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RE: Frank Moore for President!
Verfasst: So 2. Nov 2008, 18:14
von Konrad Grimm
Original von Montgomery Scott
kapitalistischen Staates
Welch Unbegriff, was immer er in diesem Thread zu suchen hat.
Die Ermächtigung zu irgendwelchen Enteignung leitet sich ja gerade aus dem Gemeinnutz ab, auf den der Sozialstaat aufbaut. Das jetzt auch noch dem Kapitalismus in die Schuhe zu schieben, ist albern.
Verfasst: So 2. Nov 2008, 18:19
von Montgomery Scott
Das Thema hatten wir schon mal

Der Staat
ist ein zentraler Akteur im Kapitalismus.
Die Ermächtigung zu irgendwelchen Enteignung leitet sich ja gerade aus dem Gemeinnutz ab, auf den der Sozialstaat aufbaut. Das jetzt auch noch dem Kapitalismus in die Schuhe zu schieben, ist albern.
Diese abstrakte Begründung kann aber kaum darüber hinweg tauschen, dass die weitere Durchsetzung konventioneller Energiequellennutzung in erster Linie Interesse der Energiekonzerne ist.
RE: Frank Moore for President!
Verfasst: So 2. Nov 2008, 18:24
von Baudouin de Billancourt
Original von Montgomery Scott
Das private Heim der Menschen "größeren" Interessen zu opfern, ist (auch) eine typische Strategie des kapitalistischen Staates, siehe Kohle-Tagebau.
Halten wir es mal fest: Du hast den Begriff Kapitalismus hier eingeführt. Und Du weißt, dass wir beide darunter verschiedene Dinge verstehen. Kurz gesagt: den Schuh ziehe ich mir nicht an, ich missbillige Enteignungen und Opfer. Und ein Staat sollte es auch tun.
Verfasst: So 2. Nov 2008, 18:25
von Patrick van Bloemberg-Behrens
Tritt eigentlich wieder der Grüne an, für den Michael Moore immer Werbung macht?
Wie kommt es eigentlich, dass sich in den USA nur die beiden großen Parteien etablieren konnten? Ich finde das ein Stück weit erschreckend.
Verfasst: So 2. Nov 2008, 18:28
von Montgomery Scott
Der Kapitalismus basiert auf der Idee der Enteignung. Schlag mal den Begriff "Doppeltfreier Lohnarbeiter" nach. Enteignung wird im Kapitalismus erst dann missbilligt, wenn er dem formell-oberflächlichen Wertekanon des Liberalismus widerspricht, der widerum genau auf die Interessen des Kapitals zugeschnitten ist.
Verfasst: So 2. Nov 2008, 18:30
von Palin Waylan-Majere
Original von Patrick Behrens-Nilsson
Tritt eigentlich wieder der Grüne an, für den Michael Moore immer Werbung macht?
http://www.votenader.org/
Verfasst: So 2. Nov 2008, 18:57
von Baudouin de Billancourt
Original von Montgomery Scott
Der Kapitalismus basiert auf der Idee der Enteignung.
Du kannst Dir vorstellen, was ich unter Enteignung verstehe und was nicht. Ich teile Marx' Prämissen so überhaupt nicht (v.a. seine Arbeitswerttheorie), deswegen sehe ich in Lohnarbeit nicht eine Spur von Enteignung.
Die Diskussion will ich aber gar nicht weiterführen, weil sie wie immer zu einer Ja-Nein-Diskussion verkommen würde.
Eine Frage habe ich: um eine nach Deinen Vorstellungen gestaltete Gesellschaft zu errichten, würdest Du die Form von Enteignung billigen, wie sie in Spanien geschehen ist (Eingriffe in das Eigentumsrecht)?
Verfasst: So 2. Nov 2008, 19:04
von Tennessee Rockefeller
Original von Patrick Behrens-Nilsson
Wie kommt es eigentlich, dass sich in den USA nur die beiden großen Parteien etablieren konnten? Ich finde das ein Stück weit erschreckend.
Diese Feststellung ist so ja nun alles andere als aussagekräftig: auf der Ebene des Bundes spielen nur zwei Parteien eine Rolle, schon in so manchem Bundesstaat sieht das Parlament hingegen merklich bunter aus (bestes Beispiel: Vermont). Der Löwenanteil der politischen Entscheidungen mit dem weitaus größten Einfluss auf den Alltag der Menschen wird endlich auf kommunaler Ebene getroffen, wo sich von Gegend zu Gegend ganz unterschiedliche Parteien etablieren konnten, und viele Fragen auch in direktdemokratischen Verfahren entschieden wurden.
Berücksichtigt man dann noch, dass sich in den Vorwahlen der beiden großen Parteien insgesamt sechszehn Kandidaten um ihre Nominierung als Präsidentschaftskandidat bemüht haben, von denen - je nachdem, welche Maßstäbe man anlegt - mindestens sechs (McCain, Romney und Huckabee bei den Republikanern sowie Obama, Clinton und Edwards bei den Dekomkraten) Bewerber als ernsthaft aussichtsreich galten ist die Auswahl wesentlich größer als z. B. in Deutschland mit seinen aktuell sechs Parteien im Bundestag (ja, es sind sechs: CDU, CSU, SPD, FDP, Bündnis 90/Grüne, Linke).
Könnte ich wählen, hätte ich auch lieber das US-System

Verfasst: So 2. Nov 2008, 19:44
von Montgomery Scott
Original von Baudouin de Billancourt
Eine Frage habe ich: um eine nach Deinen Vorstellungen gestaltete Gesellschaft zu errichten, würdest Du die Form von Enteignung billigen, wie sie in Spanien geschehen ist (Eingriffe in das Eigentumsrecht)?
Enteignung ist für mich kein generelles Tabu. Ich lehne sie aber strikt ab, sofern sie in die Sphäre des Privaten eindringt. Was da in Spanien passiert, kann ich also nicht gutheißen. Allerdings ist das auch im Marxismus nie Thema gewesen, dort geht es ausdrücklich um die Vergesellschaftung der
Produktionsmittel, also der Kontrolle über das, wodurch industrielle Produktion (bzw. ihr modernes Äquivalent) ermöglicht und kontrolliert wird. Gleichzeitig hat Marx ausdrücklich kritisiert, was mit dem Privaten der Mitglieder der Arbeiterklasse als "ursprüngliche Akkumulation" und "doppeltfreie Lohnarbeit" geschehen ist.
Ich bin der Meinung, dass man im 21. Jahrhundert schon lange nicht mehr auf restriktive Maßnahmen zum Aufbau eines Sozialismus angewiesen ist. Eine grundsätzliche Änderung der etablierten Bereiche der staatlichen Politik würde völlig genügen.
Verfasst: So 2. Nov 2008, 21:04
von Peter Vain
Mich wuerde interessieren, wieso in Deutschland Obama so hoch gejubelt wird.
In einem englisch sprachigen Forum scheint man deswegen ueber uns Deutsche ein wenig mit dem Kopf zu schuetteln und teilweise meinen Leute, dass das mit unserem schlechten Gewissen wegen den beiden Weltkriegen zu tun hat und wir uns deswegen nun mit der Unterstuetzung eines Farbigen reinwaschen wollen. Das finde ich Schwachsinn, aber ganz genau kann ich mir auch nicht erklaeren, dass Obama doch so hohe Popularitaet in Deutschland geniesst.