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Verfasst: Mo 11. Jun 2007, 16:14
von Maximilian von Rohan-Mason
Der Staat diskriminiert doch permanent. Ich werde eines Tages auch Steuern für Dinge zahlen müssen, die mich allerhöchsten am Rande interessieren oder gar betreffen - und dann möglicherweise insgesamt auch verhältnismäßig mehr, als jene, die von Leistungen, die mich nicht betreffen, profitieren. Bis zu einem gewissen Bereich muss man das unter den Realitäten des sozialen Staats abbuchen; wahlweise akzeptieren oder dem widersprechen, aber in jedem Falle erstmal damit leben. Das ist das Wesen des Sozialstaats - man zahlt eben für andere, oder aber kassiert von anderen.
Wenn allerdings irgendwann die Genetik als Begründung für Steuerpolitik angesehen wird, und der Mensch danach beurteilt wird unabhängig der Situation, finde ich das sehr bedenklich.
Verfasst: Mo 11. Jun 2007, 17:19
von Baudouin de Billancourt
Original von Jonathan Metternich
...
Was kann ich bitteschön dafür, dass einige Frauen Kinder bekommen und Männer nicht? :rolleyes:
Es ist doch wohl klar, dass Frauen, die ein paar Jahre Babypause machen, weniger Geld verdienen als ohne. Zudem gibt es gerade in den älteren Jahrgängen mehr akademisch gebildete Männer als Frauen, was zu einem Gehaltsgefälle führt. Das ist keine Diskriminierung (und, um das endlich klarzustellen: selbst wenn es so wäre, muss jeder Mensch das Recht haben, andere auf diese Art und Weise zu "diskriminieren").
Verfasst: Mo 11. Jun 2007, 17:23
von Oliver von Palm
Original von Baudouin de Billancourt
Was kann ich bitteschön dafür, dass einige Frauen Kinder bekommen und Männer nicht? :rolleyes:
Es ist doch wohl klar, dass Frauen, die ein paar Jahre Babypause machen, weniger Geld verdienen als ohne. Zudem gibt es gerade in den älteren Jahrgängen mehr akademisch gebildete Männer als Frauen, was zu einem Gehaltsgefälle führt. Das ist keine Diskriminierung (und, um das endlich klarzustellen: selbst wenn es so wäre, muss jeder Mensch das Recht haben, andere auf diese Art und Weise zu "diskriminieren").
:klatsch: :klatsch:
Verfasst: Mo 11. Jun 2007, 18:04
von Jonathan Metternich Hughes
Ich heiße nicht John.
Original von Oliver von Palm
Wer so eine offene staatliche Diskriminierung fordert wie diese Dame, hat seinen Anspruch auf Diskussion verloren.
Nein. Boiger und Du dürfen hier ja auch noch mitdiskutieren.
Verfasst: Mo 11. Jun 2007, 19:24
von Shiri Gurion
In der Frankfurter Rundschau gab es heute dazu einen passenden, herzerfrischenden Kommentar:
Geniale Idee, nur zu früh
Von Uwe Vorkötter
Erst kommen die Sommerferien, dann kommt das Sommerloch. Das Sommerloch ist die Zeit, in der der letzte zu Hause verbliebene CSU-Abgeordnete Mallorca zum 17. Bundesland erklärt. Es ist die Zeit, in der garantiert eine Strafsteuer auf Fast Food gefordert wird, das Verbot schlechter Spielfilme oder höhere Kassenbeiträge für Raucher. Jetzt verdanken wir der Grünen-Politikerin Antje Hermenau einen Vorschlag, der in diese Reihe passt: Frauen sollen weniger Lohnsteuer zahlen als Männer. Denn: Wenn die Frau beim Finanzamt einen Bonus hat, geht sie arbeiten und er macht die Wäsche. Gleichstellungspolitik eben. Der Vorschlag ist gut, allerdings noch zu kurz gedacht. Mindestens müsste parallel dazu die Mehrwertsteuer für Männer gesenkt werden. Das wäre ein klarer Anreiz, auch beim Einkauf tradierte Rollenbilder über Bord zu werfen. Und wenn er mehr Geld ausgibt, nützt das der Konjunktur und und und...
Dumm nur, dass noch keine Sommerferien sind, und kein Sommerloch. So steht zu befürchten, dass die geniale Idee von Frau Hermenau nicht gebührend gewürdigt wird.
Verfasst: Mo 11. Jun 2007, 19:26
von Oliver von Palm
Original von Jonathan Metternich
Ich heiße nicht John.
Nein. Boiger und Du dürfen hier ja auch noch mitdiskutieren.
Also findest du solche Vorschläge ernsthaft diskussionswürdig?
PS: Wie heißt du dann

?
Verfasst: Mo 11. Jun 2007, 23:41
von Konrad Grimm
Original von Lordi Berenger
Ich finde den Vorschlag gar nicht so übel...
Ich finde den Vorschlag gut, dass man Männer, die diesen Vorschlag unterstützen, kastrieren sollte.
Was den Rest angeht: Nicht jammern. Gejammer bringt gar nichts. Es gibt nur einen richtigen Umgang mit Gesetzen, die einem nicht passen:
Gehorche ihm, wenn du es nicht umgehen kannst.
Umgehe es, wenn du es nicht zerstören kannst.
Zerstöre es, sobald du es kannst.
Verfasst: Mo 11. Jun 2007, 23:54
von Joseph A. Gladstone
Original von Maximilian von Rohan-Mason
Wenn allerdings irgendwann die Genetik als Begründung für Steuerpolitik angesehen wird, und der Mensch danach beurteilt wird unabhängig der Situation, finde ich das sehr bedenklich.
:klatsch:
Um es - aus meiner Sicht - etwas deutlicher zu machen: Das wäre dass, was ich fast als rassistisch bezeichnen würde.
Verfasst: Di 12. Jun 2007, 00:03
von Matt Suchard
Original von Jonathan Metternich
Frauen werden durchaus noch benachteiligt. Nicht auf dem Papier, natürlich, da sind wir sehr weit. In Deutschland ist das Phänomen "glass ceiling"* aber noch deutlich stärker ausgeprägt als in vielen anderen Staaten (und das ändert sich auch nicht dadurch, dass eine Frau Bundeskanzlerin ist).
Daran ändert allerdings auch der Vorschlag dieser Reinkarnation von Alice Schwarzer nichts. Das ist ein gesellschaftliches Problem.
Und das Frauen jahrelang Babypause liegt bekanntlicherweise auch nur an der Unterversorgung mit Kinderbetreuungsplätzen. Also sollte man doch an dem Konzept der Frau von der Leyen arbeiten, bevor man seine kognitiven Kräfte für solch einen Kokolores verschwendet.
Verfasst: Di 12. Jun 2007, 01:11
von Jonathan Metternich Hughes
Der FR-Kommentar war wirklich treffend. :daumen:
Original von Matt Suchard
Daran ändert allerdings auch der Vorschlag dieser Reinkarnation von Alice Schwarzer nichts. Das ist ein gesellschaftliches Problem.
Richtig. Ich finde den Vorschlag auch nicht gut, das ist hahnebüchener Unsinn. Aber von mir aus kann Frau Hermenau sich dementsprechend äußern, ohne dass ich ihre Einweisung in die Irrenanstalt verlangen würde. Da habe ich in diesem Forum schon Sachen gelesen, die mich weitaus mehr am Geisteszustand einiger Mitspieler zweifeln lassen (nicht nur von den bereits Genannten, übrigens).
gez. Felix
