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Verfasst: Mo 16. Jul 2007, 12:30
von Oliver von Palm
Ich kenne keinen ernstzunehmenden Historiker, der an der DDR ausgerechnet den Systemwechsel, Enteignungen und Umverteilung kritisiert. Die Bodenreform z. B. wird allgemein als fortschrittlicher Schritt zur Bereinigung der sozialen Folgen der Nazi-Diktatur gesehen, der in der BRD so nicht geschehen ist.
Man hat Menschen mit Gewalt etwas ohne Entschädigung weggenommen. Unter normalen Umständen nennt man sowas Raub und der wird mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet:
http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__249.html
Die Bodenreform war nur eins: Verbrecherisch. Sie hätte eigentlich bei der Wiedervereinigung für nichtig erklärt werden müssen, das enteignete Land hätte kostenlos zurückübertragen und Folgekosten aus dem Staatsvermögen der DDR getragen werden müssen.
Deine Eingebungen in allen Ehren aber Du demonstrierst hiermit nur eins: Dass Du deine politische Meinung aus Deiner emotionalen Gesinnung ableitest und nicht aus Fakten.
Deine heißgeliebte Linke ist nun mal dieselbe Rechtspersönlichkeit wie die SED, genauso wie die Bundesrepublik Deutschland identisch mit dem Deutschen Reich ist. Nur weil etwas seinen Namen ändert und das blutrote Mäntelchen ein wenig saubermacht, ändert das nichts an der brutalen und eiskalten Wahrheit.
Verfasst: Mo 16. Jul 2007, 12:45
von Natalie von Matahari
Ach ist das schön, wenn solch radikale Meinungen aufeinander treffen. Ich bin ja echt gespannt, ob ihr euch irgendwann mal in der Mitte trefft und ob ich es schaffe mal meine Meinung einzubringen. =)
Verfasst: Mo 16. Jul 2007, 12:55
von Joseph A. Gladstone
@Monty:
Mach dir die Mühe nicht, Ford ist doch einer der Menschen, die Andersdenkende am liebsten sofort ausschalten würde. So kommt es einem zumindest vor.
Verfasst: Mo 16. Jul 2007, 12:57
von Oliver von Palm
Original von Joseph A. Gladstone
@Monty:
Mach dir die Mühe nicht, Ford ist doch einer der Menschen, die Andersdenkende am liebsten sofort ausschalten würde. So kommt es einem zumindest vor.
Nicht von deinen Genossen auf andere schließen.
Verfasst: Mo 16. Jul 2007, 13:45
von Natalie von Matahari
=) Was würde man nur ohne eure tiefgreifenden und untermauerten Argumenten machen.
Verfasst: Mo 16. Jul 2007, 13:59
von Amber Marie Ford
Original von Montgomery Scott
[...]
Was soll man gewissen Leuten eigentlich entgegnen, die scheinbar in ihrer eigenen Realität leben, kaum dass sie sich nach dem Sturz über einen ihrer Widersprüche aufgerappelt haben schon wieder straucheln, und zur Krönung anderen Verblendung vorwerfen? =) :rolleyes:
Die "neueste" Partei im Deutschen Bundestag sind die Grünen, gegründet 1980, die sich nach der Wende mit dem ostdeutschen Bündnis 90 vereinigt haben. Vom Präsidium aus gesehen ganz links sitzt
keine neue Partei, sondern die 1946 von sowjetischen Kadern durch die Zwangsvereinigung von KPD und SPD in ihrer Besatzungszone geschaffene SED (in welcher die Sozialdemokraten übrigens ganz schnell an den Rand gedrängt wurden, den Ton gaben lupenreine KPD-Stalinisten wie Walter Ulbricht an!), die sich seither einige Male umbenannt und die kurzlebige WASG in sich aufgenommen hat. Es gab zwischen der Zwangsheirat von KPD und SPD bis zur heutigen Stunde keinen Moment, da es diese Partei nicht gab, keinen echten Bruch, kein Ende der SED, keinen Neuanfang.
Was von deren Lippenbekenntnissen zur Verantwortung für vergangene Verbrechen zu halten ist sieht man ja, wenn man die neuen Kader und Aktivisten der alten Partei reden hört: Gysi und Kipping kündigen den "Systemwechsel" an, und Montgomery Scott orgelt uns die alte Leier vom Altnazi-Staat BRD, der vorbildlichen Aufarbeitung des Nazi-Unrechts in der "DDR" und der Fortschrittlichkeit und Segnungen kommunistischer Raubzüge gegen das rechtmäßige Eigentum unbescholtener und rechtschaffener Menschen vor. Und, ach ja, wer anderer Meinung ist, ist verblendet und argumentiert rein emotional und irrational...
Verfasst: Mo 16. Jul 2007, 14:12
von Bryn Thomson
Original von Amber Marie Ford
- zuletzt kleine Kinder in Uniformen gesteckt, paramilitärisch gedrillt und ihrer Kindheit beraubt wurden;
Wenn man das so hört muss meine Kindheit ja der reinste Alptraum gewesen sein... vielleicht in einem Paralleluniversum. :rolleyes:
Verfasst: Mo 16. Jul 2007, 14:14
von Bryn Thomson
Original von Montgomery Scott
[...] Unternehmern, die, wenn sie könnten, Ihren Arbeitern auch noch den letzten Cent angemessenen Lohn verweigern würden und sie gerne lieber früher als später einfach auf die Straße setzen würden.
Ist heute wieder Märchenstunde in Sachen Wirtschaft?
Verfasst: Mo 16. Jul 2007, 14:16
von Amber Marie Ford
Original von Bryn Thomson
Wenn man das so hört muss meine Kindheit ja der reinste Alptraum gewesen sein... vielleicht in einem Paralleluniversum. :rolleyes:
Menschen sind - Kommunisten und Co. mal weghören! -
Individuen, jeder ist anders, jeder reagiert anders auf bestimmte Dinge. Manchem mag seine Erfassung in das totalitäre Regime schon im Kindesalter gleichgültig gewesen sein, einige haben es vielleicht sogar als Spiel begriffen (à la "Das Leben ist schön"), aber mir haben schon viele Betroffene erzählt, wie sehr sie schon als Kinder unter der SED-Herrschaft gelitten haben.
Edits: Zitat, BB Code
Verfasst: Mo 16. Jul 2007, 14:36
von Montgomery Scott
Original von Amber Marie Ford
Vom Präsidium aus gesehen ganz links sitzt keine neue Partei, sondern die 1946 von sowjetischen Kadern durch die Zwangsvereinigung von KPD und SPD in ihrer Besatzungszone geschaffene SED
Davon, dass Du es zum x-ten Male wiederholst, wird es nicht richtiger und ich werde meine Argumente, die Du ja so oder so hartnäckig ignorierst, jetzt nicht nochmal wiederholen.
Es gab zwischen der Zwangsheirat von KPD und SPD bis zur heutigen Stunde keinen Moment, da es diese Partei nicht gab, keinen echten Bruch, kein Ende der SED, keinen Neuanfang.
Wie definierst Du denn einen Neuanfang? Was hätte man denn deiner Meinung nach 1990 machen sollen? Satzung und Programm wurden völlig neu verfasst, die Verbrechen der SED verurteilt und die SED-Verantwortlichen ausgeschlossen. Danach mussten alle Mitglieder in die Partei mit der neuen Satzung neu eintreten. Was genau hätte nun Deiner Meinung nach noch passieren müssen?
Was von deren Lippenbekenntnissen zur Verantwortung für vergangene Verbrechen zu halten ist sieht man ja, wenn man die neuen Kader und Aktivisten der alten Partei reden hört: Gysi und Kipping kündigen den "Systemwechsel" an
Wie es das Wesen der sozialistischen Bewegung ist. Welcher Natur der Systemwechsel sein soll, lässt sich im Programm und in unzähligen Publikationen nachlesen. Ich bin gespannt auf Deine sachliche Kritik.
und Montgomery Scott orgelt uns die alte Leier vom Altnazi-Staat BRD, der vorbildlichen Aufarbeitung des Nazi-Unrechts in der "DDR" und der Fortschrittlichkeit und Segnungen kommunistischer Raubzüge gegen das rechtmäßige Eigentum unbescholtener und rechtschaffener Menschen vor. Und, ach ja, wer anderer Meinung ist, ist verblendet und argumentiert rein emotional und irrational...
Nein, die Aufarbeitung der Nazi-Zeit war in der DDR keineswegs vorbildlich, ist in manchen Bereichen völlig ausgeblieben und auf keinen Fall durchweg positiv zu bewerten. Soweit gebe ich Dir recht. Auch wie die Bodenreform erfolgt ist, ist in keiner Weise zu rechtfertigen (der Begriff Raubzug muss leider in vielen Fällen als zutreffend gelten) aber DASS der Landbesitz von Adligen und von der Nazi-Diktatur geförderten Großgrundbesitzern an zum Wohle bedürftiger Bauern enteignet wurde, halte ich für gerechtfertigt.