Original von Hajo Poppinga
Und noch ein Witz: Deine Aussage stimmt nicht! Nicht nur, daß man sich allein durch die gemeinsame Religion tatsächlich eine Wertegrundlage teilte, nein, auch ziehen sich durchaus gemeinsame Konzepte durch die Rechtssysteme aller westeuropäischen Länder, gemeinsame historisch-wirtschaftliche Entwicklungen, die in allen Ländern gleichermaßen abliefen und sogar die politischen Entwicklungen liefen und laufen in diesen Ländern vielfach parallel. Noch dazu andere historische Gemeinsamkeiten.
Wie groß die Gemeinsamkeiten sind, ist aber im Endeffekt subjektiv. Und die Einsicht, dass es sich bei Europa um eine Gemeinschaft handelt, die zusammengehört, ist dafür, dass sie so objektiv und faktisch ist, den europäischen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg bzw. nach dem Ende des Ostblocks ganz schön überraschend gekommen.
Wenn Du es hier schon auf die EU beziehst - wir können doch nicht jeden aufnehmen, der das Interesse hat. Es müßen doch gewisse Bedingungen erfüllt sein, daß gehört die gemeinse Wertegrundlage und eben auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, wie die Achtung der Menschenrechte. Das erfüllt die Türkei schonmal gar nicht, und Bulgarien und Rumänien haben da auch etliche Defizite.
Natürlich müssen sie Bedingungen erfüllen, das ist doch völlig klar. Wovon ich aber redete, war ein kategorischer Ausschluss und genau den will das rechtskonservative Lager in Deutschland in Bezug auf die Türkei praktizieren. Natürlich muss sich für eine Aufnahme die EU dort noch einiges ändern. Aber das wird eben nicht passieren, wenn Frau Merkel und Konsorten sagen, dass es sich bei Mitteleuropa und der Türkei und zwei Staaten handelt, die grundsätzlich aus irgendwelchen bestenfalls metaphysischen Überlegungen nicht zusammengehören.