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Verfasst: Fr 20. Jul 2007, 15:15
von Helmut Hennrich
Original von Michael Schneider
Sozialismus ist immer der von Marx geprägte, von Sowjetunion und DDR leninistisch falsch, weil real, umgesetzte.
Und wie würden Sie dann die anderen Ausprägungen des Sozialismus bezeichnen?
Verfasst: Fr 20. Jul 2007, 16:54
von Oliver von Palm
Die Sozialdemokratie ist kein echter Sozialismus, sondern ein Mischmasch aus sozialistischen und liberalistisch-demokratischen Ideen.
Einen "demokratischen Sozialismus" ala Linkspartei kann es gar nicht geben. Fakt ist: Die LInkspartei möchte unser derzeitiges Wirtschafts- und Gesellschaftssystem über den Haufen werfen. Dazu würden 4 Jahre Legistlaturperiode nun wirklich nicht reichen. Manche stellen sich z. B. die Enteignung/Sozialisierung von Schlüsselunternehmen sehr leicht vor. In Wirklichkeit wären das jahrelange Prozesse. Zunächst müssten entsprechende Bescheide ergehen, gegen die 100 % Widerspruch eingelegt würde. Dann müssten die entsprechenden (natürlich ablehnenden) Widerspruchsbescheide ergehen. Allein das kann bis zu 3 Monate dauern. Danach geht das ganze seinen jahrelangen Weg durch die Justiz. Vom Verwaltungsgericht über das Oberverwaltungsgericht bis hinauf zum Bundesverwaltungsgericht, dann zum BVerfG und wenn die Enteignung da standhält, noch zum EuGH bzw. zum EuGHMR. Bis diese Prozesse vorbei wären, hätte es schon mindestens 2, wenn nicht mehr Neuwahlen gegeben.
Die Politik von CDU/SPD/FDP/Grünen/dem ganzen Rest mag uns nicht immer gefallen. Aber zumindestens wollen sie unsere Gesellschaft nicht radikal ändern. Eine Frage an unsere Sozen hier: Angenommen, ihr kommt mal an die Regierung und gestaltet die Gesellschaft um, akzeptiert ihr dann das Mehrparteiensystem und die Möglichkeit, dass ihr abgewählt und eure Reformen rückgängig gemacht werden können oder das eure Reformen, sofern verfassungswidrig, annuliert werden können?
Verfasst: Fr 20. Jul 2007, 17:19
von Helmut Hennrich
Original Oliver von Palm
Die Sozialdemokratie ist kein echter Sozialismus, sondern ein Mischmasch aus sozialistischen und liberalistisch-demokratischen Ideen.
Das ist eine interessante These, schließlich beruft sich die SPD zumindest noch in ihrem Grundsatzprogramm von 1959 auf den demokratischen Sozialismus und grenzt ihn strikt vom Kommunismus bzw. real existierenden Sozialismus ab.
Original von Oliver von Palm
Eine Frage an unsere Sozen hier: Angenommen, ihr kommt mal an die Regierung und gestaltet die Gesellschaft um, akzeptiert ihr dann das Mehrparteiensystem und die Möglichkeit, dass ihr abgewählt und eure Reformen rückgängig gemacht werden können oder das eure Reformen, sofern verfassungswidrig, annuliert werden können?
Wenn mit "Sozen" die SPD-Mitglieder gemeint sind - Helmut Kohl bezeichnete sie immerhin so, dann kann ich nur antworten: die Entwicklung nach 1918/19 spricht für sich, ebenso die Tatsache, dass Helmut Schmidt mittlerweile nicht mehr Bundeskanzler ist.
Verfasst: Fr 20. Jul 2007, 17:36
von Marko Untrial
Original von Helmut Hennrich
Wenn mit "Sozen" die SPD-Mitglieder gemeint sind - Helmut Kohl bezeichnete sie immerhin so, dann kann ich nur antworten: die Entwicklung nach 1918/19 spricht für sich, ebenso die Tatsache, dass Helmut Schmidt mittlerweile nicht mehr Bundeskanzler ist.
Hmm, ich vermute eher er hat damit die Mitglieder der Linkspartei gemeint. Immerhin war die SPD schon mehrerer Male an Regierungen auf Bundesebene beteiligt.
Verfasst: Fr 20. Jul 2007, 17:42
von Oliver von Palm
Wenn mit "Sozen" die SPD-Mitglieder gemeint sind - Helmut Kohl bezeichnete sie immerhin so, dann kann ich nur antworten: die Entwicklung nach 1918/19 spricht für sich, ebenso die Tatsache, dass Helmut Schmidt mittlerweile nicht mehr Bundeskanzler ist.
Die demokratische Einstellung der SPD steht für mich zweifelsfrei fest. Nein, mit Sozen meine ich die Mitglieder der Linkspartei hier im Forum.
Verfasst: Fr 20. Jul 2007, 17:44
von Maximilian von Rohan-Mason
Original von Helmut Hennrich
Bei den vielen Experten, die sich hier tummeln, würde mich doch eines interessieren: von welchem Sozialismus sprecht ihr?
...
oder werft ihr alles in einen Topf und kocht dann Eure Suppe der Vorurteile und Halbwahrheiten?
Ich gebe zu, meine gelesene sozialistische Literatur beschränkt sich auf die Genossen Mao und Marx. Sowie natürlich auf die Betrachtung der existierenden bzw. verflossenen sozialistischen Systeme. Da damit alles, bis auf der religiöse Sozialismus abgearbeitet ist (oh, ich kenne da sogar ein gewisses Programm meiner Partei...), erscheint es mir durchaus so, dass man trotz unterschiedlicher Ausprägung beim Sozialismus im Endeffekt das gleiche Aussagen kann. Denn die generellen Probleme und Ziele überschneiden sich trotz allem weitesgehend, vor allem in der praktischen Umsetzung - und die sollte maßgeblich sein.
Generell spreche ich aber immer vom klassischen und daraus folgend real gewordenen Sozialismus ala Marx sowie seiner russischen Erben.
Die Sozialdemokratie zähle ich übrigens nicht dazu; auch wenn im Parteiprogramm das Wort "Sozialismus" noch auftaucht, war die SPD immer so klug, sich an den Gegebenheiten zu orientieren.
Verfasst: Fr 20. Jul 2007, 21:13
von Konrad Grimm
Original von Robert Lindberg
Ich glaube fast nicht, sonst würdest du erkennen, dass er gut und friedlich, demokratisch und gerecht ist.
Wer sagt, dass ich das anders sehe? (Korrektur, blöde Frage: du sagst das.)
Du hast dir offenbar nicht die Mühe gemacht, meinen Thread-Titel zu interpretieren.
Was ich damit sagen möchte: Sozialismus ist für Menschen (ich möchte dieses Wort verwenden im Sinne Nietzsches) genauso gut, wie Scheiße für Fliegen. Sozialismus ist genau die richtige Lebensform für so erbärmliche Wesen wie den homo "sapiens" reptilis.
Verfasst: Sa 21. Jul 2007, 00:03
von Amber Marie Ford
Original von Maximilian von Rohan-Mason
Die Sozialdemokratie zähle ich übrigens nicht dazu; auch wenn im Parteiprogramm das Wort "Sozialismus" noch auftaucht, war die SPD immer so klug, sich an den Gegebenheiten zu orientieren.
Der Begriff des "demokratischen Sozialismus" im Programm der SPD ist eine Ehrerbietung an die Geschichte und Tradition der Partei, und vor allem auch jene ihrer Mitglieder, die im Kampf für die Demokratie, gegen braune wie rote Faschisten, ihr Leben gelassen haben.
Mit den Traumwelten einer Lucy Redler oder eines Oskar Lafontaine hat das absolut nichts zu tun! Alles was in der SPD einen IQ oberhalb von Bockwurst und Kartoffelsalat, oberhalb von Andrea Nahles und Ottmar Schreiner hat, bekennt sich nicht nur zur parlamentarischen und rechtsstaatlichen Demokratie, sondern auch zu einer ordoliberalen Wirtschaftsordnung.
Und ja, liebe Kinder, daraus folgt: wenn Berlins Regierender Tanz- und SED-Schmusebär Wowereit - ich wollte gerade "mal wieder" schreiben, aber "ständig" trifft es ja eher - die Partys der Berliner B- und C-Promiszene (die A-Szene feiert in München

) aufmischt, ist das Buffet intelligenter als er!
Edit: Rechtschreibung
Verfasst: Sa 21. Jul 2007, 02:00
von Konrad Grimm
Original von Amber Marie Ford
Mit den Traumwelten einer Lucy Redler oder eines Oskar Lafontaine hat das absolut nichts zu tun! Alles was in der SPD einen IQ oberhalb von Bockwurst und Kartoffelsalat, oberhalb von Andrea Nahles und Ottmar Schreiner hat, bekennt sich nicht nur zur parlamentarischen und rechtsstaatlichen Demokratie, sondern auch zu einer ordoliberalen Wirtschaftsordnung.
Also, ich glaube nicht, dass es Lafontaine ernst meint. Es ist schon ein Phänomen, dass der quasi vor seiner Villa stehen und eine Rede gegen den Kapitalismus halten kann. Wie das mit Redler, Nahles, Schreiner und Co aussieht, weiss ich nicht zu beurteilen.
Weiterhin glaube ich nicht, dass es was mit Intelligenz zu tun hat, ob man für den Sozialismus ist oder nicht. Eher und vor allem mit Gefühlen. Mitleid spielt zum Beispiel eine Rolle, aber eine untergeordnete (99,99 % der Menschheit kenne ich nicht. Ich kann mit ihnen also gar kein reales Mitgefühl haben), auch Neid und Faulheit, darüber hinaus aber vor allem Moral, mithin das "Über-Ich", implementierte Schuldgefühle.
Da ich bezweifle, dass die Masse der Menschheit sich jemals von letzterem lösen wird, wird sie auch die Ideologien nicht überwinden. Es ist mir entsprechend im Grunde auch recht gleich, wie sich die Wirtschaftsordnung schimpft, und niemand möge meine Beiträge in diesem Thread als pro-kapitalistisch missverstehen. Aber die Verachtung dafür bleibt.
Verfasst: Sa 21. Jul 2007, 07:35
von Oliver von Palm
Und ja, liebe Kinder, daraus folgt: wenn Berlins Regierender Tanz- und SED-Schmusebär Wowereit - ich wollte gerade "mal wieder" schreiben, aber "ständig" trifft es ja eher - die Partys der Berliner B- und C-Promiszene (die A-Szene feiert in München ) aufmischt, ist das Buffet intelligenter als er!
Ach, da braucht er doch nur in den Supermarkt zu gehen. Selbst ein Glas Essiggurken hat mehr Charme.