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Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 18:18
von vSzP
Original von Konrad Grimm
Vergiss nicht, dass Dein Parteifreund Heiner auch dabei war.
Erbärmlich, dass der CDU der Mumm fehlt, Geißler vor die Tür zu setzen.
Nein, ich finde nicht das man ihn deswegen rausschmeißen soll. Das fand ich übrigens auch bei Hohlmann übertrieben
Ob Heiner Geißler dabei ist oder nicht, stört mich auch erstmal nicht. Ich find die friedlichen Demonstraten eine Bereicherung. Mir stören die, die nur der Gewalt wegen dahin fahren und für diese schlimmen Bilder verantwortlich sind.
Frage: Was geht in einem solchen Menschen vor? Es sind ja in der Regel keine dummen Mitläufer...
Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 18:40
von Konrad Grimm
Original von vSzP
Frage: Was geht in einem solchen Menschen vor? Es sind ja in der Regel keine dummen Mitläufer...
Nun, was genau es ist, weiss ich auch nicht. Aber es gibt da ja ein interessantes Phänomen, das im Zuge des demographischen Wandels beschrieben wurde: Gesellschaften sind dann instabil, wenn es viele Junge (besonders junge Männer) gibt. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass diese Gruppe immer gewalttätig in Erscheinung tritt, in jeder Generation:
- heute Anti-Globalisierungsbewegung
- in den 90ern Chaostage und brennende Asylantenheime
- in den 80ern "Republik freies Wendland", Anti-AKW-Bewegung
- in den 70ern und späten 60ern die "68er", die RAF, die Studentenrevolte
- in den 50ern: Keine nennenswerten Unruhen in Westdeutschland - die entsprechende Generation war an der Front gefallen
- in den 20ern und 30ern: SA und Roter Frontkämpferbund beerdigen die Weimarer Republik
- davor: lange Zeit nichts. Warum? Genügend Kriege.
- um 1848: Friedensperiode der Metternich'schen Restaurationszeit - promt Studentenrevolten, "Hambacher Fest"
Vielleicht sind's die Hormone, aber mit den vorgeschobenen Gründen, all den Hirngespinsten von Nationalismus über Sozialismus bis Ökologismus hat es wohl nichts zu tun. Die sind austauschbar.
Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 18:41
von Fiete Schulze
Original von vSzP
Ich find die friedlichen Demonstraten eine Bereicherung. Mir stören die, die nur der Gewalt wegen dahin fahren und für diese schlimmen Bilder verantwortlich sind.
Zustimmung, der heutige Tag hat mal wieder gezeigt wie wenige Chaoten den friedlichen Protest von zehntausenden Menschen zerstören kann.
Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 18:47
von vSzP
Original von Fiete Schulze
Zustimmung, der heutige Tag hat mal wieder gezeigt wie wenige Chaoten den friedlichen Protest von zehntausenden Menschen zerstören kann.
Ja, man schaue sich nur einmal die Berichterstattung an: 2 Absätze über die friedlichen Demonstranten und 10 über die Ausschreitungen. Diese Leute sind bringen der ganzen Demonstrantion nichts.
Auf Spiegel online wurde eine Frau zitiert, die angeblich die Vermummten angeschrieen hat, dass diese verschwinden sollten. Ich weiß zwar nicht, ob das wirklich stimmt, aber solche Leute braucht es vielmehr.
Eine politische Message der Demonstranten kann man heute nicht erkennen und das ist für jeden schade, der die Probleme Afrikas, Asiens und Südamerikas wirklich ernst nimmt...
Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 18:48
von Fiete Schulze
Original von Konrad Grimm
Nun, was genau es ist, weiss ich auch nicht. Aber es gibt da ja ein interessantes Phänomen, das im Zuge des demographischen Wandels beschrieben wurde: Gesellschaften sind dann instabil, wenn es viele Junge (besonders junge Männer) gibt. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass diese Gruppe immer gewalttätig in Erscheinung tritt, in jeder Generation:
- heute Anti-Globalisierungsbewegung
- in den 90ern Chaostage und brennende Asylantenheime
- in den 80ern "Republik freies Wendland", Anti-AKW-Bewegung
- in den 70ern und späten 60ern die "68er", die RAF, die Studentenrevolte
- in den 50ern: Keine nennenswerten Unruhen in Westdeutschland - die entsprechende Generation war an der Front gefallen
- in den 20ern und 30ern: SA und Roter Frontkämpferbund beerdigen die Weimarer Republik
- davor: lange Zeit nichts. Warum? Genügend Kriege.
- um 1848: Friedensperiode der Metternich'schen Restaurationszeit - promt Studentenrevolten, "Hambacher Fest"
Vielleicht sind's die Hormone, aber mit den vorgeschobenen Gründen, all den Hirngespinsten von Nationalismus über Sozialismus bis Ökologismus hat es wohl nichts zu tun. Die sind austauschbar.
Naja...ich denke man muss das schon zwischen Krawalltouristen und Menschen die um gewisse Ziele kämpfen unterscheiden.
In Rostock habe ich heute nur sinnlose Gewalt gesehen, ohne jeglichen politischen Zusammenhang. In einigen Punkten die du aufgezählt hast, stecken aber politische Ziele dahinter...ich denke da müssen Unterschiede gemacht werden. Und das die Gewalt größer wird, weil es zu viele junge Männer gibt, ist doch wohl ein schlechter Witz. Und wenn es so ist, dann nehme ich lieber die Krawalle in Kauf als einen Krieg.
Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 18:53
von Konrad Grimm
Original von Fiete Schulze
Naja...ich denke man muss das schon zwischen Krawalltouristen und Menschen die um gewisse Ziele kämpfen unterscheiden.
Ich rede nur von den Krawallmachern. Denen war und ist es egal, wofür oder wogegen sie kämpfen.
In meiner obigen Aufzählung habe ich noch den Fußball vergessen, und dass mir ein Krieg lieber wäre, will ich nicht gesagt haben.
Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 18:54
von Fiete Schulze
Original von vSzP
Auf Spiegel online wurde eine Frau zitiert, die angeblich die Vermummten angeschrieen hat, dass diese verschwinden sollten. Ich weiß zwar nicht, ob das wirklich stimmt, aber solche Leute braucht es vielmehr.
Es gab genug von dieses Leuten. Wir sind gerade mit unserem Block angekommen am Stadthafen, als die "Schwarzen" ihre erste Welle hinter sich gebarcht haben. Nach dem Lafo in Sicherheit gebracht wurde (jaja...so schnell ist man auch als Spitzenpolitiker aufeinmal mittendrin) skandierten tausende Leute mit "Aufhören" "Keine Gewalt" "nehmt die Masken ab". Es war eine Riesenwut auf diese Blödis da, weil es bis zu diesem Zeitpunkt ein wirklich bunter und friedlicher Protestzug war.
Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 19:06
von Konrad Grimm
Die deutsche Polizei geht einfach viel zu lax vor. Wo ist das Tränengas? Wo sind die Gummigeschosse? Haben die sowas überhaupt? Die stehen doch nur rum und schauen zu. Kein Wunder, dass die schon über hundert Verletzte haben.
Der deutsche "Rechtsstaat" ist eine erbärmliche Lachnummer.
Edit: Dachte ich es mir doch - die deutsche Polizei hat (laut wikipedia) gar keine Gummigeschosse zur Verfügung (anders als etwa Großbritannien). Und übrigens auch keine Blendgranaten (anders als etwa Frankreich)
Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 19:14
von Fiete Schulze
Original von Konrad Grimm
Edit: Dachte ich es mir doch - die deutsche Polizei hat (laut wikipedia) gar keine Gummigeschosse zur Verfügung (anders als etwa Großbritannien). Und übrigens auch keine Blendgranaten (anders als etwa Frankreich)
Und? Sind trotz Gummigeschosse und Blendgranaten die Krawalle in Großbritannien oder Frankreich irgendwie "friedlicher"?
Verfasst: Sa 2. Jun 2007, 19:25
von Natalie von Matahari
Frankreich definitiv nein, was da los war zu den Studentenrevolten.