Original von Albert von Rotbart
Ich denke die 2-3 Euro sind nen Tropfen auf den heißen Stein.
Wenn du wie ich siehst, dass da meistens Kleinstbeträge eine Rolle spielen, wegen denen die Kunden auf's Amt kommen, dann machen die paar Euro sicherlich etwas aus. Die führen sogar Gerichtsverfahren wegen sechzehn Euro fuffzich.
Kommt sicherlich auch auf den Ort der Ausbildung und den Ausbildungsberuf an. Ich gehe nicht davon aus, dass alle Unternehmen die Azubis schlecht bezahlen. Letztlich wo ich gut ausgebildet worden bin und gutes Geld erhalte, da bleibe ich auch
Das ist ja das interessante: Ich verdiene eigentlich nicht so schlecht und in meiner Ausbildung habe ich auch mehr bekommen als die Meisten meines ehemaligen Jahrgangs. Dennoch ist Hartz IV vor allem für größere Familien ganz sicher kein Grund, am Hungertuch zu nagen. Klar, es reicht nicht für gehobenere Ansprüche, aber das soll es auch gar nicht. Arbeitslosengeld II hat die Intention, Phasen der Arbeitslosigkeit zu überbrücken, die über den Bezug von Alg I hinaus gehen. Mittlerweile - und, ganz richtig, das ist die Schweinerei - müssen aber viele Kunden schon Leistungen
neben der Erwerbstätigkeit beantragen, weil sie sonst nicht klar kommen. Aber mit Hartz IV kann man dann in der Regel seinen Lebensuntehalt bestreiten.
Ich denke, da spielt auch viel Subjektivität eine Rolle. Wenn ich die Anforderungen an einen jungen Menschen sehe (Altersabsicherung, Mobilität aufrecht erhalten, Berufsunfähigkeit, Unfallversicherung, Haftpflicht, Teilkasko) der Hartz IV bekommt, beißt sich in Deutschland die Katze in den Schwanz. Laut Gesetz stehen dafür 30 € pro Monat für Versicherung zur Verfügung. Würde alleine bei einem Auto schonmal hinten und vorne nicht reichen.
Je nach Rechtsauslegung (und die ist leider von Arge zu Arge bzw. Optionskommune unterschiedlich) wird zumindest die Kfz-Versicherung zusätzlich vom möglicherweise vorhandenen Einkommen abgesetzt. Und wenn man berufstätig ist, kann man sogar hohe Werbungskosten geltend machen, soweit man nicht unter 400 € liegt.
Das kuriose ist, dass einige Kunden nur bedürftig werden, weil die diversen Freibeträge ihr Einkommen drücken. Bei Großfamilien können da sogar Einkommen von 2000-3000 Euro brutto jemanden bedürtig machen.
Jetzt kommt sicherlich gleich es gibt auch öffentliche Verkehrsmittel. Sicherlich es gibt aber auch Regionen wo der Zug nur noch im 2h bzw. im 1h Takt fährt und da ist meiner Meinung nach die Mobilität sehr eingeschränkt und ohne Pkw nicht mehr aufrechtzuerhalten.
Kenne ich. In meinem Umkreis ist das genau so. Aber dennoch, andere Berufstätige ohne Auto müssen auch auf den Bus ausweichen. So ärgerlich das ist, muss man eben früher aufstehen. Ich hab das jedenfalls so gemacht - jetzt kann ich mit dem Fahrrad fahren, da kürzere Entfernung. Und brauche weiterhin kein Auto.
Das größte Problem an Hartz IV ist sicherlich, dass es nicht als Dauerleistung konzipiert war. Aber ich sage euch: Immernoch besser als Sozialhilfe. Mit Hartz IV werden sogar Leute bedürftig, die frei verfügbares Vermögen von bis zu 10.500 € (pro Person!) besitzen, der Vermögensfreibeträge sei dank. Sozialhilfe bekämen die damit nicht.