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Verfasst: Mi 7. Nov 2007, 13:09
von Nr.1
Ja, der Staat soll nur die Grundsicherung garantieren, also Eigenverantwortung beim Schutz von Besitztümern verlangen. Wenn jemand bestohlen wird, ihm aber noch eine gewisse Grundsicherung übrigbleibt, geht das den Staat/Polizei nichts mehr an. Mehr Eigenverantwortung ist gefragt. Der Bestohlene muß selbst sehen, wie er seine gestohlenen Güter zurückerlangt. Polizei können wir uns nicht mehr leisten. Wir müssen alle die Gürtel enger schnallen. Mehr Flexibilität ist hier verlangt. Auch der Straßenverkehr sollte eigenverantwortlicher geführt werden.
Verfasst: Mi 7. Nov 2007, 14:27
von vSzP
Original von Montgomery Scott
Interessant ist in dem Zusammenhang aber auch die kontinuierliche Weiterentwicklung dieses gesellschaftlichen Unterschieds, die das Prinzip der von den Liberalen so gepriesenen "Chancengleichheit" widerlegt: Es gibt keine Chancengleichheit, wer aus einer wohlhabenden Schicht stammt, hat auch größere Chancen, selbst in dieser Schicht zu bleiben. Aus ganz verschiedenen Gründen.
Das ist mal wieder falsch gedacht:
Nur in wirtschaftlich guten Zeiten, und damit meine ich nicht ein Jahr Konjunkturaufschwung sondern mindestens 10, sind die Grenzen zwischen den sozialien Schichten offen. Man lese dazu die Zeit von vor wenigen Wochen. In den 60iger und 70iger Jahren war es wesentlich leichter, in finanziell bessere Kreise aufzusteigen. Heute - wo Altersarmut und Arbeitslosigkeit jeden treffen kann - wird der gut bezahlte Arzt nicht mal einfach so eine Krankenschwester heiraten sondern eher die Kollegin...
Verfasst: Mi 7. Nov 2007, 14:41
von Oliver von Palm
Original von Nr.1
Ja, der Staat soll nur die Grundsicherung garantieren, also Eigenverantwortung beim Schutz von Besitztümern verlangen. Wenn jemand bestohlen wird, ihm aber noch eine gewisse Grundsicherung übrigbleibt, geht das den Staat/Polizei nichts mehr an. Mehr Eigenverantwortung ist gefragt. Der Bestohlene muß selbst sehen, wie er seine gestohlenen Güter zurückerlangt. Polizei können wir uns nicht mehr leisten. Wir müssen alle die Gürtel enger schnallen. Mehr Flexibilität ist hier verlangt. Auch der Straßenverkehr sollte eigenverantwortlicher geführt werden.
:rolleyes: :rolleyes:
Verfasst: Mi 7. Nov 2007, 14:51
von Palin Waylan-Majere
Warum das Augenrollen? Wir erleben doch aktuell die Privatisierung des Krieges - würde mich nicht wundern, wenn die Polizei demnächst als AG auftritt.
Verfasst: Mi 7. Nov 2007, 15:37
von Konrad Grimm
Original von vSzP
Nur in wirtschaftlich guten Zeiten, und damit meine ich nicht ein Jahr Konjunkturaufschwung sondern mindestens 10,
Das hat was von der christlichen Jenseitsvertröstung.
Verfasst: Mi 7. Nov 2007, 16:41
von vSzP
Original von Konrad Grimm
Das hat was von der christlichen Jenseitsvertröstung.
Die USA haben es uns doch vorgemacht

Verfasst: Mi 7. Nov 2007, 17:22
von Damian Fuller
Original von Montgomery Scott
Interessant ist in dem Zusammenhang aber auch die kontinuierliche Weiterentwicklung dieses gesellschaftlichen Unterschieds, die das Prinzip der von den Liberalen so gepriesenen "Chancengleichheit" widerlegt:
Normal, dass die diese Illusion (wieder und wieder) widerlegt wird. Ein Liberaler, der diese (allerdings kleine Minderheits-)Philosophie des Liberalismus vertritt würde auch nicht von Chancengleichheit (ein typischer SPD-Begriff übrigens

) sprechen, sondern von Chancenfreiheit. Also der Gleichheit vor dem Recht und dem Recht auf soziale Ungleichheit = wirtschaftliche Freiheit.
Genau das sagten klassisch-liberale Philosophen immer und auch die neo-/ordoliberale Schule hat nie von Chancengleichheit im Sinne von den dafür nötigen Faktoren wie gleiche Intelligenz, gleich gebildetes Elternhaus, gleich fleißiges und wohlhabendes Elternhaus, gleiche soziale Umgebung, gleich engagierte Lehrer, gleich gute Schulen, gleich fleißige und gleich ehrgeizige Schüler etc. gesprochen. Wäre auch naiver vulgär-Sozialismus und nicht Liberalismus, aber auch nicht sozialdemokratische oder sozialistische Leitidee.
Es gibt keine Chancengleichheit, wer aus einer wohlhabenden Schicht stammt, hat auch größere Chancen, selbst in dieser Schicht zu bleiben. Aus ganz verschiedenen Gründen.
Gründe, von denen die meisten nicht oder nur mit brutaler Gewalt gleichgemacht werden könnten. Siehe oben.
Original von Montgomery Scott
Richtig, damit fällt den Liberalen aber jedes soziale Idealbild weg und man sieht deutlich, dass es bei den Liberalen einfach keine sozialpolitischen Inhalte gibt sondern gute Sozialpolitik für die Liberalen die Politik ist, die ihr eigenes Klientel am meisten begünstigt.
Stimmt, eben für die Parteiliberalen, die meistens eben gar keine mehr sind. Gilt aber ebenso für alle anderen Parteien. Das ist eben so in einer Parteiendemokratie.
Verfasst: Mi 7. Nov 2007, 17:26
von Damian Fuller
Original von vSzP
Die USA haben es uns doch vorgemacht
10 Wirtschaftsaufschwünge in Folge (= 1 großer - ? ) oder die christliche Jenseitsvertröstung?
Die USA sind heute noch vom recht weltlich orientierten Calvinismus mitgeprägt.
Verfasst: Mi 7. Nov 2007, 18:35
von Konrad Nordweiler
Original von Montgomery Scott
Interessant ist in dem Zusammenhang aber auch die kontinuierliche Weiterentwicklung dieses gesellschaftlichen Unterschieds, die das Prinzip der von den Liberalen so gepriesenen "Chancengleichheit" widerlegt: Es gibt keine Chancengleichheit, wer aus einer wohlhabenden Schicht stammt, hat auch größere Chancen, selbst in dieser Schicht zu bleiben. Aus ganz verschiedenen Gründen.
Denkfehler: Das Leben ist keine Wahrscheinlichkeitsrechnung.
Wer sein Leben nicht selbst in die Hand nimmt, wird immer scheitern. Egal, welcher "Schicht" er entstammt.
Verfasst: Mi 7. Nov 2007, 19:22
von Montgomery Scott
Kann ich so unterschreiben. Nicht unterschreiben kann ich allerdings, dass eine Sozialpolitik, die auf diese Art der theoretischen Chancengleichheit hinwirken will, meine Anforderungen an etwas erfüllt, was sich "Sozialpolitik" schimpft.