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Verfasst: So 27. Apr 2008, 21:04
von Julia Elián
Wenn jetzt die Ampel kommt, entwickelt sich die DU leider doch nicht weiter. Bevor jetzt alle schreien: Ich will damit keine parteipolitische Praeferenz ausdruecken. Als derzeit recht objektive Nichtbuergerin glaube ich aber, dass eine Regierung Grimm die besseren Chancen haette - und sei es durch provokantes Auftreten - die politische Debatte zu polarisieren und Aktivitaet zu schaffen. Nun muss man sehen, ob das auch in einer Opposition gelingt.

Verfasst: So 27. Apr 2008, 21:14
von Fabian Montary
Original von Julia Elián
Wenn jetzt die Ampel kommt, entwickelt sich die DU leider doch nicht weiter. Bevor jetzt alle schreien: Ich will damit keine parteipolitische Praeferenz ausdruecken. Als derzeit recht objektive Nichtbuergerin glaube ich aber, dass eine Regierung Grimm die besseren Chancen haette - und sei es durch provokantes Auftreten - die politische Debatte zu polarisieren und Aktivitaet zu schaffen. Nun muss man sehen, ob das auch in einer Opposition gelingt.
Dann kann ich Ihnen nur beipflichten.

Verfasst: So 27. Apr 2008, 21:20
von Amber Marie Ford
Original von Julia Elián
Wenn jetzt die Ampel kommt, entwickelt sich die DU leider doch nicht weiter. Bevor jetzt alle schreien: Ich will damit keine parteipolitische Praeferenz ausdruecken. Als derzeit recht objektive Nichtbuergerin glaube ich aber, dass eine Regierung Grimm die besseren Chancen haette - und sei es durch provokantes Auftreten - die politische Debatte zu polarisieren und Aktivitaet zu schaffen. Nun muss man sehen, ob das auch in einer Opposition gelingt.
Ich hoffe, damit jetzt nichts vorwegzunehmen, dass eigentlich in die Simulation gehört ;), aber mir erscheint der vielfach bejubelte Ansatz der VU alles andere als neu, innovativ oder erfolgversprechend, sondern ein bloßes herumdoktern an den Symptomen, durch hektisches Herumrühren in der längst ranzigen Sauce ;)

Was die Spieler in FDU, SPDU und Grünen verbindet ist der Ehrgeiz, anstatt dem politischen System wesentliche spannungbringende Faktoren zu entziehen lieber die politische Diskussion und Kultur wiederzubeleben, indem völlig aus dem Fokus verschwundene Themen wie eben Umweltschutz und Soziales wieder Einzug in die Simulation halten sollen.

Klar, mancher Veteran der sich darüber mit als glühend eifriger 16-Jähriger die Finger wund getippt hat, kann als wesentlich ruhiger und undogmatischer gewordener Mittzwanziger heute nur noch die Achseln darüber zucken und fragt sich, was solche Diskussionen bringen sollen, da ihre Ergebnisse doch sowieso nicht messbar seien.

Das stimmt zwar, ist aber in der realen Politik auch nicht anders: Schmidt und Seehofer etwa feierten ihre (2003-er?) Gesundheitsreform als Jahrhundertwerk, Westerwelle verlachte sie als dilettanitische Flickschusterei - und wer hatte nun Recht? Das lässt sich wohl noch nicht einmal wissenschaftlich erforschen, denn wundersamerweise käme jedes Institut zu einem seiner Philosophie gelegenen Ergebnis ;)

Und vor allem: solche Themen locken genuin neue Mitspieler, von außerhalb der MN-Szene, in die DU, denn das sind Themen, die viele interessieren und mit denen sie vertraut sind, zu denen sie eine Meinung haben und über die sie sowieso schon gerne diskutieren und streiten.

Es muss uns gelingen, wieder das Politik simulieren zu lernen - und nicht Hauptsache den doofen Unionspräsidenten abzuschaffen, das würde absolut gar nichts ändern, und wenn doch, dann eher zum schlechteren, da das politische System an Reiz verlöre.

Verfasst: So 27. Apr 2008, 21:22
von Klaus Quistorp
Original von Julia Elián
[...]
Grundsätzlich Zustimmung, aber: Hätte sich die DU unter einer Regierung Grimm wirklich weiterentwickelt, oder hätte es nur einen kurzfristigen Aktivitätsaufschwung gegeben? Auch eine Regierung Grimm hätte grundlegende Strukturreformen mangels verfassungsändernder Mehrheit ja nicht anpacken können. Seien wir doch mal ehrlich: Die DU krankt an aufgeblähten Strukturen, die für ein Spiel mit ca. 100 Aktiven ausgelegt waren. Solange die nicht in sinnvollem Maße ein wenig "eingedampft" werden, wird sich langfristig auch keine neue Dynamik ergeben. Beispiel: Wird sicher lustig, wenn demnächst die WiSim voll durchstartet und auf das Unionsgericht in seinem jetzigen Zustand eine neue Flutwelle von Zivilprozessen (und die ist angesichts der Mentalität der DU-Bürger zu erwarten ;)) zukommt (Vertragsverletzungen, etc...)...

Verfasst: So 27. Apr 2008, 21:24
von Konrad Grimm
Original von Amber Marie Ford
Es muss uns gelingen, wieder das Politik simulieren zu lernen - und nicht Hauptsache den doofen Unionspräsidenten abzuschaffen, das würde absolut gar nichts ändern, und wenn doch, dann eher zum schlechteren, da das politische System an Reiz verlöre.
Quatsch. Dieses Amt besitzt keinerlei Sinn und ist geradezu Inbegriff für ein aus dem RL übernommenes, micronational völlig überflüssiges Amt.

Den o.g. Ansatz hat die VU übrigens wie keine andere Partei mit unseren Ausführungen über die Veteranen, die Landesverteidigung und das Eherecht wieder aufleben lassen.

Verfasst: So 27. Apr 2008, 21:46
von Amber Marie Ford
Das exzessive Herumgekloppe auf dem Amt des Unionspräsidenten ist in meinen Augen ein untrügliches Zeichen für die grassierende Fantasielosigkeit in diesem Spiel ;)

Ansonsten: Erfolgsrezept der DU war über lange Zeit, dass sie unausgesprochen und inoffiziell die "Deutschlandsimulation" unter den deutschsprachigen MNs war - ihr politisches System war ebenso vertraut wie ihr Parteiensystem, man musste sich nicht lange in komplizierte fiktive Szenarien und Strukturen einarbeiten, sondern konnte eigentlich gleich loslegen.

Der Niedergang begann ganz wesentlich mit dem salamitaktisch vollzogenen Abschied von diesem "stillen Grundkonzept", und der Umfunktionierung der DU zu einer Art "EU-Simulation".

Drückt man dieser jetzt noch das für eine Micronation per se ungeeignete Präsidialsystem auf, dreht sich die letzte Diskussion hier bald nur noch darum, wer von den Verbliebenen zuletzt geht und das Licht ausmachen darf.

Verfasst: So 27. Apr 2008, 21:47
von Fabian Montary
Original von Fabian Montary

Dann kann ich Ihnen nur beipflichten.
Ups, wir sind ja simoff, sorry... 8o :rolleyes:

Verfasst: So 27. Apr 2008, 22:07
von Julia Elián
Original von Amber Marie Ford
Das exzessive Herumgekloppe auf dem Amt des Unionspräsidenten ist in meinen Augen ein untrügliches Zeichen für die grassierende Fantasielosigkeit in diesem Spiel ;)

Ansonsten: Erfolgsrezept der DU war über lange Zeit, dass sie unausgesprochen und inoffiziell die "Deutschlandsimulation" unter den deutschsprachigen MNs war - ihr politisches System war ebenso vertraut wie ihr Parteiensystem, man musste sich nicht lange in komplizierte fiktive Szenarien und Strukturen einarbeiten, sondern konnte eigentlich gleich loslegen.

Der Niedergang begann ganz wesentlich mit dem salamitaktisch vollzogenen Abschied von diesem "stillen Grundkonzept", und der Umfunktionierung der DU zu einer Art "EU-Simulation".

Drückt man dieser jetzt noch das für eine Micronation per se ungeeignete Präsidialsystem auf, dreht sich die letzte Diskussion hier bald nur noch darum, wer von den Verbliebenen zuletzt geht und das Licht ausmachen darf.
Ich sehe das Praesidialsystem nicht ganz so negativ und man kann das auch gestalten (siehe Astor), aber ich stimme zu - und das ist auch eine meiner groessten simoff Bedenken gegen die Abschaffung des Praesidenten -, dass damit die DU weiter an Profil verlieren wuerde, weil der Deutschland-Aspekt damit vollends den Bach runterginge. Allerdings ging ich davon aus, dass es diese Reform eh nicht durch die Institutionen geschafft haette.

Verfasst: So 27. Apr 2008, 22:35
von Maximilian von Rohan-Mason
Ich war ja schon immer für das weimar-republikanische System. Das ist so herrlich instabil... ;-)

Verfasst: Mo 28. Apr 2008, 07:56
von SRM
Letztendlich hat das Wochenende eines gezeigt: Eine Simulation abseits bestehender Cliquen ist nicht möglich. Diese auf Stillstand gepolten Aktivitätsbolzen sind das eigentliche Problem.

Bezüglich der nächsten Monate sehe ich echt schwarz, lasse mich aber gern eines besseren belehren.