Original von Helmut Hennrich
Wir Sozialdemokraten präsentieren uns alles andere als programmatisch oder gar personell ausgezehrt: das beweist sowohl unser Wahlprogramm, welches ausreichend präzise ist, als auch unser Personalvorschlag zur kommenden Wahl.
Huch, hab ich das irgendwo überlesen?
Personell ist die SPDU grottig aufgestellt. Herr Hennrich ist die einzige Ausnahme. Herr Dowan und Herr Schulze waren vermutlich mal wichtige Politiker in diesem Land. Aber in dieser Zeit darf sich niemand ausruhen oder gar schlafen. Und was Frau van Rotstein angeht, da habe lass ich mich noch überraschen. Bisher ist sie mir nur durch ihre Arbeit als Zeitungsverlegerin aufgefallen.
Inhaltlich sieht es bei den Sozialdemokraten leider nicht besser aus, Herr Hennrich. Von einem "ausreichend präzisem" Wahlprogramm zu sprechen ist schon nah an der Realitätsverdrehung dran. Von einem "mangelhaft bis ungenügend" zu sprechen, wäre weitaus angebrachter.
Werfen wir einen Blick auf einzelne Passagen:
Sie wollen einen "Prozess in Gang zu setzen, der die ehemaligen Sezessionisten mit der Demokratischen Union versöhnt". Wie dieser aber nun genau aussehen soll, lassen sie offen. Der Wähler kann sich jetzt von möglichen Gesprächen bis hin zu Entschuldiungs-Postkarten alles vorstellen. Werden Sie konkret und sagen Sie, was geschehen soll, welche Schritte unternommen werden sollen, um dieses von Ihnen gesetzte Ziel zu erreichen!
Richtig erkannt haben Sie, dass die DUR unter einem Bürgermangel leidet. Mehr aber leider auch nicht. Problem erkannt, Idee gehabt, aber leider nicht zu Ende gedacht. Eine "Initiative, mit deren Hilfe neue Bürger angeworben und ehemalige reaktiviert werden können" ist lobenswert und klingt gut. Aber wie soll das konkret aussehen? Im Inland? Im Ausland? Im Sinne einer Werbekampagne? Oder einfach ein paar hoffnungsvolle Ansprachen? Als Wähler kaufe ich doch nicht die Katze im Sack.
Gleiches gilt für die Zusammenlegung von "Ämter[n], die miteinander insofern kompatibel sind, als dass sie ähnliche Aufgabenstellungen zugewiesen bekommen haben" und die Aufhebung von Verboten zur gleichzeitigen Ausführung mehrerer Ämter. Klingt wirklich fortschrittlich. Aber haben Sie auch wirklich konkrete Ämter im Sinn, als sie das formulierten?
Es mag sein, dass die Sozialdemokraten erkannt haben, dass es in diesem Land Probleme gibt. Und es ist löblich, dass hier etwas getan werden soll. Die ersten Gedanken sind vermutlich nicht schlecht. Sie sind aber weder konkret, noch machen Sie dem Wähler deutlich, was ihn erwartet.
Ein solches Wahlprogramm ist eine Blenderei und besteht aus inhaltslosen Phrasen, die nur schön klingen. Was dieses Land braucht sind konkrete, durchdachte Arbeitsschritte, die letzendlich helfen werden. Und dafür brauchen wir Leute, die sich diese Gedanken ausführlich gemacht haben, formulieren und umsetzen können. Und diese Leute sehe ich nun wirklich nicht in der SPDU.
Ungenügend, setzen!