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Der Flächenbrand ist doch längst da.
 

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Gesandte aus der Irkanischen Union.
Jungspund
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Jungspund

Beitrag von Damian Fuller »

Weitere Aspekte der aktuellen Situation:
- In den brodelnden arabischen Staaten gibt es einen (inzwischen auf die Zukunft hin abgeschwächten, aber aktuellen) Youth Bulge.
- Nach Informationen u.a. von WikiLeaks wäre es möglich, dass die Regierung der USA den Umsturz in den betroffenen Ländern etwas gefördert hat. Aus dieser Perspektive scheinen geopolitisch andere Prioritäten gesetzt worden zu sein.

In Tunesien könnte es sein, dass die jungen Revoltierenden die autoritären Strukturen nicht durch eine islamistisch begründete Diktatur ersetzen wollen. Dadurch gäbe es zumindest die Möglichkeit, dass dieses Land sich eher zu einer eher offenen Gesellschaft hin verändert. Das wäre wirklich eine interessante Entwicklung. Andere sehen ja für den Westen den Kampf Direkte Demokratie versus Eliten-Herrschaft kommen. In Arabien scheint es derzeit der Kampf "Junge Menschen gegen alte Strukturen" und "Dynamik versus Autoritarismus" zu sein. Was herauskommt ist derzeit wohl offen. Da haben aber die verschiedenen Länder auch unterschiedliche Ausgangspositionen und gesellschaftliche Strukturen.
 

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Damian Fuller
Jungspund
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Jungspund
Ägypten: Obama drängt Mubarak zum Rücktritt

Ägyptens Präsident will abtreten, jedoch erst im Herbst. Den USA reicht diese Zusage nicht, sie drängen zum raschen Wandel. Die Regimegegner wollen weiter demonstrieren.
Obama richtete sich in seiner Erklärung auch an die Demonstranten. "Dem ägyptischen Volk, vor allem den jungen Ägyptern, möchte ich klar sagen: Wir hören Eure Stimmen." Er habe einen unbeugsamen Glauben daran, "dass Ihr Euer eigenes Schicksal bestimmen werdet".
Das ist die (bzw. eine) Frage.
Auch Friedensnobelpreisträger ElBaradei zeigte sich enttäuscht. "Wie immer hört er nicht auf sein Volk." Er rief Mubarak auf, bis zum kommenden Freitag zurückzutreten. Kompromisslos zeigte sich auch die gesamte Opposition: Sie lehnt Gespräche mit den Machthabern, vor allem mit dem neuen starken Mann in Ägypten, Vizepräsident Omar Suleiman, ab – solange Mubarak nicht zurückgetreten ist.

Amr Mussa, Generalsekretär der Arabischen Liga, äußerte sich versöhnlicher und warnte davor, das Angebot Mubaraks gleich vom Tisch zu fegen. "Ich glaube, dass da etwas angeboten wurde, über das man genau nachdenken sollte", sagte er im US-Nachrichtensender CNN. Mussa kündigte an, er werde möglicherweise selbst für das Präsidentenamt kandidieren.
Quelle: dpa, reuters, afp
 

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Damian Fuller
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Registriert: Mi 14. Mär 2007, 16:23
Das mit dem Jugendüberschuss ist ja für viele arabische und Maghreb-Staaten typisch. Deren Bevölkerungspyramide sieht so aus wie Deutschlands zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Daher bin ich doch immer etwas verwundert, wenn hierzulande geheult wird, wir hätten zu wenig Kinder. Am Beispiel von Rumänien sieht man ja, dass staatlich verordnetes Kinderkriegen einige sehr üble Schattenseiten haben kann.
 

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Palin Waylan-Majere OEL
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btw: Jordanien stellt seine Regierung um, der Präsident von Jemen kandidiert nicht mehr. Es ist einiges in Bewegung.

Habt ihr auch gehört, dass China in seinen Suchmaschinen "Ägypten" zensiert? ;)
 

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Palin Waylan-Majere OEL
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Ägyptischer Demonstrant will Israel zerstören

Das hab ich erwartet.
Nachdem die israelische Regierung sich schon beschwert hatte, dass die westlichen Staaten Mubarak nicht ausreichend unterstützen, war es nur eine Frage der Zeit, bis solche Forderungen laut werden. Nun ist das nur ein einzelner bärtiger Mann mit Basecap - aber auch im Gaza-Streifen und im Westjordanland leben Araber, die sich vielleicht anstecken lassen von der Entwicklung in den umgebenden Ländern. Diese Aufstände richten sich ja eher gegen pro-westliche Regimes. Möglicherweise erleben wir bald die nächste Intifada.
 

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Palin Waylan-Majere OEL
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Registriert: Mo 26. Apr 2010, 18:06
Original von Palin Waylan-Majere
Das mit dem Jugendüberschuss ist ja für viele arabische und Maghreb-Staaten typisch. Deren Bevölkerungspyramide sieht so aus wie Deutschlands zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Daher bin ich doch immer etwas verwundert, wenn hierzulande geheult wird, wir hätten zu wenig Kinder.
Verlagert auf neues Thema.
 

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Kamler Johanssen,
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Registriert: Mo 26. Apr 2010, 18:06
Original von Palin Waylan-Majere
btw: Jordanien stellt seine Regierung um, der Präsident von Jemen kandidiert nicht mehr. Es ist einiges in Bewegung.
Von den Akteuren her ist einiges in Bewegung. Ob sich das bald - und/oder dann dauerhaft - in strukturellen Änderungen niederschlägt ist unklar. Aber das überhaupt nach langen Jahren die Zeit der "arabischen Autokraten" vorbei zu sein scheint, ist ein historisch (und für die betroffenen Bevölkerungen) bemerkenswertes Ereignis.
Habt ihr auch gehört, dass China in seinen Suchmaschinen "Ägypten" zensiert? ;)
Ja, würde das den oftmals klugen und derzeit relativ weltnah (nur selektiv weltoffen) orientierten chinesischen Staatslenkern zutrauen.
Original von Palin Waylan-Majere
Nun ist das nur ein einzelner bärtiger Mann mit Basecap - aber auch im Gaza-Streifen und im Westjordanland leben Araber, die sich vielleicht anstecken lassen von der Entwicklung in den umgebenden Ländern. Diese Aufstände richten sich ja eher gegen pro-westliche Regimes. Möglicherweise erleben wir bald die nächste Intifada.
Das ist die Frage, wie man die derzeitige Revolutionsversuche und die Richtung, die sie nehmen werden, einschätzen soll. Auf jeden Fall ist es, wie fast immer, ein Aufstand der Jungen und die Straße ist der Platz der Männer.
Es könnte eine antiautoritäre Bewegung sein, die sich eher für eine auch praktisch/politisch/kulturell "westlichere" Richtung ihrer Gesellschaften einsetzt.
Es könnten auch andere Ideologien und politische Leitvorstellungen die Oberhand gewinnen. Bei Tunesien sagt man ja, dass es eine eher säkulare Entwicklung hatte die letzten Jahrzehnte. Bei Ägypten gibt es wohl sehr verschiedene Strömungen.
 

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Kamler Johanssen,
sozialliberalistisch,
ehemaliger kommissarischer Unionsvorsitzender der FLA
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Registriert: Fr 2. Nov 2007, 12:28
Ich finde die Reaktion weiter Teile der israelischen Politik- und Presselandschaft bezeichnend. Offenbar traut man den Arabern keine Demokratiefähigkeit zu und hält sie mit ihren Diktatoren für relativ gut bedient (vergleichbare Zweifel gab es in den 1950ern in der US-Politikwissenschaft in Bezug auf Südamerika). Dabei muss doch jedem einleuchten, dass nach fast 30 Jahren ein 82-Jähriger nicht mehr die Zukunft darstellen kann.

Die Befürchtungen, die da geweckt werden, finde ich maßlos überzogen. Das ägyptische Militär hat kein Interesse an einem Krieg mit Israel und die ägyptische Bevölkerung wird in den nächsten Jahren ganz andere Probleme haben. Die Muslimbruderschaft ist gemäßigter, als sie oftmals dargestellt wird, und wird sowohl in Bezug auf Israel als auch auf den Suez-Kanal Stabilität wahren.

Werden künftig andere Töne aus Kairo nach Tel Aviv schallen? Ja. Wird das Israel gefährden? Nein. Wäre es schön, wenn die Israelis endlich Schritte unternähmen, um ihr Dilemma zu lösen? Ja, aber es bleibt leider unwahrscheinlich.
 

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Anastasia von Metternich
Generalsekretärin des Rats der Nationen a.D.
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Tony Blair schießt den Vogal ab: Mubarak is 'immensely courageous and a force for good'.

Dann sagt er noch, die sollen mal nicht so zu den Wahlen rushen, weil da gibts doch diese Muslimbruderschaft...
 

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Palin Waylan-Majere OEL
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