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Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 13:57
von Istvan Schwartzwälder
Original von Matt Suchard
Du findest bestimmt auch eine arische Krippe bei Dir in der Nähe. :rolleyes:
Iraner oder Inder betreiben hier eher Restaurants als private Kindergärten.

Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 14:01
von Matt Suchard
Original von Istvan Schwartzwälder
Es war staatlich vorgegebenes Leitbild, dass die Frau arbeiten geht und ihre Kinder in die "ideologiefreie" Fürsorge der staatlichen Obhut gibt.

Es geht mir gar nicht darum, ob diese staatlichen Anstalten gut oder schlecht waren. Es war aber so, dass die Leitvorgabe des Staates die Norm vorgab und es für jede Familie schwer war, sich diesem sozialistischen Idealbild der staatlichen Rundumversorgung zu entziehen.
Hat aber nichts mit "Zwangserziehung" zu tun - niemand musste sein Kind in die Kinderkrippe schicken. So einfach ist es.
Indem man seine eigene Meinung mit aggressivem Vokabular belegt, wird sie nicht wahrer, sondern nur noch angreifbarer.
Auf deine persönlichen Beleidigungen gehe ich mal gar nicht ein, die kannst Du bei Leuten, die so was ernst nehmen auskotzen. :)
Das ist keine persönliche Beleidigung, sondern ein Ruf nach Fakten und nicht nur diesem Palaver...

Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 14:37
von Rudolph Baader
Ich denke man muß diese Frage trennen, und vor allem darf man sie nicht verblendeten Politikern - oder jenen die sich dafür halten - überlassen, sondern eher Fachleuten.

In der Tat - wie Matt andeutete - ist wirklich nichts über "Spätschäden" der Krippenbetreuung bekannt.
Erziehungsfehler können überall gemacht werden,
die Entwicklung des Kindes kann an vielen anderen Stellen versaut werden. VOR ALLEM in den Familien, das muß ich nunmal so sagen und aufgrund meiner Berufserfahrung unterstreichen.
In den Krippen kann früh mit individueller Förderung in allen Bereichen begonnen werden. Die Vernetzung mit anderen Institutionen ist gegeben, bei Familien weiß man nie so genau ob die Eltern Zeit und Lust haben, sich mit der Entwicklungsförderung der Kinder zu beschäftigen.
Die Abnabelung in dem Alter ist zwar krass, aber gut. Die Kinder sehen ihre Eltern ja noch am Abend oder am Wochenende (manchmal sogar bedauerlicher Weise). Für Streicheleinheiten ist da genug Zeit.
In der Krippe wird vor allem Sozialverhalten gefördert, die Sache die heutzutage den meisten Jugendlichen meineserachtens fehlt.
Die Eltern - besonders Mütter - sind glücklicher, weil sie Bestätigung und Lohn durch einen Beruf erhalten. Glückliche Eltern wirken sich relativ gut auf die Entwicklung der Kinder aus. Eine gestresste Mutti, der zuhause die Decke über den Kopf fällt, aber keine Gelegenheit auslässt über die viele Hausarbeit zu jammern, ist keine bessere Alternative zur Krippe.
Natürlich will ich mal all die Familien ausklammern, die ein gewisses Einkommens- und Bildungsniveau haben. Dort funktioniert Erziehung meistens ganz gut. Bei der Mehrzahl der Familien kann man es allerdings nur begrüßen, dass die Kinder zumindest eine gewisse Zeit in professionellen Händen sind.

ABER der große Haken,
das sind alles Wunschträume von uns Pädagogen, und Luftschlösser der Politik.
Ohne Kohle, ohne Personal, ohne Rückhalt aus der Politik kann derartiges nicht qualitativ hochwertig funktionieren.

Hier in NRW blubbern die Politiker seit Monaten in höchsten Tönen über das KiBiz, die Träger und Pädagogen laufen Amok weil es der Ausverkauf der staatlichen Betreuung sein wird.
Die OGS hat man schon an die Wand gefahren...

Solange die Politik vom Geld beherrscht wird anstatt von Vernunft, bleibt die Kinder- und Jugendhilfe nunmal ein großes Provisorium, womit man nach Gutdünken Wählerstimmen fangen kann, aber im Zweifel Geld für "wichtigere" Dinge abziehen kann.

Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 14:45
von Konrad Grimm
Original von Matt Suchard
Zeigt mir eine wissenschaftlich fundierte Studie über die negativen Auswirkungen des Krippenbesuches von Kindern und ich mag mit euch über das Thema diskutieren. Aber mit dieser ideologischen Sichtweise kombiniert mit Staatshass holt ihr nun wirklich Niemanden hinterm Ofen vor.
Zu dem, was Kinder in staatlichen Erziehungseinrichtungen vorgesetzt bekommen:

Groth, Schäfer u.a. "Eingetrichtert. Die tägliche Manipulation unserer Kinder im Klassenzimmer"

Zu Erziehung allgemein:

von Braunmühl "Antipädagogik. Studien zur Abschaffung der Erziehung"
Stirner "Das unwahre Princip unserer Erziehung"

Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 14:46
von Konrad Grimm
Original von Rudolph Baader
Erziehungsfehler können überall gemacht werden,
Jede Form von Erziehung ist falsch.

Freiheit und Eigenheit für alle, nie wieder Moral und Untertanentum!

Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 14:47
von Amber Marie Ford
Original von Matt Suchard
[...]
Die Früchte des "Besserwessiismus" - wer unqualifizierte Sprüche sät von der Wiedervereinigung als Fehler, dem Gebiet der ehemaligen "DDR" als nutzlosem Millionengrab für den Steuerzahler in der alten Bundesrepublik, den früher in der "DDR" gefangen gehaltenen und ausgebeuteten Menschen als undankbaren und weinerlichen Schmarotzern usw., der braucht sich nicht zu beklagen wenn er dafür eine Generation junger Erwachsener erntet, deren Eltern zwar bildlich gesprochen gerade die letzten Babywindeln weggeworfen (bzw. gekocht ;)) haben, als Günter Schabowski die berühmten Worte sprach ("Nach meiner Kenntnis ist das - sofort, unverzüglich..."), aber trotzdem aus "eigener Lebenserfahrung" versichern können, dass vieles in der "DDR" gar nicht so schlimm war, wie die "Wessis" glauben und reden. Wer könnte es ihnen verdenken, dass sie dieses dämliche Gehabe mancher Leute als persönliche Angriffe gegen sich, ihre Eltern und Großeltern, die Menschen in ihren Heimatorten und -regionen usw. verstehen und sich gedrängt fühlen, dem entgegenzutreten, auch wenn sie selbst mit der sozialistischen Irrlehre gar nichts am Hut haben?

Ich kann mich - jedenfalls in Bildern, Stimmungen und Eindrücken - durchaus noch an meine Lebenszeit bis in das fünfte Lebensjahr hinein erinnern, während der ich zu Hause von meiner Mutter gepflegt und erzogen wurde. Natürlich hatte ich auch eine Babysitterin, die ich sehr mochte und die viele schöne Dinge mit mir unternommen hat, und da meine Mutter selbst gelernte Erzieherin ist und früher in einem Kindergarten gearbeitet hat, konnte ich, als ich dann schon etwas älter war, dort ab und zu mal einen Tag verbringen und schon einmal in das Kindergartenleben hineinschnuppern. Es war für mich eine sehr schöne und glückliche Zeit.

Mit etwa viereinhalb kam ich dann regulär in den Kindergarten, wo ich immer gerne hinging, wo ich meine ersten Freunde fand, wo gespielt, gesungen und gebastelt wurde, immer kindgerecht und meistens mit Bezug zur Jahreszeit oder zu besonderen Festen (Ostern, Erntedank, St. Martin, Weihnachten usw.). Auch das hat mir immer sehr viel Spaß gemacht.

Umso schrecklicher und schauerhafter sind für mich die vielen Erzählungen von Menschen, die die "vorbildliche" Kinderbetreuung im Sozialismus durchleben mussten: mit Disziplin und Schikanen, stumpfen Parolen, Aufs-Töpfchen-gehen auf Kommando, Mittagsschlaf in genau festgelegten Körperpositionen, Basteln von militärischen Orden und Ehrenzeichen anstatt Martinslaternen und Weihnachtsbaumschmuck... Die Erzählungen von Müttern, die seelisch fast daran zu Grunde gegangen wären, ihre Säuglinge in jener Hölle abliefern zu müssen, die sie selbst noch aus ihrer Kindheit kannten.

Und das sind keine Erzählungen aus CSU-Werbematerial, das sind Geschichten die mir Menschen in persönlichen Gesprächen aus ihren Leben erzählt haben.

Dass die Kleinstkinderbetreuung in der Bundesrepublik nicht in einen solchen ideologischen Drill auf eine perverse und menschenverachtende Ideologie ausarten würde oder wird wie in der "DDR", behauptet derweil niemand.

Aber es ist nun einmal nicht zu bestreiten, dass wenn schon Säuglinge einen Großteil der Zeit in der Obhut auch noch so gut ausgebildeter und aufrichtig liebevoller Erzieherinnen (und vielleicht auch hier und da Erzieher, wobei Männer die sich für diesen Beruf interessieren ja meistens von ihren "Kolleginnen" als würdelose Weicheier und "unechte" Männer gemobbt, und von Eltern als wahrscheinliche Pädophile angefeindet werden. Aber das ist ja nicht so tragisch, schlimmer ist, dass es noch viel zu wenig Frauen in technischen Berufen gibt, wie z. B. Abfallentsorgungstechniker (vulgo: Müllmann) oder... - nein, stopp! Frauen sind zu schwach und zu zierlich für die Müllabfuhr, und werden, wenn sie im Winter schon früh morgens im Dunkeln unterwegs sind, bestimmt vergewaltigt - das ist nicht zumutbar! Besser sie studieren was Naturwissenschaftliches, gehen in die Rüstungsindustrie und entwickeln dort immer neue Waffen, mit denen Männer im Krieg andere Männer auf immer bestialischere Arten umbringen, während sie, als zarte und schützenswerte Frauen, die die Regierung die diesen Krieg entfesselt hat mitgewählt haben, in sicheren Bunkern sitzen...) verbringen, diese ein anderes Verhältnis zu ihren Eltern entwickeln als Kinder, die zunächst zu Hause betreut, und erst etwas später in einen Kindergarten kommen. Eltern werden viele prägende Momente und Ereignisse mit ihren Kindern genommen, viele erste Fragen über diese Welt stellen die Kinder ihren Erzieherinnen (und selten Erzieherin, s. o.), diese beeinflussen erheblich, wie Kinder viele Dinge kennen und verstehen lernen.

Denke ich da an die - auch wenn, das kann ich nur gebetsmühlenartig wiederholen, natürlich keinerlei Vergleich zur "DDR" besteht! - streckenweise einfach nur dumme Propaganda und Formungsversuche im Sinne der metatotalitären bundesrepublikanischen Staatsideologie, welche ich während meiner dreizehn Schuljahre "genossen" habe, habe ich wenig Zweifel, dass der Staat sich die Chance nicht entgehen ließe, wenn ihm schon eine große Zahl, die Mehrheit oder alle Kinder über weite Teile des Tages anvertraut werden, wenngleich wesentlich subtiler und mit kindgerechteren Mitteln als in der "DDR", einige "Runen zu ritzen", um auf Staatsschule, Zwangsdienst, steuer- und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und Gebärpflicht vorzubereiten.

Wir erleben es doch bereits, wie der Staat die Familien zu Hölle, und sich zum Himmel stilisiert. Glaubt man dem Gerede sogar selbsttituliert "wertkonservativer" Politiker, herrschen in den Familien Sittenverfall, Lieblosigkeit, Desinteresse, Drogenabhängigkeit, Fernsehsucht, Gewaltspiele, Prügel, Hunger und sexueller Missbrauch, wovor die Kinder (schlechthin!) endlich durch Einsatz eines Heeres von Amtsärzten, Sozialpädagogen, Lehrern, Erziehern, Familienrichtern, Psychotherapeuten und Co. gerettet werden müssen.

Zur ideologischen Schlacht um die Zukunft - die Kinder - hat der Leviathan bereits geblasen...

RE: Krippenplätze – Staatliche Fürsorge oder Indoktrination von Kindesbeinen an?

Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 14:51
von Konrad Grimm
Original von Oliver von Palm
Zum Teil geht es aber sicher auch darum, die „Selbstverwirklichung“ von Frauen zu fördern, sprich: Sie sollen fulltime arbeiten können, ohne auf Kinder verzichten zu müssen. Das die Kinder dabei vielleicht zu Kurz kommen, nimmt man mal eben in Kauf.
Das hat nichts mit Selbstverwirklichung zu tun.

Die Frage der angeblich fehlenden Gleichstellung von Mann und Frau derweil entpuppt sich als pure Ideologie. Es hat schlichtweg nichts mit Gleichberechtigung zu tun, wenn Frauen heute meinen, die Erfüllung nur in möglichst männlichen Tätigkeiten zu finden. Schon gar nicht ist es, wie die hassgetriebene Alice Schwarzer proklamiert, Zeichen von Emanzipation oder Befreiung, wenn Frauen diesen Weg einschlagen. Die wenigsten Frauen treffen eine freie, (selbst-)bewusste Entscheidung für die Gestaltung dieses Teils ihres Lebensweges. Wie Herdentiere folgen sie gesellschaftlichen Leitideen, damals wie heute. Es geht nicht darum, das alte kulturelle Leitbild, die alte Moral, das alte Rollenverständnis zu verteidigen.




Aber die „Entscheidung“ für ein Nebeneinander von Familie und Beruf hat heute so wenig etwas mit Individualismus zu tun, wie seinerzeit die „Entscheidung“ für die Rolle als Hausfrau und Mutter. Die meisten Frauen, die sie angeblich treffen, folgen doch nur der sozialen Norm.

http://www.ef-online.de/2007/06/21/krip ... in-kommet/

Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 14:54
von Rudolph Baader
Original von Konrad Grimm

Jede Form von Erziehung ist falsch.

Freiheit und Eigenheit für alle, nie wieder Moral und Untertanentum!
LOL

Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 14:55
von Oliver von Palm
Wer hier übrigens von ideologischer Verbrämung spricht, ist wohl selbst ideologisch verbrämt. Aber was erwartet man: Die Deutschen sind mittlerweile vom Volk der Dichter und Denker zum Volk der Jammerlappen verkommen. Bäh, Steuern sind zu hoch. Bäh, unsere Schulen und Krankenhäuser sind scheiße. Rabäh, der Staat zockt uns alle ab, raa, der Staat tut zu wenig für uns. Niemand ist so leicht zu beherrschen wie der deutsche Jammerlappen!

Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 14:56
von Baudouin de Billancourt
Original von Konrad Grimm
Freiheit und Eigenheit für alle, nie wieder Moral und Untertanentum!
Ich halte es immer für tragisch, wenn Freiheit in einen (falschen) Gegensatz zur Moral gestellt wird.
Den Satz kann man auch so deuten, als setzest Du Moral mit Untertanentum gleich.