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Original von Johannes Georg Graf von Falkenstein
Im Grunde braucht jeder, ob Mann oder Frau etwas Glück das Posten frei werden, eine*n Protektor*in (altgediente*r Spitzenpolitiker*in), sowie ein glückliches Händchen im Umgang mit Menschen.
So würde ich es auch sehen; ohne Fortune läuft nichts.
Und Männerquoten im Erziehungsbereich ist ebenfalls Blödsinn, es hat keinen nachhaltigen Einfluß auf die Entwicklung eines Jungen, ob er in der Grundschule einen Lehrer oder eine Lehrerin hat. Das ist Unsinn, den da Kristina Schröder verzapft (wie so vieles).
Soweit es die Männerquote im Erziehungsbereich angeht, würde ich Dir zustimmen. Ich halte das für nicht angebracht; was aber nicht heißt, daß ich nicht einen großen Aufholbedarf am Männeranteil in diesem Bereich sehe. Denn Deine zweite These teile ich nicht: Es ist nämlich meiner Ansicht nach vital für die Aufbringung eines Kindes, daß es gleichermaßen von Männern und Frauen erzogen wird. Eine nur von männlichen oder weiblichen Bildungsmethoden dominierte Erziehung kann nicht funktionieren; das werden Dir auf Nachfrage gerne dutzende Grundschulleiter bestätigen. Ich weiß von vielen Grundschulleiterinnen, die händeringend nach männlichen Kollegen suchen.
Muss eher ein Umdenken, eine andere kulturelle Hegemonie her, indem man Frauen für Männerdomänen Naturwissenschaften, Politik und Wirtschaft versucht zu begeistern (btw sind die meisten BWL-Student*innen mittlerweile weiblich). Auf Grund des demographischen Wandels wird sich dahingehend schon was ändern. In typischen Frauendomänen muss man durch das Ansprechen von jungen Männern im umgekehrten Falle versuchen diese für einen sozialen Beruf zu begeistern.
Ich würde dem insoweit zustimmen, als das die Demographie auf ganz natürlichem Wege hier die Änderungen bewirken wird. Ob eine "andere kulturelle Hegemonie" her muß würde ich bezweifeln - zumindest nicht, wenn das "gender mainstreaming" bedeutet. Du hast selber ein herzallerliebstes Beispiel für die Absurdität gegeben:
(btw sind die meisten BWL-Student*innen mittlerweile weiblich)
Man lasse sich das einmal auf der Zunge zergehen: "Die meisten BWL-Student*innen sind weiblich" - was sollen BWL-Studentinnen denn sonst sein? Mehrheitlich geschlechtsneutral? Sprachlich korrekt ist für eine Mehrzahl von Studenten nur "Studenten". Sprachlich unglücklich ist schon "Studierende" und wirklich furchtbar und verzweifelt "geschlechtergerecht" (Was soll das sein?) ist dann "Student-/innen". (Wie ist das eigentlich mit dem Binnen-I, groß oder klein?) ;)
 

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Prof. Hajo Poppinga, VK.
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Original von Hajo Poppinga
Soweit es die Männerquote im Erziehungsbereich angeht, würde ich Dir zustimmen. Ich halte das für nicht angebracht; was aber nicht heißt, daß ich nicht einen großen Aufholbedarf am Männeranteil in diesem Bereich sehe. Denn Deine zweite These teile ich nicht: Es ist nämlich meiner Ansicht nach vital für die Aufbringung eines Kindes, daß es gleichermaßen von Männern und Frauen erzogen wird. Eine nur von männlichen oder weiblichen Bildungsmethoden dominierte Erziehung kann nicht funktionieren; das werden Dir auf Nachfrage gerne dutzende Grundschulleiter bestätigen. Ich weiß von vielen Grundschulleiterinnen, die händeringend nach männlichen Kollegen suchen.
Naja, die Unterteilung zwischen männlichen und weiblichen Erziehungsmethoden finde ich blödsinnig. Im gegenwärtigen Muster heißt natürlich, dass Lehrer eher mal auf den Putz hauen, als Lehrerinnen. Hier gilt es eher für ein Umdenken zu sorgen. Ebenfalls darin, dass es Lehramtsstudenten eher in den sekundären Bereich und Lehramtsstudentinnen eher in den primären Bereich zieht. Ich bin ja für eine Einheitsschule von der ersten bis zur neunten/zehnten Klasse. Mit der Angleichung der Lehramtsstudiengänge in diesem Bereich, sowie der Angleichung der Lohnniveaus kann man mehr erreichen, als mit Quoten.
Ich würde dem insoweit zustimmen, als das die Demographie auf ganz natürlichem Wege hier die Änderungen bewirken wird. Ob eine "andere kulturelle Hegemonie" her muß würde ich bezweifeln - zumindest nicht, wenn das "gender mainstreaming" bedeutet. Du hast selber ein herzallerliebstes Beispiel für die Absurdität gegeben:

Man lasse sich das einmal auf der Zunge zergehen: "Die meisten BWL-Student*innen sind weiblich" - was sollen BWL-Studentinnen denn sonst sein? Mehrheitlich geschlechtsneutral? Sprachlich korrekt ist für eine Mehrzahl von Studenten nur "Studenten". Sprachlich unglücklich ist schon "Studierende" und wirklich furchtbar und verzweifelt "geschlechtergerecht" (Was soll das sein?) ist dann "Student-/innen". (Wie ist das eigentlich mit dem Binnen-I, groß oder klein?) ;)
Man, ich habe meinen Textbeitrag gendert, und zwar in einer Weise, dass auch Transgender, Intersexuelle, Metrosexuelle und alle die sonst zwischen den beiden Geschlechtern stehen berücksichtigt werden. Natürlich ist das für dich ungewohnt, weil die Gesellschaft auf Grund der kulturellen Hegemonie der Befürworter*innen patriachaler Herrschaftsformen und tradierter Geschlechterrollenmodelle i.d.R. im plural das generische maskulinum anwendet. Natürlich machst du dich in deinem tradierten Verständnis über gendering lustig. Aber auch nur weil dir noch niemand es wirklich mal richtig erklärt hat und du halt eben in deinem tradierten Weltbild noch stark gefestigt bist.

Ich erklär dir grad noch die anderen Genderingmethoden und warum die meiner Ansicht nach nicht angebracht sind. Binnen-I ist am Anfang groß rausgekommen und wird von Feminist*innen verwendet, die halt eben noch Menschen nach physischen Geschlecht unterteilen und hier vor allem die Ungleichberechtigung der Frau wahrnehmen. Dann gab's aber Leute die erkannten, dass es noch das psysische Geschlecht gibt (also das Geschlecht, welchem der Mensch sich zugehörig fühlt), hier sind vor allem Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle gemeint. Für diese wurde das Gender gab erfunden also die Schreibweise Student_innen. Als Kompromiss mit den Feminist*innen kommen auch Schreibformen wie Student_Innen auf. Naja der Unterstrich wird mittlerweile kritisiert, weil er quasi eine symbolische Runtersetzung der Menschen bedeutet, die zwischen beiden traditionellen Geschlechterrollenbildern stehen, deswegen schreib ich mit *.

Im Schreibgebrauch kamen aber auch so Formen wie der / auf, vor allem im amtlichen Gebrauch, auch mit Binnen-I. Wobei diese Variante wieder nur die physiche Geschlecht berücksichtigt.

Studierende ist im übrigen ein geschlechtsneutraler Kompromiss, den man gerne anwenden kann und der auch im amtlichen Gebrauch gekommen ist, weil er auch von vielen Leuten mit tradierten Rollenbild akzeptiert wird.
 

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Ich kenne die Ausführungen und die verschiedenen Theorien dazu durchaus; zum einen, weil ich darüber einige Debatten mit Bekannten aus "der linken Szene" hatte, zum anderen weil ich mich hier und da mit rechtlichen Problemen der Transsexuellen beschäftigt habe. Dennoch Danke nochmal für die Auffrischung.

Zum Thema "Studierende" nur ein kurzer Einwurf: Ein Student kann studieren, er kann sterben, tanzen oder träumen; jedoch kann ein sterbender studierender nicht Träumender sein und ein träumender sterbender Studierender so nicht mehr studieren. Das Wort "Studierender" ist vielleicht ein netter Kompromiß, aber damit sprachlich noch nicht korrekt.

Schließlich glaube ich nicht, daß es den Menschen, die sich in verschiedensten Geschlechtern, zwischen den Geschlechtern oder geschlechtslosl fühlen, etwas nützt, wenn man groteske Wortschöpfungen einführt. Ich glaube den Leuten ist mehr geholfen, wenn man etwas für ihr Verständnis und ihre Akzeptanz durch Aufklärung tut - nicht eine pseudo-korrekte Sprache schafft.
 

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Prof. Hajo Poppinga, VK.
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Die sprachliche Anpassung führt zu einer Akzeptanz in Form der Wahrnehmung.
 

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Und ich bleibe bei meiner Meinung, dass nicht Sprache zur Diskriminierung führt, sondern die Zustände auf die sie sich bezieht. Diese Zustände führen nämlich dazu, dass sich jeder Begriff den man dafür findet sich gewissermaßen entwertet. Das haben wir bei Begriffen die Menschen mit schwarzer Hautfarbe bezeichnen gesehen (Nigger, Neger, Negroe, Schwarzer, Farbiger, Afroamerikaner bis hin zu grotesken Schöpfungen wie Maximalpigmentierter), als auch bei ziehendem Volk (Zigeuner, Vaganten, Sinti & Roma [wovon sich dann wiederum alle Zigeuner beleidigt fühlen, die nicht einem der beiden Stämme angehören und trotzdem Zigeuner sind] bis hin zur EU-Formulierung"mobile ethnische Minderheit"), bei Behinderten (Invalide, Krüppel, Versehrter, Behinderter, Gehandicapter, bis hin zur beknackten Formulierung "Mensch mit besonderen Bedürfnissen") und Schwulen (Schwuler, Homossexueller, Schwuppe, Tucke, queer, gay bis hin zu der erst kürzlich von mir vernommenen Aussage "Ich bin nicht schwul, ich bin verzaubert.").

Es bleibt dabei: Egal welchen Begriff du findest, er ändert nichts an diskriminierenden Zuständen und führt lediglich dazu, dass sich die diskriminierenden Konnotationen auf den neuen Begriff übertragen und ihn entwerten. Es ist die reinste Inflation.

Und wenn der generische Maskulinum mich davor bewahrt mir Formulierungen wie Die Landsmännin (sic!) im von mir mitfinanzierten öffentlich-rechtlichen Fernsehen anhören zu müssen, oder mich bei einer AStA-Sitzung mit "Liebe Mitmenschinnen und Mitmenschen" begrüßen zu lassen, dann kann er so schlecht nicht sein. Wenn jemand oder jefrau (ja, auch das gibt es) diskriminiert wird, dann wird er diskriminiert, völlig egal ob er nun Mensch oder Menschin genannt wird.
 

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S.M. Heinrich Julius I. von Jagonburg
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Auf den Punkt!
 

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Prof. Hajo Poppinga, VK.
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, oder mich bei einer AStA-Sitzung mit "Liebe Mitmenschinnen und Mitmenschen" begrüßen zu lassen
Ich würde aufstehen und gehen ...
Goethe rotiert im Grab.
 

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