass jeder die bestmögliche Bildung anstreben darf. Das muss dringend abgeschafft werden, schließlich brauchen wir auch Müllmänner.

Verfasst: Mo 10. Nov 2008, 21:42
von Konrad Grimm
Kein Kommentar.

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 00:28
von Fabian Montary
Original von Hajo Poppinga
Es ist ein vernünftiger Entschluß, daß die FDP sich gegen die verkürzte Gymnasialzeit (sog. G8 ) ausspricht. Das bringt uns allen nur Unheil [...]
Das ist der größte Schmarrn in der Bildungspolitik dieses Jahrzehnts. 12 Jahre Schule reichen. Ich sehe kaum, dass die Schüler überlastet sind, ich habe selbst ein sog. „Turboabitur“ hinter mir, spreche aus Erfahrung. Alle Leute sprechen immer davon, wie schlimm das ist, aber was sind das für Leute, die zu Wort kommen? Schüler, Lehrer und Eltern aus Ländern mit 13 Jahren Schulzeit, die gar keinen Plan davon haben, wie es denn real mit 12 Jahren läuft. Diejenigen, die für 12 Jahre bis zum Abi sind, die werden doch gar nicht gefragt. Warum auch? Die könnten ja für ein zwölfjähriges Abi sein... :rolleyes:

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 01:50
von Matt Suchard
Original von Fabian Montary
[...]
Kann dem so zustimmen. Habe zwar ein 13jaehriges Abi gemacht, aber war davon ein Jahr im Ausland und habe die 11. sozusagen uebersprungen. Im Nachhinein war das einzige, was mir gefehlt hat, ein bissel Genetik in Bio. Niemand kann mir also erzaehlen, dass es nicht moeglich ist, die total sinnentleerte 11. Klasse zu streichen und dafuer in den anderen beiden Schuljahren der SEK II die Rahmenlehrplaene etwas zu straffen. Tot gearbeitet hat man sich auch da nicht.

Es gab gar mal einen Staat auf deutschem Boden, in welchem ein 12jaehriges Abitur national die Regel war. Meine Eltern haben sich im Nachhinein beide nicht darueber beklagt.

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 02:23
von Jan-Claudius von Blomkohl Cullen
Also ich denke es ist so ziemlich gehoppst wie gesprungen. Mein Bruder wird als letzter Jahrgang wohl ein 13 jaehriges Abitur ablegen muessen. Meine Schwestern werden dann alle samt 12 Jahre durch die Schule gehen. Problematisch stell ich mir da einzigallein die Arbeitsmarktlage vor, wenn auf einmal 2 Jahrgaenge auf selbigen kommen, aber naja.

Achja und was ich irritierend finde ist, dass meine Schwester schon in der 1. Klasse Englischunterricht hatte...

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 04:02
von Matt Suchard
Original von Jan-Claudius von Blomkohl
Achja und was ich irritierend finde ist, dass meine Schwester schon in der 1. Klasse Englischunterricht hatte...
Gibbet doch mittlerweile schon im Kindergarten. ;)

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 09:20
von Montgomery Scott
Original von Loituma Aichberger
Das ist doch Unsinn. Wenn man das dreigliedrige Schulsystem wieder richtig hinstellt, dann hat jede Schulform ihre Daseinsberechtigung. Das Gymnasium bereitet auf ein späteres Studium vor, die Realschule auf kaufmännische Berufe und mittlere Verwaltungsebenen und die Hauptschule bereitet auf Berufe im Handwerk oder der Industrie vor. So war es ursprünglich mal konzipiert und hat auch über Jahrzehnte funktioniert. In BW etwa funktioniert es etwa im ländlichen Bereich auch heute noch so - jedenfalls im Großen und Ganzen.

Jedoch wurde dieses System irgendwann kaputt gemacht, als man unbedingt jedermann ein Abitur geben wollte. Daraufhin bekam man eine Abiturientenschwemme und die anderen Abschlüsse wurden entwertet.

Ich würde noch mehr dazu schreiben, muss jetzt aber aufhören.
Dann geh doch mal auf die Argumente gegen das dreigliedrige Schulsystem ein, die bisher in diesem Thread vorgebracht wurden.

Das dreigliedrige Schulsystem ist nun mal ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert, wo es durchaus sinnvoll war, weil es sowieso keine Klassendurchlässigkeit gab. Heute ist die aber nun mal gefordert. Jedes Kind soll, je nach seinen Interessen und Begabungen und danach, wie sie sich entwickeln, die gleiche Chance im Bildungssystem haben. Für FDP und CDU bleibt das aber meistens ein Lippenbekenntnis, lobenswert, dass die FDP da ein Stück in Bewegung ist.

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 09:21
von Loituma Aichberger
Abitur nach 12 Jahren ist eine Supersache. Ich hatte selber das Glück das genießen zu dürfen.

Wirkliche inhaltliche Differenzen oder Probleme zu Beginn des Studiums im Vergleich zu Leuten mit 13 Jahren konnte ich nicht feststellen. Ach ja, außer dass die meistens ein Jahr älter sind als ich, aber dass ist wohl eher ein Vorteil diesen gegenüber.

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 09:47
von James Didot
Original von Montgomery Scott
Das dreigliedrige Schulsystem ist nun mal ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert, wo es durchaus sinnvoll war, weil es sowieso keine Klassendurchlässigkeit gab.
Ne, das stimmt nicht. Die Hauptschule wurde erst nach dem zweiten Weltkrieg eingerichtet.

Davor gab es eine allgemeinverbindliche Schulzeit von 8 Jahren, die sog. Volksschule für alle Schüler + das Gymnasium.

Da müssen wir imgrunde wieder hin. Der Volksschulabschluss, bzw die mittlere Reife braucht wieder mehr Stellenwert und damit auch Anerkennung. (was ja heutzutage nur noch in Bayern so ist, in allen anderen Bundesländern ist man als Nicht-Abiturient von vornherein abgeschrieben.)

Verfasst: Di 11. Nov 2008, 09:57
von Loituma Aichberger
Original von Montgomery Scott

Dann geh doch mal auf die Argumente gegen das dreigliedrige Schulsystem ein, die bisher in diesem Thread vorgebracht wurden.

Das dreigliedrige Schulsystem ist nun mal ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert, wo es durchaus sinnvoll war, weil es sowieso keine Klassendurchlässigkeit gab. Heute ist die aber nun mal gefordert. Jedes Kind soll, je nach seinen Interessen und Begabungen und danach, wie sie sich entwickeln, die gleiche Chance im Bildungssystem haben. Für FDP und CDU bleibt das aber meistens ein Lippenbekenntnis, lobenswert, dass die FDP da ein Stück in Bewegung ist.
Sehr gerne.

Was den heutigen Zustand angeht, so muss ich Poppinga recht geben: Es gibt meistens nur ein Gymnasium, eine Realschule und eine "Resterampe".

Das ideale Drei-gliedrige-System gibt es damit heutzutage nur noch sehr selten. Stattdessen sind auf dem Gymnasium oft Leute, die völlig überfordert sind und anschließend keinen Gedanken an ein Studium verschwenden, sondern eine Ausbildung anstreben. So ging es etwa einem guten Drittel der Leute aus meinem Abschlussjahrgang. Dafür hätten sie aber eigentlich nicht das Abitur machen müssen.
Wie es auf Realschulen aussieht weiss ich leider nicht.
In Hauptschulen hat man aber wohl ähnliche Probleme, wie auf dem Gymnasium: Es sind dort viele Schüler, die eigentlich noch nicht in eine Schule, sondern eher in einen Schulvorbereitungskurs gehören, weil es ihnen an elementaren Voraussetzungen wie z.B. der Beherrschung der deutschen Sprache in Wort und Schrift fehlt (daran fehlt es leider nicht nur bei Schülern mit Migrationshintergrund). Das ist einer der Punkte wo man ansetzen sollte.

Wenn man jetzt die Hauptschulen mit den Realschulen zusammenlegt, dann werden dadurch aber nicht die Probleme gelöst. Sie werden nur von der bisherigen Hauptschule in die neue Schulform verschoben.

Das ideale dreigliedrige Modell beinhaltet für mich selbstverständlich eine Durchlässigkeit von links nach rechts und von rechts nach links. Ein oben und unten sehe ich da nicht, weil einfach die Ziele der Ausbildung andere sind.