Ja, da irrt sich Hobbes vollständig. Genau wie Rudolph von Jhering, der geschrieben hat, es sei nachvollziehbar, dass die Wölfe nach Freiheit rufen, aber wenn die Schafe in den Ruf einstimmten, beweise das nur, dass sie Schafe seien.Original von Montgomery Scott
Die These, dass eine staatliche Ordnung immer und unbedingt zum Vorteil des Menschen ist. Wird im Leviathan irgendwo in Kapitel 13-19 formuliert.
Der Staat schützt nicht die Schafe vor den Wölfen, sondern macht die Wölfe zu den Königen der Schafe. Im bellum omnium contra omnes würden sich die Schafe wenigstens wehren. Wenn Hobbes meint, ohne Staat wäre ich nicht geschützt, dann sage ich: Im Staat erst recht nicht, denn räume ich dem Staat Gewaltmonopol ein, so gebe meinen einzigen echten Schutz - meine Gewalt - auf.
Schau Dir doch jede Form von herrschaftlicher Ordnung an! Von der Antike bis heute waren die Wölfe die Herrscher und die Schafe die beherrschten. Nimm unseren Scheißstaat: zwei Drittel des Vermögens in der Hand von 10 % der Bevölkerung, trotz und gerade wegen der Demokratie, denn die Demokratie lähmt die Schafe, ihre Macht zu ergreifen. Ein paar der Wölfe ziehen gelegentlich Schafspelze über und blöken, dass man den Schafen mehr abgeben soll. Und dann freuen sich die Schafe, dass sie 10 Euro Schaf-IV mehr kriegen, geben dem Wolf im Schafspelz ihr "Mäh" und sind wieder still.
Erbärmlich! Nein, da bevorzuge ich es, wenn alle zu Wölfen werden.
